18/08/2026
Um die auffälligen Schabemarken an der Südseite der Marienkirche ranken sich etliche Geschichten und Legenden, die auch gerne bei Stadtführungen zum besten gegeben werden. Weise Frauen rieben Kräuter zu medizinischen Zwecken. Auswanderer nach Russland im 18. Jahrhundert nahmen abgeschabten Staub mit als Erinnerung an die alte Heimat. Im Reich der Sagen und Legenden dürfte die Geschichte des Pfarrers angesiedelt sein, der so schlecht Orgel spielte, dass er seine Seele an den Teufel verkaufte, wenn er 10 Jahre schön orgeln könnte. Am Tag der Einlösung versteckte sich der Pfarrer in der Kirche, in die der Teufel nicht hinein konnte. Der Teufel bekam einen Wutanfall und zerkratzte die Pfeiler. In einem alte Zeitungsartikel des Büdinger Allgemeiner Anzeiger von 18. März 1913 stellt sich Geheimrat Dr. Mohr die Frage nach der Entstehung dieser Schaberinnen. Ihm war zu Ohren gekommen, dass Bauern ihre Sensen und Sicheln daran wetzten oder vielleicht Soldaten Säbel um den Geräten göttlichen Segen zu verschaffen. Um Vergleiche mit anderen Kirchen zu finden, forderte er die geneigten Leser auf, sich an seiner Recherche zu beteiligen. Schon am 22. März des selben Jahres konnten neue Erkenntnisse präsentiert werden. Dr. Fritz Becker erinnerte sich, dass er in den 1880er Jahren an der Hauptversammlung der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine in Worms teil nahm. Prof. Dr. Steche von der Kunstakademie in Dresden unternahm mit einigen Teilnehmern der Versammlung Stadtrundgänge, wohl besonders gerne an den Wormser Dom, auf denen der Professor einiges zu erzählen hatte. Besonders angetan hatten es ihm dabei rillenartige Einschnitte am Sockel des Doms und an anderen Orten, die denen an der Büdinger Marienkirche stark ähnelten. 📌 ... weiter in den Kommentaren ... 📌