21/06/2026
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Pressemitteilung
20. Juni 2026
Archäologische Entdeckung am Gebel el-Teir in Minya liefert neue Erkenntnisse zur altägyptischen Grabarchitektur
Zwei Gräber aus der Frühdynastischen Zeit sowie Bestattungen aus der prädynastischen und der Spätzeit entdeckt
Im Zuge archäologischer Ausgrabungen in der Region Gebel el-Teir im Gouvernement Minya hat eine ägyptische Ausgrabungsmission des Obersten Rats für Altertümer zwei Gräber aus der frühdynastischen Zeit sowie mehrere Bestattungen aus der prädynastischen Epoche und der Spätzeit freigelegt.
Der ägyptische Minister für Tourismus und Altertümer, Sherif Fathy, erklärte, dass dieser Fund eine bedeutende Erweiterung der Liste archäologischer Entdeckungen in Ägypten darstelle. Die neuen Erkenntnisse lieferten wichtige Hinweise auf die Entwicklung der altägyptischen Grabarchitektur im Verlauf der verschiedenen Epochen.
Dr. Hisham El-Leithy, Generalsekretär des Obersten Rats für Altertümer, erläuterte, dass das erste Grab zu den seltenen architektonischen Entdeckungen gehöre und sich durch ein außergewöhnliches bauliches Konzept auszeichne. Das zweite Grab entspreche diesem Modell weitgehend und befinde sich in einem besonders guten Erhaltungszustand.
Erste Untersuchungen zeigen zudem eine auffällige Ähnlichkeit zwischen den neu entdeckten Gräbern und dem berühmten Grab von König Den in Abydos. Dies unterstreicht die archäologische Bedeutung der Region Gebel el-Teir und bestätigt ihre Rolle als bedeutende Nekropole, die vom prädynastischen Zeitalter bis in die Spätzeit kontinuierlich genutzt wurde.
Mohamed Abdel Badi, Leiter der Abteilung für ägyptische Altertümer, erklärte, dass das erste Grab durch eine nach oben hin abnehmende Wandstärke gekennzeichnet sei: Die Mauern sind an der Basis besonders massiv und werden zur Spitze hin zunehmend dünner. Dieses Bauprinzip könnte eine frühe Entwicklungsstufe des ingenieurtechnischen Denkens darstellen, aus der sich später die Stufenpyramide und schließlich die klassische Pyramidenform entwickelten.
Er ergänzte, dass das Grab vermutlich in späteren Epochen als Steinbruch genutzt wurde, um seine Steinblöcke zu gewinnen. Dennoch blieben wichtige bautechnische Details erhalten, darunter Spuren oxidierter Markierungslinien, die die präzisen Methoden des Steinzuschnitts erkennen lassen. Außerdem wurden massive Holzbalken entdeckt, die zur Stabilisierung der Wände dienten – einige verliefen über die gesamte Wandlänge, andere bestanden aus einzelnen geraden Holzelementen.
Das zweite Grab befindet sich südlich des ersten und weist nahezu denselben architektonischen Aufbau auf. Da es jedoch nicht als Steinbruch genutzt wurde, sind seine baulichen Elemente deutlich besser erhalten.
Dr. Sami Dardiri, Leiter der Ausgrabungsmission und Direktor der Zentralverwaltung für Altertümer Mittelägyptens, teilte außerdem mit, dass ein Teil einer prädynastischen Nekropole freigelegt wurde. Dort fanden sich Hockerbestattungen, deren Verstorbene in Reste von inzwischen zersetzten Pflanzenmatten eingewickelt waren. Neben einigen Bestattungen wurden Keramikgefäße mit schwarzem Rand entdeckt, die in die Naqada-II- und Naqada-III-Periode datiert werden können.
Darüber hinaus wurden mehrere Einzel- und Gemeinschaftsbestattungen freigelegt. Einige befanden sich in den Überresten stark zersetzter Holzsärge und werden wahrscheinlich der Spätzeit zugeordnet. Dies bestätigt, dass das Gebiet über mehrere aufeinanderfolgende historische Epochen hinweg als Begräbnisstätte genutzt wurde.
Die archäologischen Arbeiten an der Fundstelle werden fortgesetzt, um weitere Geheimnisse dieses bedeutenden Ortes ans Licht zu bringen.