04/10/2026
Tierschutz beginnt damit, Leid zu verhindern. Aber guter Tierschutz geht weiter!
Welttierschutztag – Tierschutz beginnt eigentlich in unserer Beziehung zum Tier. 🦙💚
Tierschutz bedeutet für mich weit mehr als ausreichend Futter, eine artgerechte Haltung und tierärztliche Versorgung. Es geht auch darum, wie wir Tiere wahrnehmen, welche Erwartungen wir an sie stellen und wie wir mit ihnen umgehen.
Genau darum geht es in mehreren Kapiteln meines Buches "In Harmonie mit unseren Haus- und Weidetieren":
Kapitel 3 beschäftigt sich mit tiergestützter Arbeit und der Frage, wie Begegnungen so gestaltet werden können, dass nicht nur die Wünsche der Menschen zählen. Tiere sollen mitbestimmen und sich auch zurückziehen dürfen. Jedes Individuum hat seine eigenen Grenzen – und diese gilt es zu respektieren.
Kapitel 4 widmet sich unserem Mindset: Welche Erwartungen und Vorstellungen projizieren wir auf ein Tier und auf uns selbst? Was soll es für uns tun und wie soll es sich verhalten? Gerade unbewusste und unrealistische Erwartungen können Leid verursachen. Deshalb beginnt Tierschutz auch mit Selbstreflexion und dem Anerkennen des Tieres als Individuum.
Kapitel 5 handelt von Bindung. Eine gute Beziehung entsteht dort, wo ein Tier Sicherheit und Schutz erfährt, seine Körpersprache wahrgenommen wird und darauf reagiert wird. Werden dagegen Grundbedürfnisse oder Signale ignoriert, entsteht körperlicher und psychischer Stress.
Und Kapitel 6 widmet sich dem Training – denn auch Training ist Tierschutz. Ein Tier auf notwendige Situationen wie Halftern, Zehennägelschneiden, Schur oder medizinische Untersuchungen und Behandlungen vorzubereiten, kann Angst und unnötigen Stress verhindern. Ein Tier, das gelernt hat, solche Maßnahmen ruhig zuzulassen, muss im Ernstfall weniger Zwang und Stress erleben. Denn eine Erkrankung oder Verletzung und die damit verbundene medizinische Behandlung sind für ein Tier oft schon belastend genug. Ist es zusätzlich nicht darauf vorbereitet, angefasst, untersucht oder behandelt zu werden, verdoppeln wir gewissermaßen den Stress – durch die Erkrankung selbst und durch unsere notwendige Behandlung.
Tierschutz beginnt damit, Leid zu verhindern. Aber guter Tierschutz geht weiter: Er bedeutet, Tiere als Individuen wahrzunehmen, ihre Bedürfnisse und Grenzen zu respektieren und ihnen dort, wo es möglich ist, Wahlmöglichkeiten und Selbstbestimmung zuzugestehen.