Zürich Kolonial

Zürich Kolonial Ein Stadtrundgang durch Zürichs koloniale Vergangenheit -
Folge per Audioguide den Spuren der Zürc

Der Verein Zürich Kolonial ist aus dem akademischen Umfeld der Geschichtswissenschaften in Zürich entstanden. Wir setzen auf ein öffentliches und kooperatives Vorgehen, in dessen Zuge wir unsere Konzepte stetig überprüfen und weiterentwickeln. Unser Ziel ist es, ein breites Publikum mit einem Audioguide über die Kolonialgeschichte Zürichs aufzuklären.

Zwar verfügte die Schweiz selbst formal übe

r keine Kolonien, dennoch war sie stark in die kolonialen Projekte anderer europäischer Nationen involviert. Zürcher*innen wurden mit Überseeplantagen reich, investierten in die Sklaverei, organisierten Völkerschauen oder stellten sich als Söldner in den Dienst von Kolonialarmeen, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Auswirkungen davon setzen sich bis heute in Form von globalen Wohlstandsunterschieden und rassistischen Vorurteilen fort.

Mit dem Stadtrundgang möchten wir auf diese kolonialen Verwicklungen aufmerksam machen und uns dadurch für eine gewaltfreie, gerechte und tolerante Gesellschaft einsetzen. Um den Zugang auch für Menschen zu ermöglichen, die nicht vor Ort sein können, gibt es die Möglichkeit, die Texte online zu hören oder zu lesen. Im Namen des Vereins: Charlotte Hoes, Philipp Krauer, Jakob Kisker, Monique Ligtenberg, Stephanie Willi

Kritische Stellungnahme zum Gutachten von Jung Atelier zur Aula des Schulhaus Hirschengrabenverfasst von Historiker:inne...
15/09/2025

Kritische Stellungnahme zum Gutachten von Jung Atelier zur Aula des Schulhaus Hirschengraben

verfasst von Historiker:innen aus dem Umfeld des Vereins Zürich Kolonial sowie der Anny-Klawa-Morf-Stiftung, 15.9.2025

Am 29. August 2025 präsentierte das Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich ein Gutachten zu den Figurenköpfen in der Aula des Schulhaus Hirschengraben. Es kommt zum Schluss, dass die Köpfe zwar auf einem rassistischen Weltbild beruhen, aus heutiger Sicht jedoch nicht als diskriminierend gelten. Das Gutachten ist jedoch bei genauer Betrachtung in mehrfacher Hinsicht problematisch.

Dass die Gutachter den aktuellen Forschungsstand nicht einbeziehen und keine zeitgemässe wissenschaftliche Sprache verwenden, wirft Fragen auf. Warum wurde englischsprachige Literatur, insbesondere von Autor:innen aus ehemals kolonisierten Ländern, nicht berücksichtigt? Und wieso erhielt «Jung Atelier» den Auftrag, obwohl es kaum Expertise in neueren Studien zu kolonialgeschichtlichen Verstrickungen der Schweiz hat?

Die ausführliche Stellungnahme sowie unsere Forderungen findest du hier: https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:68e6641d-3a64-40de-93b0-738d72651e54

❗️Ein Bericht im Auftrag der Stadt Zürich kommt zum Schluss: Die Figuren im Schulhaus Hirschengraben, die „Völker aus al...
30/08/2025

❗️Ein Bericht im Auftrag der Stadt Zürich kommt zum Schluss: Die Figuren im Schulhaus Hirschengraben, die „Völker aus aller Welt darstellen“, seien „nicht diskriminierend.“❗️

