Lust auf Weingut

Lust auf Weingut Hier werden Träume zur Wirklichkeit schöner Erinnerungen. Inhaber: Reinhart S. Lang

Lust auf Weingut nennt herrliche Weinregionen, außergewöhnliche Landhotels und deren Gastgeber, kulinarische Ereignisse sowie besondere Weinmacher und deren Weine.

11/05/2021

Jens Bettenheimer - Inspiriert von den Tönen der Natur

Ich kenne wenige Weinkreateure, welche so omnipräsent sind wie Jens Bettenheimer. Er ist letztlich auch ein Typ mit mehr als „mal nur“ oder „nur nebenbei“. Jens ist immer und jederzeit anwesend, ganz gern auf Entdeckungstouren im Weinkosmos und definitiv neugierig auf Mensch und Natur. Stehen bleiben kann er nicht, denn wer in diesen schnelldrehenden Zeiten verharrt wird das Nachsehen haben und Nachsehen mag Jens nicht. Er hat ein feines Gespür für Werte, Qualitäten und die richtigen Momente. Jens ist kein Typ, welcher sich auf Erfahrung und Tradition verlässt, sondern ganz gern ein Stück weiter denkt und geht. In Neuseeland begriff er sehr rasch, wie man individuelle Weine gestaltet und bekannte Rebsorten neu interpretiert. Die Natur steht nicht still, sie ist auch mal laut, eigenartig und fügt sich meist trotzig den Klimaveränderungen. Dies erfordert, dass Weinmacher wie Jens Bettenheimer, als Vegetationskundler, Terroirwissenschaftler und Biochemiker unterwegs sind und zuhören. Bei Jens gesellt sich seine Lebensfreude und sein Kommunikationstalent dazu. Mit seinen Weinen ist er weit weg vom weg von Einheitsbrei, Tutti Frutti und Cocacolaisierung. Er gestaltet charaktervolle, Terroir geprägte, sortentypische Weine die fette Ausrufezeichen setzen und ihre ganz besondere Eigenheiten in all unseren Sinnen präsentieren, aber trotzdem die einzelnen Charaktereigenschaften zu einem harmonischen Ganzen vereinen.

2005 stieg Jens in den Traditionsbetrieb ein und setzt seither mit unbändiger Leidenschaft konsequent seine Kreativität und Visionen um, ohne den Blick über die kunterbunten Tellerränder und in die launische Natur zu verlieren. Er zeigt vorzüglich, dass es die feinjustierte Mischung aus Moderne und Tradition ist, welche große Weine entstehen lassen. Und… seine Weine erzählen gerne nonchalant aus dem Naturstübchen.

Und… Jens hat auch noch eine satte Portion Lagenglück, denn er kann auf Grund seiner geographischen, klimatischen und bodenkundlichen Voraussetzungen große Terroirweine erzeugen, wie viele kostbare Weine aus seiner Hand beweisen.
Die wohl bekannteste wie auch wertvollste Lage „Hundertgulden“ oberhalb von Appenheim empfängt mit ausgebreiteten Armen die einfallende Abendsonne, welche besonders dem Riesling zugute kommt. Die Hanglage ermöglicht durch die geringen Beerengewichte sehr dichte, feinfruchtige Rieslinge mit ausgeprägter Mineralität.

Mit der Blütezeit beginnt seine sensible Phase: Weinstöcke werden mit viel Achtsamkeit und auch unter Einbeziehung der Mondphasen behandelt. Im Keller setzt er verdammt gerne und konsequent auf eine langsame Spontangärung und lagert die Weine bis zur Füllung bei niedrigen Temperaturen auf der Hefe, um die innere Dichte und Langlebigkeit zu fördern. Die Rotweine dürfen es sich in rheinhessischen Eichenholzstückfässern gemütlich machen. Final entstehen so, charakterstarke, rauchige und kraftvolle Weine.

Schaut mal bei www.reinhart-lang.de vorbei.

Ein Stück vom Glück!
06/07/2020

Ein Stück vom Glück!

06/07/2020

Hallo Herr Lang,

der wunderbare Rheinhessen-Führer "Lust auf Weingut" hat uns erreicht
und wir sind sehr begeistert vom finalen Text und Look!

