16/09/2026
Im Integrationskreis am Ende der Atemreisenwoche hat eine Teilnehmerin gefragt, woher der Körper eigentlich weiss, dass er wieder atmen muss. Ich bin so ins Schwärmen gekommen, dass ich mich selber reden hörte.
Es läuft über das Kohlendioxid. Wir atmen Sauerstoff ein und CO2 aus. Halten wir den Atem an, sammelt sich das CO2 im Blut und steigt, bis Sensoren im Hirnstamm die Veränderung melden. Von dort geht der Befehl ans Zwerchfell, diesen grossen Atemmuskel unter den Rippen. Halten wir weiter an, beginnt es von selbst zu zucken. Diese Kontraktionen kommen, ob man will oder nicht.
Wichtig, falls das jemand ausprobieren möchte: Atem anhalten wird nie allein im Wasser geübt, auch nicht in der Badewanne. Bei zu wenig Sauerstoff kann man ohnmächtig werden, deshalb immer nur mit jemandem, der dich sieht.
Beim Apnoetauchen fand ich die Kontraktionen die ersten Male sehr unangenehm. Dieses Ziehen im Bauch und der Gedanke, was passiert jetzt gleich mit mir. Inzwischen sind sie mir vertraut. Wenn sie kommen, stelle ich mir vor, wie ich ganz weit werde. Dann geht die Welle durch, und dahinter beginnt eine ruhige Phase, in der ich noch einmal lange halten kann.
Verändert hat sich vor allem die Angst. Aus «was passiert jetzt» wurde ein Wissen: Mein Körper kann damit umgehen.
Wie ist das bei dir, wenn dein Atem knapp wird?