Die längste Burg der Welt - The longest castle in the world

Die längste Burg der Welt - The longest castle in the world Burghausen und seine Burg - 1.000 Jahre alt, über 1.000 Meter lang. Die längste Burg der Welt. The longest castle in the world

Burghausen and its castle:
1,000 years old, over 1,000 meters long. Die längste Burg der Welt thront in Burghausen in Oberbayern über der mittelalterlichen Altstadt und dem wunderschönen Urstromtal der Salzach. Sie misst 1.051 Meter Länge und war erstmals im Guinness-Buch der Rekorde 2010 verzeichnet. Burghausen und seine Burg: 1.000 Jahre alt, 1.000 Meter lang.

28/09/2026
🚂 6   Die Industrie wächst – und die Bahn muss mitwachsen.Die Bahnstrecke Tüßling–Burghausen ist heute weit mehr als ein...
27/09/2026

🚂 6 Die Industrie wächst – und die Bahn muss mitwachsen.

Die Bahnstrecke Tüßling–Burghausen ist heute weit mehr als eine Verbindung für den Personenverkehr.

Sie ist eine wichtige Lebensader für den Industriestandort Burghausen. Vor allem das enorme Güteraufkommen der Chemie- und Industrieunternehmen macht die Strecke zu einer bedeutenden Güterverkehrsverbindung.

Betrieben wird die Infrastruktur heute von der DB RegioNetz Infrastruktur GmbH im RegioNetz Südostbayernbahn.

Seit 2015 wurde die Infrastruktur im Rahmen des „Masterplans Schiene Chemiedreieck Bayern“ schrittweise modernisiert.

Doch die eigentliche Herausforderung liegt noch vor der Bahn.

⚡ ABS 38 – die Bahn soll fit für die Zukunft werden

Mit der Ausbaustrecke ABS 38 München–Mühldorf–Freilassing/Burghausen steht eines der wichtigsten Bahn-Infrastrukturprojekte Südostbayerns auf dem Programm.

Die Strecke soll leistungsfähiger werden. Dazu gehören insbesondere zusätzliche Gleise und die Elektrifizierung.

Ein entscheidender Abschnitt ist die Verbindung Mühldorf–Tüßling. Hier wird seit 2015 zweigleisig ausgebaut. Auch die Elektrifizierung ist vorgesehen.

Für Burghausen ist das besonders wichtig.
Denn die Strecke ist heute nicht elektrifiziert. Für den Güterverkehr bedeutet das zusätzliche betriebliche Aufwendungen und insbesondere bei durchgehenden Transporten entsprechende Traktionswechsel.
Eine durchgehende Elektrifizierung würde diese Wechsel vermeiden und den Güterverkehr schneller, effizienter und wirtschaftlicher machen.
Zudem sind zusätzliche Ausweichstrecken notwendig.

🚆 Mehr Bahn für den Personenverkehr
Doch die geplanten Veränderungen betreffen nicht nur die Industrie.
Auch für die Menschen in Südostbayern soll die Bahn attraktiver werden.

Ein wichtiges Projekt dabei ist die „Walpertskirchener Spange“.
Dabei handelt es sich um eine rund 9 Kilometer lange, eingleisige und elektrifizierte Neubaustrecke, die bei Obergeislbach von der Strecke München–Mühldorf abzweigen und nach Erding führen soll. Damit wird eine neue Verbindung zum Flughafen München geschaffen.

Die Walpertskirchener Spange ist Teil des größeren Projekts „Erdinger Ringschluss“. Zusammen mit den weiteren vorgesehenen und bereits laufenden Streckenabschnitten soll dadurch eine bessere Bahnverbindung zwischen dem Flughafen, Erding und dem südostbayerischen Raum entstehen.

Die Region Burghausen/Mühldorf könnte dadurch wesentlich besser an den Flughafen München angebunden werden.