Vielen, herzlichen Dank für die doch sehr kurzfristige Beachtung unserer
Wünsche - Wir finden das Ergebnis zauberhaft.

Herzlichste Grüße!

--
Mit herzlichen Grüßen

Ihr Hof Eckstein

Auf Augenhöhe mit Champagner - Philipp Kiefer & Family / von Reinhart S. Lang (Lust auf Weingut)Einfach mal die Grenzen ...
11/04/2020

Auf Augenhöhe mit Champagner - Philipp Kiefer & Family / von Reinhart S. Lang (Lust auf Weingut)

Einfach mal die Grenzen spüren und sich auch mal darüber hinweg probieren: Philipp Kiefer, seit 2008 für die Weine verantwortlich, kennt diese Art der Arbeit und hat bereits früh verstanden, dass es viel Geduld erfordert. In Geduld geboren hat er früh gelernt, Gedankengut seines Vaters Bernhard und seines Großvaters Alois zu übernehmen und sich mit ihnen bei der täglichen Arbeit im Weinberg wie auch im Weinkeller über die Grenzen und Handwerkskunst des Weinbaus auseinanderzusetzen. Anpassen, übernehmen, aufbegehren, neugierig sein, neu erfinden? Jede Generation geht mit dem Erbe der Gesellschaft und der Familie anders um. Ihre Leidenschaft Reben zu pflegen gepaart mit dem Ziel, eine Balance zwischen Tradition und Moderne zu schaffen bestimmen den Alltag auf dem Weingut. Nicht Effekthascherei und Marketingtrends, sondern handwerkliches Können und behutsamer Umgang mit der Natur stehen im Zentrum ihres Handelns. Und alle Generationen sind sich darin einig, dass sie ihren Weinen die notwendige Zeit zum Reifen geben möchten. Der Weinkeller ist der Ort der Weinentstehung und der Reifephase, in der die Weine die nötige Zeit bekommen, um ihrer Persönlichkeit vollen Ausdruck zu verleihen. Das Zusammenspiel von Erfahrung und Innovation lässt Weine entstehen, die mit ihrer unverwechselbaren Komplexität und Eleganz das Kleinklima und den Boden der Weinlagen von St. Martin wiederspiegeln. Damit kreiert Philipp Kiefer, jenseits technischer Produkte, ein unverwechselbares und lebendiges Kulturgut. Besondere Weine eben.

Zwischen den Generationen der Kiefers wird Geschichte spürbar lebendig. Es zeigt sich in vielen Dingen, dass es durchaus unterschiedliche Erfahrungen, Werte und Zukunftsentwürfe gibt. Hier auf dem Aloisiushof begegne ich der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen: Jede Generation sieht sich den anderen ja auch im Alltag gegenüber, ihren eingeübten Haltungen, gelebten Erfahrungen und den ihnen eigenen Zeithorizonten. Jede Generation im Weingut lässt sich aus der Vielfalt ihrer Weine und Sekte erschmecken, denn alle in der Familienbande haben für ihre Geschmacksrichtungen spezielle Weine und Sekte kreiert.

Spätestens bei der Begegnung mit den Sekten der Kiefers wird klar, dass gute Sekte von deutschen Sektkreateuren das Potential haben, Champagner von der Bühne zu verdrängen und zudem den Franzosen zu zeigen wie Revolution wirklich funktioniert und wo die Sichel hängt. Ja… in de Palz geht de Parre mit de Peif in die Kärch und de pälzer dischbediere gern…ganz besonders ausschweifend über Dinge und Momente, über die Welt im Allgemeinen und über Sekt oder Selters im Besonderen, über Perlen und Dosage, die unterschiedlichen Methoden, Kniffe und Tricks. Da hängt dann auch mal die Frage im Keller, wie soll er sein, der große Sekt für ganz viel Genussglücklichkeit. Und natürlich die metaphertheoretische Kardinalfrage, worauf sollte man beim Sektkauf achten? Grundsätzlich sollte man doch Leib und Leben etwas Gutes tun, damit die Seele Lust hat darin ihr Bettchen zu bereiten. Und ganz sicher sind hierfür Weichei-Sekte ganz weit weg von „Gut“. Solche gibt es ohnehin nicht, bei „die Kiefers“.
Deren Sekte sind in feinster wie auch aufwändiger Handarbeit, nach der Méthode champenoise, der klassischen Gärung in der Flasche entstanden. Die Gärung des Sektgrundweines erfolgt im Holzfass. Der zweite Gärungsprozess erfolgt dann in der Flasche. Hier wird der Grundwein mit „Liquer de Tirage“ aus Zucker und Hefe bereichert. Weil nun besondere und hochwertige Sekte einen langen Reifeprozess benötigen, werden die Flaschen für mindestens 12 Monate, mitunter mehrere Jahre, gelagert. Je länger das Hefelager umso authentischer der Rebsortencharakter. Der Gaumen wird bereichert von edler Würze, zartem Schmelz und einem feinen Prickeln, das durch die Kohlensäure aus der Gärung entsteht.