Hört sich doch super an oder? 🤔

Die Aula ist bis heute mit Skulpturen rassifizierter Menschen versehen. Köpfe aus scheinbar allen Weltgegenden sollten den damaligen Schüler: innen zur Veranschaulichung dienen.
Die Figuren zeigen zudem auf, wie vor dem Hintergrund der gewaltvollen imperialen Weltordnung auf rassistische Weise zwischen einem angeblich fortschrittlichen „Wir“ und einem vermeintlich exotisch „Anderen“ unterschieden wurde. Diesen Prozess nennt man „Othering“ (auf Deutsch „Verandern“) und er hat sich bis heute in das Denken und Handeln der Schweizer Gesellschaft eingeschrieben. ℹ️

Für den städtischen Bericht zuständig ist das Atelier Jung - ein Projekt des Historikers Joseph Jung, der anders als Ashkira Darman, Lea Pfäffli oder Sally Schonfeldt keine Expertise in Kunst- oder Kolonialgeschichte vorweisen kann. Seine Karriere machte er als „Escher-Experte“ und Chefhistoriker der Crédit Suisse. 👨🏻‍🦳

Wieso gerade Jung - trotz fehlender Expertise - für den Bericht beauftragt wurde, ist nicht öffentlich nachvollziehbar. Die bisher verfügbaren Informationen zum Bericht sind allerdings voller Red Flags. Wieso sind genau diese Figuren nicht diskriminierend, während bestehende Forschung auf die rassistische Bildkultur des 19. Jahrhunderts in der Schweiz verweist? 🤨

Bereits in früheren Werken hat Jung ein fehlendes Verständnis für die kolonialhistorische Forschungsliteratur an den Tag gelegt. Etwa als er argumentierte, die Sklaverei sei im 19. Jahrhundert generell nicht als moralisches Problem gesehen worden (und damit die ganze Literatur zum Abolitionismus ignorierte). ❌

Wir werden den 300-seitigen Bericht lesen und uns mit einer detaillierten Stellungnahme wieder melden. 📖👊🏽

- ZH Kolonial

Team Public History an den Schweizerischen Geschichtstagen: , .local und Zürich Kolonial.Grossen Dank für das zahlreiche...
12/07/2025

Team Public History an den Schweizerischen Geschichtstagen:
, .local und Zürich Kolonial.

Grossen Dank für das zahlreiche Erscheinen und die spannende Diskussion! Wir hoffen, dass das breite Interesse auch ein Zeichen für die ist, Geschichte an der Schnittstelle von Vermittlung und politischer Arbeit künftig (noch) mehr Raum zu geben - sowohl im übertragenen wie auch im wortwörtlichen Sinne...

MERCI!

ℹ️ Gemeinsam mit der  haben wir Stadtrundgänge zur Geschichte des Kolonialismus und Rassismus in Zürich erarbeitet. Sie ...
09/07/2025

ℹ️ Gemeinsam mit der haben wir Stadtrundgänge zur Geschichte des Kolonialismus und Rassismus in Zürich erarbeitet. Sie bieten zwei verschiedene Stadtrundgänge an, einen mit Fokus auf die Wirtschaft und einen mit Fokus auf die Kultur.

🗓️ Hierzu gibt es mittlerweile wieder neue Daten für die Führungen.

🔗 Meldet euch an: https://anny-klawa-morf.ch/events/stadtrundgang-zh-kolonial-2/

✨Zürich Kolonial ist an den Siebten Schweizerischen Geschichtstagen zum Thema „(Un)Sichtbarkeit“ mit dabei!✨Wir sind Tei...
13/04/2025

✨Zürich Kolonial ist an den Siebten Schweizerischen Geschichtstagen zum Thema „(Un)Sichtbarkeit“ mit dabei!✨

Wir sind Teil des Panels: „Augen auf! - Wie Public History koloniale Spuren sichtbar machen kann“.

2019 konzipierten wir einen digitalen Stadtrundgang, der die koloniale Vergangenheit verschiedener Zürcher Orte für ein grosses Publikum sichtbar machen sollte. In Zusammenarbeit mit der AKM-Stiftung werden mittlerweile begleitend auch physische Rundgänge angeboten.

