03/06/2026
DER SCHMIED von STRASSBURG
Nachdem ich Euch gestern die Heubrücke zeigte, will ich Euch heute zu einer kleinen Geschichte auf die Insel Schütt mitnehmen.
Es war im Jahr 1603, als ein fahrender Schmied aus Strassburg seine Schmiede auf der Schütt aufschlug. Er war gekommen um den Nürnberger Schmieden und Schlossern die Ambosse zu härten. Eine wirklich extrem schwere Arbeit! Die einzige Hilfe war ihm dabei seine Frau. Sie betrieb den Blasebalg und half bei den vielen Kleinigkeiten, aber die schweren Ambosse bewegte der Schmied, zu großen Verwunderung aller, ganz allein.
Aber neben seiner übermenschlichen Kraft, erstaunte zunächst auch seine naive Sorglosigkeit. Denn wenn er mit der Arbeit fertig war, ging er mit seiner Frau ins Wirtshaus und ließ alle seine Habseligkeiten unbewacht, auf der Schütt zurück.
"Hey, kennt ihr in Strassburg keine Diebe? Wird bei euch denn nichts gestohlen? Das muss ja eine paradiesische Stadt sein!"
Doch der Schmied und seine Frau grinsten nur.
Aber wie es dann wohl kommen musste, waren wirklich bald alle wertvollen Dinge der Schmiede gestohlen.
Aber der Strassburger Wanderschmied war mit den schwarzen Künsten vertraut.
Während er und seine Frau, nun zur Schadenfreude vieler, vor der leeren Schmiede standen und sich manch belehrenden Kommentar anhören musste, geschah etwas seltsames.
Nach und nach kamen aus allen Himmelsrichtungen Menschen, wie unter einem Zwang oder Bann stehend, und ob sie wollten oder nicht, sie mussten die gestohlenen Sachen in der Schmiede wieder zurück legen.
Was für eine Kunst! Eine Begabung die wohl jeder gern hätte. Oder was meint Ihr?
Ich wünsche Euch auf allen Fälle eine schöne und erholsamen Dienstagabend und verlernt das Staunen nicht.
Euer Geschichtenerzähler
Marco Kirchner
www.geisterwege.de