30/06/2025
PRESSEMITTEILUNG
Langweilig. Legendär. Lautlos rekordverdächtig.
Ermatingen Open im Steineschiefern bricht alle Rekorde – und ein bisschen auch die Langeweile.
Ermatingen, 1. Juli 2025 – Was nach gepflegter Sommerlangeweile klingt, entpuppte sich am vergangenen Sonntag als sportliches Highlight von internationalem Format. 1000 Besucherinnen und Besucher strömten in die schönste – und offiziell langweiligste – Badeanstalt am Untersee, um Sonne zu tanken, Pommes zu essen – und gelegentlich einen Blick auf das zu werfen, was man in England ehrfürchtig „Stoneskimming“ nennt: Steineschiefern.
Zwischenzeitlich verfolgten über 300 Zuschauer live, wie der Brite Gary Bailey mit einem sensationellen Wurf von 139 Metern seinen persönlichen Rekord pulverisierte – und dabei haarscharf am Weltrekord vorbeischrammte. Der aktuelle Weltrekordhalter Aley Lewis (Schottland) kam dieses Mal „nur“ auf 110 Meter – ein Resultat, das ihn immerhin noch auf Platz drei brachte. Überholt wurde er auch vom Niederländer Hans Eshuis, der mit 123 Metern eindrucksvoll bewies, dass flache Landschaften offenbar auch flache Würfe fördern.
Auch aus Schweizer Sicht gab es Grund zum Jubeln – oder zumindest höflich zu nicken: Claudio Künzli aus Frauenfeld verteidigte souverän seinen Titel als Schweizer Meister im Steineschiefern. Mit 95 Metern verfehlte er seinen eigenen Rekord nur knapp (100 Meter) und qualifiziert sich damit erneut für die Weltmeisterschaft im schottischen Easdale am 6. September.
Perfekte Langeweile – perfekte Bedingungen.
Der See zeigte sich von seiner besten, sprich: flachsten Seite. Kein Wind, keine Wellen, keine Motorboote – selbst die Enten hielten respektvoll Abstand. Beste Voraussetzungen für Weltklasse-Werfer – und für das Publikum, das sich zwischen Glacé, Weisswein und gelegentlichem Applaus bestens langweilte.
Nicht vergessen dürfen wir die 20 Gewinner und Gewinnerinnen in den Kategorien (Gropp, Chretzer, Regenbogenforelle, Felchen, Hecht und Team), wo es «nur» um die Anzahl Hüpfer ging. Klein und gross konnte persönliche Erfolge feiern und öde Preise mit nachhause schleppen.
Danke – und jetzt wird's noch langweiliger.
Ermatingens Gemeindepräsident nutzte die Gelegenheit, sich bei Andy Hostettler, seiner Familie und dem 12-köpfigen OK-Team herzlich zu bedanken. „Zum 11. Mal habt ihr das gemacht – und irgendwann wird sogar das organisieren langweilig“, so sein humorvoller Kommentar. Deshalb sucht das Team nun offiziell eine Nachfolge für die Organisation des Events, damit diese schöne Langeweile auch in Zukunft ihre Kreise zieht – genau wie die Kiesel auf dem Wasser.
Ein grosser Dank gilt auch den Sponsoren:
TKB, Gottlieber Hüppen, Kuoni Kreuzlingen und Fumar.ch. Ohne sie wäre selbst Langeweile nicht finanzierbar.
Rangliste ab heute Abend auf www.ermatinger-open.com