Am Beispiel unseres Projektes diskutieren wir in unserem Panel-Beitrag, wie Kolonialgeschichte im öffentlichen Raum vermittelt werden kann, wer diese Geschichte erzählt und wie mit rassistischen Darstellungen und Aspekten der unerwünschten „Sichtbarkeit“ umgegangen werden kann.

von Loriana CrasnicViele ausländische Banken, vor allem aus Nordafrika und dem Nahen Osten, versuchten auf dem Schweizer...
06/04/2025

von Loriana Crasnic

Viele ausländische Banken, vor allem aus Nordafrika und dem Nahen Osten, versuchten auf dem Schweizer Finanzplatz Fuss zu fassen. Die Zahl dieser neuen ausländischen Banken war in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre so hoch, dass sie bei den Sitzungen der Schweizerischen Nationalbank eine wichtige Rolle spielte. 

Die Schweizerische Nationalbank war nämlich besorgt über den ungewöhnlichen Zufluss ausländischer Gelder. Von 1950 bis 1955 waren die ausländischen Anlagen im Land um mehr als 500 Millionen Schweizer Franken gestiegen.

Da viele ehemalige Kolonien in den 1950er und frühen 1960er Jahren ihre Unabhängigkeit erlangten, machte sich die allgemeine Befürchtung breit, dass die neuen Regierungen die lokalen Eliten zwingen würden, ihr Vermögen abzugeben. Die Europäer:innen verliessen das Land und nahmen ihr Geld mit, unter anderem in die Schweiz.

Die Schweiz hatte sich in der Zwischenkriegszeit den Ruf eines sicheren Hafens erworben. Die Dekolonisierung festigte diesen Ruf und brachte noch mehr ausländische Gelder in die Schweizer Wirtschaft.

Eine Flucht in den Schweizer Franken war jedoch aus makroökonomischer Sicht nicht wünschenswert. Wieso? Das erfährt ihr in unserer neuen Station

📖 Hier weiterlesen: https://www.zh-kolonial.ch/de/station/bahnhofstrasse-18

***Update Neumarkt 13***Die Beiträge auf zh-kolonial passen sich neusten Entwicklungen in Forschung und Aktivismus an. D...
06/02/2025

***Update Neumarkt 13***

Die Beiträge auf zh-kolonial passen sich neusten Entwicklungen in Forschung und Aktivismus an. Die Historikerin Ashkira Darman hat daher ihren Text zu rassistischen Häusernamen im Niederdorf basierend auf jüngsten Forschungsergebnissen aktualisiert.

Du möchtest auch eine Station zu unserem Rundgang beitragen? Oder du weisst etwas, was wir noch nicht wissen? Dann melde dich unter [email protected]

Im Werk „Historia animalium“ erschienen 1551 von Conrad Gessner kommt das Meerschweinchen bereits vor. Tatsächlich besas...
25/11/2024

Im Werk „Historia animalium“ erschienen 1551 von Conrad Gessner kommt das Meerschweinchen bereits vor. Tatsächlich besass Gessner selbst einige Tiere und ist damit der vielleicht erste Zürcher Meerschweinchenhalter der Geschichte.

Moment mal! Meerschweinchen vor über 450 Jahren in Zürich? Das erstaunt uns heute, stammt dieses „exotische“ Nagetier doch aus dem fernen Südamerika. Gessner war aber nicht der einzige Meerschweinchenhalter im deutschsprachigen Raum. Gessner behauptete 1560 sogar, die Tiere seien inzwischen überall verbreitet.

Archäolog:innen vermuten, dass bald nach der Eroberung Perus im Jahr 1532 Meerschweinchen nach Europa gebracht wurden, wo sie sich rasch vermehrten und für die Mittelschicht erschwinglich wurden. Gessners Meerschweinchen zeigen, dass das frühneuzeitliche Zürich keineswegs so weltfremd war, wie wir uns das heute oft vorstellen.

Mehr zur Station auf unserer Webseite!

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