07/04/2026
Auch, wenn Ostern schon wieder vorbei ist, interessante Dinge zum merken.
Über Osterbräuche
Das Osterfest ist eines der höchsten Feiertage der Katholischen Kirche. Die Christen feiern die Auferstehung Jesu und seinen Sieg über den Tod. Dieses Fest gehört zu den beweglichen Feiertagen und ist abhängig vom Frühlingsvollmond. So verändert sich das Datum des Osterfestes. Es findet jedoch immer im März oder April statt. Für Menschen die nicht christlich sind ist das Osterfest die Vorfreude auf den Frühling, also auf Licht und Wärme.
Ursprünglich feierten die frühen christlichen Gemeinden an jedem Sonntag die Begegnung mit dem Auferstandenen. Erst im 2./3. Jahrhundert entwickelte sich eine alljährliche selbständige Feier: das erste Konzil von Nizäa im Jahre 325 legte fest, dass die Feier der Auferstehung Christi am Sonntag nach dem Frühlingsvollmond begangen werden sollte.
Die Lichtsymbolik spielt an Ostern eine ähnlich große Rolle wie an Weihnachten. Die Osternachtsfeier, die am Abend vor Ostersonntag stattfindet, beginnt in der Regel außerhalb der Kirche mit einem Feuer, dem sogenannten Osterfeuer.
Daran wird die Osterkerze entzündet und brennend in die Kirche getragen. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich ein vielfältiges österliches Brauchtum entwickelt und so auch in Bernau.
Über Osterbräuche im alten Bernau:
Folgen wir in unserer Einführung dem Bernauer Stadtchronisten August Wernicke, der folgendes berichtete. Über die Gottesdienste am ersten Osterfeiertage heißt es im Jahre 1727 in den Akten: „Von alters her sind hier zu Bernau an jedem hohen Feiertage drei besondere Predigten gehalten, deren die eine frühmorgens um fünf Uhr, die zweite um halb neun Uhr, die dritte aber nachmittags um ein Uhr angefangen worden“. Am ersten Oster-,und Pfingsttage wird solches auch jetzt (1727) noch richtig beobachtet.
Ostern bedeutet einen tiefen Einschnitt im Kreis der Jahresfeste. Schon der Karfreitag wird mit manchen Bräuchen beachtet, die ihn als alten Fasttag und hohen Feiertag ausweisen. Die herkömmliche Enthaltung von Fleisch wird aus vielen Orten berichtet. Dafür isst man Fisch, Käse, Eier, Mehlspeise oder leichte Gerichte wie Braunbiersuppe, Milchsuppe mit Ei. In der Nacht zum Ostersonntag ist das Osterwasserholen ein alter Brauch. So hält man in allen Orten des Kreises daran fest, dass das Osterwasser schweigend und in der Mitternacht, jedenfalls vor Sonnenaufgang, geholt werden müsse. Wichtig ist weiter, dass man aus fließendem Wasser und gegen die Strömung schöpfe.
Schönheit, Hübsche, Jugendfrische, reine, zarte Haut aber auch Schutz vor Krankheit spendete die Waschung mit Osterwasser, gegen Ausschlag und selbst zur Wundheilung an Mensch und Tier findet es Verwendung. Nur aus dem mittleren Barnim wird berichtet, dass man damit auch Sommersprossen vertreibe. Das Wasser selbst wird nicht faul und stinkend, sondern hält sich frisch fast ein Jahr lang. Als Medizin für Kleinkinder bewahrte manche Mutter eine Flasche Osterwasser auf.
Auch hatte sich in der Stadt Bernau der Glaube an wunderbare Erscheinungen in der Ostersonne erhalten. Wenn man von einer Anhöhe vom Mühlenberg am Ostermorgen den Sonnenaufgang abwartete, sah man das Osterlämmchen in der Sonne hüpfen, auch die Sonne selbst oder ihre Strahlen. Auch sollen verstorbene Angehörige im Glanz der Sonnenstrahlen zu sehen gewesen sein.
Größere Verbreitung hatte der Brauch des Schlagens mit der Osterrute, der von einem Spruch begleitet wurde.
Stiep, stiep (pietsche, pietsche) Osterei,
gibst du mir kein Osterei,
stiep (hau) ich dir den Rock entzwei.
Auch gibt es noch eine andere Form, die in Bernau und Schönow bekannt war.
Stip, stiep Osterei.
Gibst du mir kein Kakelei,
hau ich dir den Rock entzwei.
Die Bezeichnung Kakelei für Ostern erinnert noch daran, dass das Gackern der Hühner im Süden des Kreises „Kakedazen“ genannt wurde.
Wie aus den Versen zu ersehen ist , bahnen sich die Kinder durch das Stiepen den Weg zu den Ostereiern.
Bis heute ist das Osterfest ein Anlass zum Schenken. Traditionen wie Osterfeuer werden ebenso gepflegt wie der Osterspaziergang am Ostermontag. Großer Beliebtheit erfreut sich auch seit dem 17. Jahrhundert der Osterhase. Leider verdeckt in der heutigen Zeit die Kommerzialisierung von Ostern die eigentliche Osterbotschaft.
Text: Horst Werner - Heimatverein der Hussitenstadt Bernau e.V.
Foto: Bernauer Altstadt Kurier