Bei den Sekten die nun vor meinem Gaumen stramm wie auch schäumend Parade stehen sind 24 Monate Hefelager keine Seltenheit. Ein intensiver Geschmack wie auch ein opulentes Bukett wird letztlich über den längeren Kontakt mit dem „Liquer de Tirage“ erreicht. Beim abschließenden Degorgieren - eine alte Bezeichnung für Enthefen - wird der entstandene Hefepfropfen entfernt, ohne dass der Sekt die Flasche verlässt.

Der 2015 Brut Blanc de Blancs ist Lebensfreude pur. Chardonnay und Weißer Burgunder bereiten diesem Sekt eine große Bühne. 36 Monate Hefelager und schonender Ausbau in alten Barriques. Glänzend goldgelb im Glas lässt er ein langes Hefelager erahnen. In der Tat… auch die Nase wird sofort von einer leichten Hefenote im Gefolge von einer charmant-prächtigen Weißburgunderfrucht gepaart mit Aromen von Apfel, Birne und Quitte eingenommen und macht sofort Lust auf Gaumengenuss. Dort angekommen entfaltet sich eine wahre spannungsgeladene Fruchtexplosion mit cremigen Elementen. Seine hohe Reife und einer geballten champagneartigen Dichte, elegant und fein mit schöner gelber Frucht. Es könnte ein Champagner sein, ist jedoch ein elegant feinfruchtiger Sekt aus der sensiblen Hand großer Sektmacher.

Der 2018 Gewürztraminer Sekt ist ein faszinierendes Ausnahmetalent. 8 Monate Hefelager und anschließend in kleinen Chargen degorgiert. Somit bekommt der Sekt seine Zeit zur Entwicklung auf der Hefe und gewinnt eine besonders elegante Cremigkeit ohne an Frische zu verlieren. Chapeau! Ein wahrlich hochfein-reinrassiger Sekt mit ganz viel Lust und Laune auf mehr. Und allzu natürlich kommt er vornehm elegant dank seinem feinen Bouquet von Rosenduft und Honig daher und berauscht geradezu mit seiner feinen Würze gepaart mit Litschi und hellen Beeren. Seine feine Perlage und schöne Säure machen diesen Sekt zu einem Genuss.

Die Geister der Tradition - Oliver Gabel pflegt sie„Die Welt ist bisweilen ein überraschender Ort und auch mal zwiegespa...
05/04/2020

Die Geister der Tradition - Oliver Gabel pflegt sie

„Die Welt ist bisweilen ein überraschender Ort und auch mal zwiegespalten“. Diese Stille im Schlossgarten dort oben in Herxheim am Berg ist befremdlich. Selbst der Himmel verneigt sich und zeichnet ein blaues Band in den morgendlichen Nebel. Von hier die Welt betrachten heißt das Leben betrachten. Die prächtigen Blickachsen über die Weinberge bis zum Odenwald und Schwarzwald sind einfach phantastisch. Auch die Weinwelt ist hier zwiegespalten und bietet allerlei Überraschungen. Einige große Namen aus vergangenen Tagen tragen bereits Patina oder sind längst verschwunden. Neue, innovativ-verrückte Weinkreateure polieren bereits kräftig an einer vielversprechenden Zukunft. Zu ihnen gehört definitiv Oliver Gabel, welcher sich mit all seinem Tun der Tradition des Familienweingutes erinnert und diese mit viel charmantem Enthusiasmus mit Raffinesse und biologischen Feinheiten bereichert. Die ersten Begegnungen mit seinen Weinen lassen eine schier unglaubliche innere Dichte und Energie erkennen. Sie verändern die Klänge in den Sinnen und berühren die Seele.

