18/08/2026
Kräuterbuschen – die letzte große Sammelzeit beginnt
Morgen, am 15. August beginnt mit Mariä Himmelfahrt eine besondere Zeit im Kräuterjahr.
Die Tage zwischen dem 15. August und dem 8. September, Mariä Geburt, nennt man den „Frauendreißiger“. Früher galt diese Zeit als letzte große Kräutersammelzeit für den Wintervorrat.
Zu Beginn dieser Zeit erntete man von jeder Pflanze, die man das Jahr über verwendet hatte, ein Stück. Beim Ernten bedankte man sich für ihre Hilfe und ihre laufende Unterstützung.
Diese Pflanzen wurden zu einem Strauß gebunden und danach geweiht, in der Kirche, im Freundeskreis oder in einer Zeremonie zu Hause.
So wurde jede Pflanze gesegnet. Und durch sie, so glaubte man, auch alle Pflanzen ihrer Gattung.
In die Mitte des Kräuterbuschens kam die Königskerze, die Muttergotteskerze. Sie diente in der dunklen Zeit als Fackel.
Dazu kamen viele weitere Pflanzen:
🍃 Majoran – ein Grippemittel, fördert die Verdauung
🍃 Ysop – ein klassisches Stärkungs- und Durchhaltemittel, fördert die Konzentration
🍃 Schafgarbe – blutstillend, muskelentspannend, bei Frauenleiden
🍃 Rosen – stehen für Liebe und Harmonie
🍃 Eisenkraut – konzentrationsfördernd, soll bei schwierigen „Amtsgängen“ helfen
🍃 Ringelblumen – gelten als generelles Heilmittel
🍃 Tausendgüldenkraut – für Leber und Galle, gegen Fieber
🍃 Getreideähren – Nahrung und Brot
🍃 Salbei – desinfizierend, reinigt die Luft
🍃 Fenchel – bei Husten und Blähungen
🍃 Baldrian – beruhigend und entkrampfend
🍃 Johanniskraut – Allroundmittel
🍃 Wegwarte – bei Leberleiden, unterstützt die Blutbildung
🍃 Taubnessel – entzündungshemmend, stärkend bei Anämie
🍃 Weidenröschen – bei Prostataleiden
🍃 Wermut – für die Leber und bei Parasiten
🍃 Geißfuß – Heilmittel bei Gicht und Rheuma
🍃 Hirtentäschelkraut – blutstillend, blutdruckregulierend
🍃 Beifuß – bei Frauenleiden, energetischer Schutz
🍃 Brennnessel – reinigt und kräftigt unseren Körper
Der Kräuterbuschen wurde früher unter dem Dach als Blitzschutz aufgehängt.
Bei Gewitter verbrannte man etwas davon im Herdfeuer. Bei Krankheit gab man Mensch und Vieh etwas aus dem Buschen. Während der Rauhnächte wurde er verräuchert, um das Dunkel der langen Winternächte aus der Behausung zu verbannen.
Ein altes Ritual, das zeigt: Pflanzen waren für unsere Vorfahren nicht nur Heilmittel. Sie waren Begleiter, Schutz und Teil des Jahreskreises.
Deine Eunike Grahofer