24/09/2024
Am 28. September wird im religiösen Zentrum aller Armenier, im heiligen Etschmiadzin, das Salböl (Chrisam) geweiht.
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Historie der Myronweihe bei den Armeniern
Gemäß der Tradition der Armenischen Apostolischen Kirche wurde das von Christus gesegnete Öl vom Heiligen Apostel Thaddäus nach Armenien gebracht. Eine weitere Überlieferung verbindet das armenische Myron mit dem heiligen Salböl, das der Prophet Moses zubereitete und dessen Wirkung bis in die Zeit Jesu reicht. In einigen Manuskripten, die sich mit der Herkunft des Myrons befassen, wird berichtet, dass die Israeliten das von Moses bereitete Öl ins Gelobte Land brachten und es im Allerheiligsten des Tempels aufbewahrten. Später, so die Erzählung, nahm Elisabeth, die Frau des Priesters Zacharias, dieses Öl mit sich, als sie mit ihrem Sohn Johannes (dem Täufer) vor dem Kindermord floh, um ihn zu schützen.
Den Evangelien zufolge goss eine Frau in Bethanien, im Haus Simons des Aussätzigen, dieses Öl auf den Kopf Jesu. Eine weitere Quelle dieser Überlieferung findet sich in der Geschichte des Yeghrdut- oder Shishyugho-Klosters, das an jener Stelle errichtet wurde, an der der Apostel Thaddäus das Fläschchen mit dem Öl verborgen haben soll.
Obwohl es verschiedene Überlieferungen gibt, stimmen alle darin überein, dass der Apostel Thaddäus das Öl nach Armenien brachte. Mit diesem gesegneten Öl salbte er den kranken König Abgar, der daraufhin geheilt wurde. Anschließend begab sich Thaddäus nach Taron, wo er das heilige Öl unter einer immergrünen Birke vergrub. Jahrhunderte später offenbarte Gott dem Heiligen Gregor dem Erleuchter in einer Vision den genauen Ort dieses Verstecks. Gregor mischte daraufhin das wiedergefundene Öl in das erste Myron, das er segnete.
Diese Tradition hat sich bis heute fortgesetzt: Bei jeder Myronweihe mischen die Katholikoi einen Teil des zuvor geweihten Myrons in das neue Öl. Auf diese Weise werden die heiligen Gaben des alten Myrons stets auf das neue übertragen und bleiben durch die Jahrhunderte hindurch erhalten.