Tradition wird in Herxheim bereits seit 1200 Jahren gepflegt. So ist es auch eine liebenswerte Tradition, dass man hier oben mit Stolz auf Freinsheim und die Pfalz blickt. Idyllisch lässt sich die Welt mit einem guten Glas Wein auf einer Bank im Schatten kräftiger Kastanienbäume im Schlossgarten genießen. Zu jeder Jahreszeit breitet hier die Landschaft ihre neuesten Patchworkteppiche aus und zaubert neue Farben und Genüsse in unsere Sinne. Ein genüsslicher Höhepunkt ist sicherlich das Herxheimer Sektsymposium „Kurpfalzblick“ im Sommer. Eingefangen zwischen fantastischer Kulisse der 1200 Jahre alten Herxheimer Kirche St. Jakob und der Aussicht über die Rheinebene lässt es sich hier vorzüglich genießen: Sekte, aber auch Weine der regionalen Erzeuger gepaart mit kulinarischen Genüssen. Auch Oliver Gabel präsentiert samt Familie beste Weine und vorzügliche Sekte mit einer fetten Portion Fern- wie auch einem fantastischen Tiefblick. Auch Sekt ist bei den Gabels ein Seelenthema. Mittlerweile haben nicht nur Weinkenner erkannt, dass Sekt aus der Hand Pfälzer Sektkreateure den Vergleich mit Champagner nicht scheuen muss. Im Gegenteil: Champagner kennt jeder, er gilt weltweit als das Luxusgetränk schlechthin. Sekt lässt im Leben besondere Momente erleben. Sekt heißt: Vielfalt, Sekt ist nicht gleich Sekt. Wer nur Supermarkt-Sekt kennt, der mag vielleicht glauben, dass Sekt immer recht ähnlich schmeckt. Wer aber eintaucht in die Welt des Sektes und hinaufsteigt zu den Gabels nach Herxheim, wird schnell mit all seinen Sinnen erspüren, dass es nicht den Sekt gibt, sondern wie auch in vielen anderen Regionen der Pfalz - eine faszinierend-lebensgenüssliche Vielfalt an unterschiedlichen Typen und Stilen. Sekt ist auch frisch und leicht, aber auch füllig und kraftvoll, so wie hier bei Oliver Gabel. „Blanc de Blancs Nature, Sekt Brut“! sorgt für herrliche Sinneswehen. Ein feiner Weißburgunder-Sekt wie aus dem Bilderbuch. Die Stilistik ist näher am Champagner als am klassischen Sekt. Dies wird schon allein durch die Feinheit und Dauerhaftigkeit des Mousseux klar. Das 3-Jährige Hefelager sorgt für eine ausgewogene Ruhe im komplexen wie lebhaft-rassigen Geschmacksbild. Zweifelsohne gehört diesem Sekt, angesichts der hervorragenden Qualität, eine große Bühne und ein besonderer Moment. Eines aber stimmt ohne Einschränkung: Ein großer Sekt passt immer. Ein solcher Sekt ist zeitgemäß, denn der Alkohol ist moderat, liegt meist bei zwölf Volumenprozent. Morgens, mittags, abends! Und… er ist ein ausgezeichneter Essensbegleiter nicht nur für Meeresfrüchte und Fisch. Und… er ist ein ausgezeichneter Aperitif zum Gespräch mit Oliver Gabel über Familie und Tradition.

Oliver Gabel und seine Familie pflegen mit Stolz ihre lange Tradition. Seit über 350 Jahren ist das Handwerk Wein ihr tägliches Thema. Beim Blick in den Keller fällt in den Blick, dass manche der edlen Weine in bis zu 130 Jahre alten Holzfässern reifen. Aber auch kleine neue Fässer werden zur Lagerung für die edleren Weine genutzt, bis der Wein seine vollendete Form erlangt hat. Klar! Die Mikrooxidation, die in den Fässern stattfindet, erfordert viel Übung, eine gesunde Portion Aufmerksamkeit, reichlich Erfahrung sowie eine sorgsame Handlese mit ganz viel Familieneinsatz, schließlich kann großer Wein nur entstehen, wenn alle anpacken.

