19/06/2025
Greetbericht von unserem Greeter Rolf:
Unsere beiden Gäste, David aus Edinburgh und ein José Manuel aus Barcelona, sind auf Deutschlandtrip mit dem Schwerpunktthema „Deutsche Geschichte des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts“ (deshalb Besuche z. B. in Hannover, Darmstadt, Karlsruhe).
Für ihre Fahrt von Frankfurt nach München überlegten sie sich einen Zwischenstopp im „Herzogtum Coburg“ (deshalb auch sehr kurzfristige Greetanfrage).
Wir trafen uns um 14 Uhr auf dem Marktplatz am Prinz-Albert-Denkmal. Die Kommunikation erfolgte auf Englisch.
Ich stellte mich kurz vor und bereits bei der Kontaktaufnahme wurde mir klar, dass schon viel Wissen über das Coburger Herzogshaus und seine Heiratspolitik vorhanden war.
Zum Thema Prinz Albert/Königin Victoria ging ich auf die Rolle Prinz Alberts im „viktorianischen Zeitalter“ ein, z. B. auf seine Funktion bei der Organisation der Weltausstellung 1851 in London ein (siehe Bauplan zum Glaspalast in seiner rechten Hand).
Nach einigen grundlegenden Information zur jetzigen Stadt Coburg erklärte ich auf dem Marktplatz die historische Bedeutung von Rathaus und Stadthaus.
Wir liefen dann durch die Herrngasse zum Schlossplatz, am Zeughaus ging ich kurz auf Herzog Casimir ein (war ja der Bauherr).
Auf dem Schlossplatz widmeten wir uns dem Denkmal von Herzog Ernst I und seiner Bedeutung bei der Umgestaltung des Schlossplatzes (mit Bau des Theaters) und der Anlage des Hofgartens.
Nachdem wir uns auf den Arkaden einen Überblick über den Schlossplatz verschafft hatten, ging es weiter zum Reiterdenkmal von Herzog Ernst II mit kurzem Exkurs zu seiner politischen und kulturellen Bedeutung für Coburg.
Ziel war dann das Mausoleum von Herzog Anton im Hofgarten (ja u. a. der Vater von Herzog Ernst I und König Leopold I von Belgien, dem „Heiratsvermittler“ Albert - Victoria).
Auf dem Weg dorthin ging es um die Themen „Herzog Alfred“ (Alfredbrunnen, aber auch seine Vorgeschichte in England) und „Zar Ferdinand von Bulgarien“ aus der katholischen Linie unseres Herzogshauses, der ja eine Villa im Hofgarten besaß.
Dann natürlich ein kurzer Abstecher ins Veilchental mit Blick zur Veste.
Beim Spaziergang durch den Hofgarten und später auch im Josiasgarten wurde über Fragen der beiden Greetteilnehmer diskutiert bzw. informiert: z. B. Warum änderte sich der Name unseres Herzogtums unter Herzog Ernst I von „Sachsen-Coburg-Saalfeld“ in „Sachsen-Coburg und Gotha“, warum änderte des englische Königshaus 1916 seinen Namen von „Sachsen-Coburg und Gotha“ in „Windsor“, warum hatte der letzte Coburger Herzog Carl Eduard so eine Affinität zu Adolf Hi**er bzw. dem Nationalsozialismus und welche Rolle nahm damals die Coburger Bevölkerung ein (da half mir Dr. Eva Karls Buch „Coburg voran!“).
Nach dem Hofgarten stand die Morizkirche wegen Martin Luther auf dem Wunschzettel.
Auf dem Weg dorthin wurde kurz auf die Reithalle, den Marstall und die Ehrenburg (Gang durch die Höfe) eingegangen.
Vor der Morizkirche kam nochmal Herzog Casimir ins Gespräch (Casimirianum) und in der Morizkirche waren Martin Luther und der „Altar“, wieder in Bezug zu Herzog Casimir, Thema.
Wir schlenderten dann über den Markt (nicht ohne uns von der Bratwurstfrau die Kiefernzapfen zeigen zu lassen) durch die Spitalgasse und das Spitaltor zum Josiasgarten, um dort unseren Durst zu stillen (es war doch sehr warm geworden).
Ich begleitete die beiden dann noch zum Parkhaus Zinkenwehr, von wo sie nach München weiterfahren wollten.
Hierzu liefen wir über die Mauer zum Judentor mit Hinweis auf die Stadtmauer, ich zeigte ihnen Am Viktoriabrunnen das Haus meiner Großeltern, am Ernstplatz ging ich noch kurz auf die Amerikanische Botschaft und den Hexenturm ein.
Ich hinterließ zwei sehr interessierte Gäste und war auch selbst froh, diesen Greet durchgeführt zu haben.