03/05/2026
Greetbericht von Greeter Iris und Rolf am 30.04.:
Wir trafen uns um 14:00 am Münzmeisterhaus in der Ketschengasse und waren 3 Stunden unterwegs, obwohl wir gar keine so großen Entfernungen bewältigt haben. Dies lag daran, dass ein Teil der Greetteilnehmer schon Vorerfahrungen zu Coburg hatte und ihre Kenntnisse gerne noch erweitern wollten (deshalb viele Nachfragen/Kommunikation).
Resultat vorneweg: man war begeistert über unseren Weg durch Coburg und die Informationen dazu.
Am Münzmeisterhaus wurde über das Recht zum Münzenschlagen und die Erhebung der Münzmeister in den Adelsstand (von Rosenau) berichtet.
Auf dem Marktplatz angekommen gab es Informationen über den zweistöckigen Coburger Erker, die Geschichte unseres Stadtheiligen Mauritius und erweiterte Darstellungen zu Prinz Albert, seine Rolle im englischen Königshaus und auch seine Ambitionen als Naturforscher.
In der Judengasse wurde über das erste Coburger Kino „Apollotheater“ und die spätere Tanz-Rock-Bühne für amerikanische GI’s im gleichen Haus berichtet (hier wurden dann die deutschen Frauleins aufgerissen).
Nach dem Judentor ging‘s entlang der Stadtmauer zum Albertsplatz mit Hinweisen auf das Adolf-Hitler-Haus, die Amerikanische Botschaft und den Hexenturm mit Auszügen aus Hexenprozessen unter Herzog Casimir.
Über die Kuhgasse bogen wir in den Georg-Hansen-Weg ein und wir informierten ausführlich über Georg Alexander Hansen’s Beteiligung am Hitler-Attentat 1944 sowie die Vollstreckung des über ihn verhängte Todesurteiles.
Am Anger angekommen waren Hitler’s Quartier im Schießhaus 1922, das Turnen auf dem Anger und das neu renovierte Gerberhaus Thema.
Die Alexandrinenstraße gab wieder Stoff zu Johann Strauß und die Jugendstilbebauung.
Auf dem Weg zum Salvatorfriedhof nahmen wir Anteil an Lichtensteins Gefangenschaft im nach ihm benannten Turm und bogen in den Salvatorfriedhof ein, der jetzt ja auch Pausenhof eines Gymnasiums ist. Noch 1860 hießen ja die beiden Gassen zur Salvatorkirche „Todtengasse“ und „Freudengasse“, um zu vermeiden, dass sich Begräbniszüge mit Hochzeitsgesellschaften begegneten.
Dann kamen noch der Gurken-Alex im Steinweglein und Herzog Casimir mit seinen verwelkten Kränzen zur Ehre.
Und jetzt kam noch ein Highlight auch für mich:
Die eine Greetteilnehmerin war mit der Glaserei Hans in Neugasse 1 bekannt.
„Neugasse 1“ ist das älteste Steinhaus in Coburg mit seinen Wurzeln aus dem 11. Jahrhundert. Es diente wohl ursprünglich als Vogtei, als die Geistlichkeit von der Veste in die Stadt zog.
Wir durften zunächst die Glaserei im EG besuchen und dann wurde uns angeboten, den Hausturm zu besteigen, was sonst nur für schwindelfreie Familienangehörige möglich ist (hier verweigerte Iris).
Es ging hoch über eine ca. 800 Jahre alte Eichenbohlentreppe (siehe Foto mit Hinweis auf Schwindelfreiheit) und dann noch über eine Leiterstiege in die Turmkuppel. Durch deren 2 Fenster gab es für mich neue Ausblicke über Coburg (ich hänge ein paar Fotos an).