Oliver Gabel setzt auf Spontanvergärung der natürlichen Weinkeller- und Fasshefen und nicht auf künstlich gezüchtete Hefe. Wein gibt es seit Jahrtausenden, Zuchthefen seit etwa 50 Jahren. Sein Weg führt zurück zu dem, was Tradition im besten Sinne bedeutet. Das Gebinde aus Eichenholz und ein langes Hefelager hat für ihn eine hohe Wertigkeit. Schließlich akzeptiert er den Charakter eines Weins von Anbeginn und gibt ihm viel Raum und Zeit bei seiner Entwicklung. Auch bei der Technik hat er einen sensiblen Geist. Klar! Technik bringt Vorteile, führt mitunter jedoch auch zur geschmacklichen Eindimensionalität. „Man könne nämlich aus schlechten Trauben keinen guten Wein machen – wohl aber aus guten Trauben schlechten“.

Ganz sicher ist die von Gabels kultivierter Rebsorte Lagrein eine gute Traube. Der Urgründer des Weingutes „Caspar Gabel“ war ursprünglich ein Auswanderer aus Tirol, der mit dem Ende des 30-jährigen Krieges seine damalige Heimat verließ. Caspar Gabel suchte im Jahr 1655 sein Glück in der Pfalz und sorgte 13 Generationen später für ein prächtiges Erbe, das noch heute sorgsam gepflegt wird: Olivers Vater legte die Südtiroler Rebsorte Lagrein im Andecken an den Urvater an! Die Trauben wurden behutsam auf traditionelle Weise, nach dem Entrappen eine Kaltmazeration bis sie spontan anfangen zu gären, verarbeitet. Danach durfte sich der charaktervolle Rotwein für 12 Monate in alten großen Barriques aus französischer Eiche entwickeln, bevor er unfiltriert auf die Flasche kam. Im Glas gefällt der 2015er Lagrein durch seine tiefdunkle Farbe mit granatroten Reflexen. Er kitzelt die Nase mit würzig-pfeffriger Note und feinen Aromen von dunklen Beeren und Waldfrüchten. Im Gaumen tänzeln die rustikalen Tannine mit dem fülligen, samtigen Stoff zu einem kräftigen Rotwein, der durch seine elegante Säurestruktur eine faszinierend-schöne Länge gefangen nimmt. Ein Wein mit viel Tiefsinn und hohem Niveau. Ganz so wie sein Macher, jedoch ohne gefällig zu sein. Ich habe enormen Respekt vor Menschen, die solch guten, ungeschönten, Wein machen. Letztlich ist es von großer Wertigkeit, den Charakter der eigenen Weine zu stärken und diesen auch zu akzeptieren. Ich bin mir sicher, dass sich sein Vater wie auch sein Großvater entspannt zurücklehnen und mit Stolz die Weine von Oliver genießen. Ausdrucksstarke Weine vertragen ganz gut einen Typen mit Charakter, einen Typen wie Oliver.

Ach ja… letztlich liegt nun der „2018er Weißburgunder Tradition“ im Glas. Der Stoff aus dem der formidable Sekt gemacht wird und ein Wein, der die Leidenschaft, seines Machers für Burgunderweine erkennen lässt. Die besten Lagen rund um Herxheim, geprägt von kalkhaltigen, teilweise mit Lehm und Ton vermischten Böden sind nahezu perfekt für große Burgunderweine. Elegant schmeicheln die mineralischen Noten. Die Nase erspürt ganz fein Noten von Aprikose und Pfirsich mit einem Touch Zitrus und einer leichten Holzwürze. Der Gaumen spürt die fein-große Eleganz und hält fest, was einfach auf die große Bühne gehört. Chapeau! Chapeau! So muss ein großer Weißburgunder sein.