Allerdings ist dafür noch ein weiterer wichtiger Schritt notwendig: Die Strecke Mühldorf–Markt Schwaben muss ebenfalls elektrifiziert und leistungsfähiger ausgebaut werden. Erst dann wäre eine durchgehende Zugverbindung von Mühldorf beziehungsweise Burghausen bis zum Flughafen ohne zusätzlichen Umstieg möglich.
Bis dahin bleibt der Ringschluss ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einem leistungsfähigeren Bahnnetz für Südostbayern.

🏭 Mehr Bahn für die Industrie

Für Wacker, OMV und die zahlreichen weiteren Unternehmen des Chemiedreiecks ist eine leistungsfähige Bahnverbindung von enormer Bedeutung.

Denn hier geht es nicht um ein paar Güterzüge am Tag. Es sind ca. 20 Güterzüge pro Werktag.

Auf der Strecke treffen Personenverkehr und ein außergewöhnlich hoher Güterverkehr aufeinander.
Die alte, eingleisige Strecke von 1897 muss heute Aufgaben erfüllen, für die sie ursprünglich niemals gebaut wurde.
Und genau deshalb wird der Ausbau immer wichtiger.

📦 Auch das KombiTerminal soll wachsen

Parallel zum Ausbau der Strecke soll auch das KombiTerminal Burghausen weiterentwickelt werden.

In einer dritten Ausbaustufe sind unter anderem vorgesehen:

➡️ zwei zusätzliche Abstellgleise
➡️ ein Umfahrungsgleis
➡️ ein größeres Dispositionsgebäude
➡️ eine verlängerte Ladefläche von rund 640 Metern

Auch die Elektrifizierung des Terminals ist vorgesehen – im Zusammenhang mit der Elektrifizierung der Strecke und des Wacker-Werksbahnhofs.

🚂 1897 – 1915 – 1968 – und dann?

1897 kam die Eisenbahn nach Burghausen.

1915 begann mit Wacker das industrielle Zeitalter.

1968 wurde der Güterverkehr mit dem neuen Werks- und Rangierbahnhof noch stärker auf die Industrie ausgerichtet.

Und heute steht die nächste große Veränderung bevor:
Die Eisenbahn soll elektrischer, leistungsfähiger und stärker werden.

Damit schließt sich ein Kreis.
Die Strecke, die einst gebaut wurde, um Menschen nach Burghausen zu bringen, ist heute eine der wichtigsten Verkehrsadern des Industriestandortes.

Sie transportiert Menschen.
Sie transportiert Rohstoffe.
Sie transportiert Produkte.

Und sie verbindet Burghausen mit einem immer größeren europäischen Verkehrsnetz.

Jetzt muss die Politik dafür sorgen, dass die Bahn mit dieser Entwicklung Schritt halten kann.

Foto: Georg Reisinger

☀️ Prächtiges Frühherbstwetter - alles hat sich herausgeputzt für eine angenehme Zeit in Burghausen.Foto: Georg Reisinge...
27/09/2026

☀️ Prächtiges Frühherbstwetter - alles hat sich herausgeputzt für eine angenehme Zeit in Burghausen.

Foto: Georg Reisinger

☀️1  Sonnenuhren in Burghausen Zeit auf der BurgBevor Zeigeruhren, Batterien und Funkuhren unseren Alltag bestimmten, ve...
27/09/2026

☀️1 Sonnenuhren in Burghausen

Zeit auf der Burg

Bevor Zeigeruhren, Batterien und Funkuhren unseren Alltag bestimmten, verriet der Schatten der Sonne die Stunde. Auch auf der Burg Burghausen findet sich ein solcher Zeitzeuge.

Im 5. Vorhof der Burg – dem größten der fünf Vorhöfe und einst der Hauptzufahrt über das Christophstor – steht ein kleiner, markanter Uhrturm aus dem 16. Jahrhundert.

Besonders interessant: Der Turm vereint zwei unterschiedliche Formen der Zeitmessung. Neben je einer mechanischen Schlaguhr auf zwei Seiten befindet sich an seiner Fassade eine Sonnenuhr.