Die tiefgründigen und kalkhaltigen, Böden rund um Herxheim bilden die Grundlage der leidenschaftlichen Arbeit von Familie Gabel. Entstanden sind diese Böden vor rund 25 Millionen Jahren durch das Vordringen des tropischen Meeres in den Rheingraben. Heute verleihen sie allen Rieslingen und Burgundern Spannung und Mineralität. Es ist eben Tradition und Vitalität die Oliver Gabel lebt, es ist Familiensinn und Lebensfreude die ihn prägt und es sind die Geister der langen Tradition, welche ihn in sich ruhen lassen und ihm viel Raum geben für Neues.

Weine mit Ecken und Kanten - Caro Bergdolt / von Reinhart S. Lang für "Lust auf Weingut"Jede Begegnung mit Caro Bergdolt...
03/04/2020

Weine mit Ecken und Kanten - Caro Bergdolt / von Reinhart S. Lang für "Lust auf Weingut"

Jede Begegnung mit Caro Bergdolt fasziniert und nimmt sogleich gefangen. Eine bodenständig-kreative Winzerin, fürsorglich-engagierte Mutter, ein Bauchmensch mit viel Empathie, freundlich und sympathisch, klar und strukturiert, tonangebend ohne zu strapazieren, liebt leichte Perfektion anstatt leichte Kost und ist… eine von zahlreichen Frauen in einer Männerdomäne, noch dazu eine, die ein erstklassiges Weingut führen und Zukunft gestalten kann.
Zunächst bewegte sie sich ganz weit weg von nett, weg vom Familienbetrieb. Machte eine kaufmännisch-fundierte Ausbildung, ging raus in die weite Welt und durfte große wie auch kleine Luftzüge schnuppern. Konnte mit allen Sinnen die Weiten von Neuseeland erspüren und auf deren Weingütern hantieren. War in Berlin Regieassistentin und arbeitete zugleich auch im Weinhandel. Es folgte ein Weinbau-Studium in Geisenheim – und die Rückkehr nach Duttweiler. Hier ist Familie, Heimat und ganz viel Tradition, welche bis ins Jahr 1754 reicht. Es ist gerade diese Tradition, die verzweifeln lässt aber auch Herausforderungen schafft. Tradition bietet auch ein wertvolles und tief verwurzeltes Fundament. Caro Bergdolt kann gut umgehen mit dieser Tradition und bekennt, dass man daraus lernen kann ohne stur daran festzuhalten. Das Leben ist eben immer in Bewegung und bietet doch auch viel Neues.
Caro Bergdolt und ihre Familie stehen für puristische, geradlinige Weine und Sekte mit Ecken und Kanten. Sie setzen vollumfänglich auf biologischen Anbau und ökologische Bewirtschaftung. Die Burgunder, die Leidenschaft von Caro, liegen meist unter einem Gramm Restzucker und dürfen sich Zeit für ihre Entwicklung und Entfaltung nehmen.

Caro Bergdolt, 2018 zur „Aufsteiger-Winzerin des Jahres“ gekürt, zählt definitiv auch zur deutschen Sekt-Avantgarde. Seit Jahren stehen die feinperlig-eleganten Sekte vom Weingut Klostergut St. Lamprecht konsequent an der Spitze der deutschen Sekt-Erzeuger. Auch die Weißburgunder und Rieslinge sind reich an Finesse und Reifepotenzial. Klar! Die charakterstarken Weine und Sekte aus dem Weingut sind nichts für zwischendurch, sondern immer für die großen und bedeutenden Momente des Lebens.
Überzeugend wie seine Kreateurin ist der starke, sehr komplexe „2012 Fluxus extra brut“. Fünf Jahre Hefelager geben dem Sekt eine feine Perlage. In der Nase kitzelt es in allen Facetten nach gelben Früchten gepaart mit Aprikose. Und dann die Spur mehr… einen leicht cremigen Touch von Brioche.
Die Weißburgunder sind ganz geradlinig, konsequent und trocken ausgebaut. Ein vorzüglicher Tropfen ist das große Gewächs „2017 Kirrweiler Mandelberg Weißburgunder“. Die Nase wird bereichert von Aromen nach Steinobst, Zitrusfrüchten und Kräutern. Am Gaumen tänzelt die saftige Frucht, zarte Mineralität und ein guter Schmelz. Chapeau!
Es war ein spannend-schönes Erlebnis, einer Winzerin zu begegnen, die der Tradition neue Farben hinzufügt ohne sich zu verbiegen. Die ihren Weinen jene Zeit gönnt, die sie zur Entwicklung brauchen. Sie sind eben zum Genießen. Es sind Weine mit Ecken und Kanten.

Coronazeit ist unbedingt auch Weinzeit. Rheinhessenwein ist mehr als… nur cool! / von Reinhart S. LangEs ist nun auch di...
03/04/2020

Coronazeit ist unbedingt auch Weinzeit. Rheinhessenwein ist mehr als… nur cool! / von Reinhart S. Lang

Es ist nun auch die Zeit zum Reden, zum Lachen, zum Zuhören. Zeit verbindet und ist ein kostbares Geschenk. Von heute auf morgen veränderte sich der tägliche Ablauf, wir müssen unseren Alltag neu gestalten und lernen uns neu zu organisieren. Die Welt steht Kopf, wir wissen nicht wie lange. Was danach kommt, lässt sich nur erahnen.
Ganz sicher umarmt guter Wein dabei unsere Seele. Also… nicht Klopapier sondern guten Wein hamstern.
Kürzlich bin ich in einem Weinhandel fast über eine Palette Riesling der Lage Burg Layer an der Nahe gestolpert. Diese Lage ist bekannt für ausdrucksstarke Weine. Noch während meine Nase von Pfirsich und Grapefruit des 2018 Riesling feinherb dominiert wird, kommen in mir Erinnerungen an den Weinskandal 1985 hoch, welcher auch einen Wandel im Weinbau folgen ließ. Und fast unbemerkt fand seither auch ein Generationswechsel, in dessen Verlauf gar eine Revolution, statt. In den letzten 15 Jahren sind aufmerksame Weinkenner und Weinenthusiasten Zeugen einer faszinierend-spannenden Bewegung geworden, in deren Folge Weine aus Deutschland völlig unbekümmert gepaart mit einer satten Portion Selbstbewusstsein die großen Bühnen der Weinwelt eroberten. Weine von deutschen Weinkreateuren genießen seit einigen Jahren internationale Wertschätzung und finden immer häufiger beste Positionen in der Spitzengastronomie. Die Begrifflichkeiten „Generation Riesling“, „Jungwinzer“ oder „Weinkreateur“ sind en vogue.

Diese neue, kreative und teils wilde Generation von Weinmachern, die sich als Nachwuchs aus etablierten Weingütern oder auch als passionierte Seiteneinsteiger bereichert mit einer prächtigen Ausbildung an Weinhochschulen und zahlreichen Praktika in renovierten Weingütern in aller Welt, faszinieren gerade völlig nonchalante die Weinwelt.

Es ist eine Generation, welche die Mauern und Tore einreißt und leidenschaftlich mit Kollegen Wissensaustausch, weit entfernt von Konkurrenzdenken, betreibt. Kluges Weiterentwickeln ohne die Tradition zu verbannen, sowie das Justieren an perfekter Qualität ist Programm. Sie bauen die Weine trockener, schlanker und naturnaher aus. Es ist jene junge Generation, die zu einer treibenden Kraft in Deutschland geworden ist. Insbesondere an ihnen vermag man auch die Trends für die Weinszene auszumachen. Dieser gewaltigen Begeisterung und Energie ist es zu verdanken, dass die Welt der Weinfreunde größer geworden und der deutsche Wein ein nachhaltiges, lebenswertes Kulturgut geworden ist, das sicherlich nicht nur bei mir die Lebensfreude, auch in Krisenzeiten, so ungemein steigert. Chapeau und danke dafür.

Für die neue Broschüre „Lust auf Weingut Rheinhessen“ habe ich jene Protagonisten ausgewählt, die diese neue Generation repräsentieren, für den spürbaren Imagewandel der Weinbauregion Rheinhessens sorgen und deren Weine so brachial-leidenschaftlich meine Sinne bereichern. Und… definitiv! Gegenwärtig ist keine andere deutsche Weinbauregion so angesagt wie Rheinhessen.

Es sind Jens & Katja Bäder, Katharina Wechsler, Nico Espenschied, Alexander Gysler, Tobias Knewitz, Alexander Baumann, Jochen Dreisigacker, Christian und Stefan Braunewell und, und, und… die derzeit mit ihren Weinen auf den Bühnen der Weinwelt den Weinrock tanzen.

Also… in den nächsten Tagen werde ich diese Typen auch hier beschreiben.

Bleibt cool in dieser unruhigen Zeit und genießt Wein.

Die neuen Broschüren „Lust auf Weingut“ und „Finest Golf“ sind in Position und kostenfrei erhältlich
21/03/2020

Die neuen Broschüren „Lust auf Weingut“ und „Finest Golf“ sind in Position und kostenfrei erhältlich

Die Pfalz - Ein „must have“ - Weine, Weinkultur & WeinkreateureFür manche achsowichtigen Genussjünger ist der Kräuterlik...
14/03/2020

Die Pfalz - Ein „must have“ - Weine, Weinkultur & Weinkreateure

Für manche achsowichtigen Genussjünger ist der Kräuterlikör Stichpimpulibockforcelorum das Nonplusultra für den Einstieg in die Traumwelten. Andere suchen ihr Glück im Keks und vertrauen deren Wahrsagung. Doch der wahre Stoff, aus dem die Träume sind, ist der Wein. Wein ist eben nicht nur eine banale oder zu vernachlässigende Flüssigkeit, die immer und überall gleich schmeckt. Es gibt definitiv kein anderes Getränk und auch kein anderes Genuss- oder Lebensmittel auf der Welt, das in so ungeheuer zahlreichen Varianten angeboten wird. Genuss- und Marketingexperten bereitet das Kopfschmerzen, Sommeliers, Weinritter und Weinfreunde hingegen ganz häufig viel Anlass zu Freude und Vergnügen. Sicher ist auch, dass Wein nicht einfach mal so aus einem luftleeren Raum oder einem tristen Himmel kommt. Wein… wächst an besonderen Orten und in besonderen Naturlandschaften, oft schon seit Jahrhunderten. Über Generationen hat man seinen An- und Ausbau verfeinert. Wein ist voll behaftet mit mannigfach-bunten Geschichten und öffnet Augen für herrlich-schöne Landschaften und die Herzen für neue und ganz besondere Freundschaften.

Schon zu den Zeiten der Römer wurden viele und heute bekannte Lagen der Pfalz mit Reben bepflanzt. Einzelne Weinmacher begriffen, dass Wein anders duftet und schmeckt, wenn er von einer anderen Lage, einer anderen Region und auf einem anderen Boden wurzelt. Aus Frankreich schickt der bekannte Winzer Bruno Prats aus dem Medoc seinen Kollegen der Pfalz seine ganz spezielle Definition: „Terroir erfasst alle natürlichen Voraussetzungen, die die Biologie des Weinstocks und demzufolge die Zusammensetzung der Traube selbst beeinflussen. Doch der jung-wilde wie auch kreative Pfälzer Weinkreateur mag sich besonders gern den Worten von Robert Parker anschließen „Terroir muss man sich vorstellen wie Salz, Pfeffer und Knoblauch. In vielen Gerichten bilden diese Gewürze eine unentbehrliche Komponente, die ihnen wundervolles Aroma und Charakter verleiht. Für sich allein dagegen bringt man sie meist kaum runter“.

Dass die Pfalz verdammt nah an Frankreich lehnt lässt sich in den facettenreich-bunten Reblandschaften erkennen und im Glas erschmecken. Bei den Roten setzen die Pfälzer Weinkreateure auf Merlot, Cabernet Sauvignon, Pinot Noir oder auch Syrah. Chardonnay, Cabernet Blanc und Sauvignon Blanc stehen dem berühmten Riesling oder einer Scheurebe gut zur Seite und gewinnen immer häufiger viel Prestige auf internationalen Bühnen. Pfälzer Weinmacher zaubern, kreieren und gestalten mittlerweile Weine, die häufig auch französische Vorbilder in den Schatten stellen.

Und ganz sicher… Pfälzer Winzer sind tolle Charaktere, liebenswerte Mitmenschen und charmante Gastgeber. Soviel Gastlichkeit, so viel genüsslicher Stoff für wundervolle Träume machen die Pfalz zum „Must have“!

Adresse

Annastraße 2
Ober-Abtsteinach
69518

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