☀️ Sonne und Mechanik unter einem Dach

Die Sonnenuhr zeigt die Zeit anhand des Sonnenstandes an. Die mechanische Uhr dagegen konnte die Stunden unabhängig vom Wetter bestimmen – und ihre Schläge weithin über den Burghof tragen.

Damit erzählt dieser kleine Uhrturm ein Stück Technikgeschichte: Traditionelle Zeitmessung durch die Sonne und die damals moderne mechanische Uhr existierten nebeneinander.

Die Sonnenuhr war vom Sonnenlicht abhängig, die Schlaguhr funktionierte auch bei Wolken und Dunkelheit. Zwei Systeme, ein Ziel: Den Menschen auf der Burg die Zeit anzuzeigen.

Heute geht man leicht daran vorbei. Dabei steckt gerade in solchen unscheinbaren Details ein Stück Geschichte der Burg – und damit der „längsten Burg der Welt“.

☀️ Wer beim nächsten Besuch im 5. Vorhof genauer hinsieht, entdeckt vielleicht nicht nur eine Uhr, sondern einen kleinen Zeugen des Übergangs von der mittelalterlichen zur mechanischen Zeitmessung.

Foto: Georg Reisinger

🏠  4. Rätsel: Leben im Schatten der längsten Burg der WeltEin wahres Dächermeer breitet sich hier vor euch aus – mitten ...
27/09/2026

🏠 4. Rätsel: Leben im Schatten der längsten Burg der Welt

Ein wahres Dächermeer breitet sich hier vor euch aus – mitten in der Burghauser Altstadt! 😍

Doch die Frage ist: Von welcher Stelle aus wurde dieses Foto aufgenommen?

A Vom Aussichtspunkt vor der Hauptburg

B Von einer Dachterrasse eines der Grüben-Häuser

C Vom Dachfenster eines Stadtplatzhauses

D Von der Messerzeile aus

Schreibt eure Antwort in die Kommentare! 👇

📸 Foto: Georg Reisinger





5  Bairisch für FortgeschritteneDie VergangenheitKein Präteritum (Reines Perfekt & Doppel-Perfekt)Grammatik: Die einfach...
26/09/2026

5 Bairisch für Fortgeschrittene
Die Vergangenheit

Kein Präteritum (Reines Perfekt & Doppel-Perfekt)
Grammatik: Die einfache Vergangenheit existiert im baierischen Dialekt nicht. Jede Vergangenheit wird immer im Perfekt ausgedrückt.
Für die Vorvergangenheit (Plusquamperfekt) nutzt man ein doppeltes Partizip („bin/hob ... gwea gwen“).

Bairisch: „Zwoa Stund bin i auf da Burg umadumgspaziert und hob ma olles oogschaut.“
Standarddeutsch: Zwei Stunden bin ich auf der Burg herumspaziert...

Bairisch: Bevor de Touristen kemma san, is da Herzog scho auf’m Aussichtsturm obn gwea gwen.
Standarddeutsch: Bevor die Touristen kamen, war der Herzog schon oben auf dem Aussichtsturm gewesen.

Bairisch: Zwoa Stund bin i auf da Burg rumglaffa und hob ma olles oogschaut.
Standarddeutsch: Zwei Stunden bin ich auf der Burg herumgelaufen und habe mir alles angeschaut.

🥉5  Bronzekunst in Burghausen FährmannStandort: Eingang „In den Grüben“, BurghausenKünstler: Dr. Albert BalthasarMateria...
26/09/2026

🥉5 Bronzekunst in Burghausen
Fährmann

Standort: Eingang „In den Grüben“, Burghausen
Künstler: Dr. Albert Balthasar
Material: Bronze, auf Muschelkalkblöcken

Das Kunstwerk
Am Eingang zur historischen Gasse „In den Grüben“ steht die Bronzefigur eines Fährmanns, aufgesockelt auf grob behauenen Muschelkalkblöcken. Das Werk erinnert an eine über Jahrhunderte prägende Erwerbsquelle der Stadt: Den Salzhandel und die Schifffahrt auf der Salzach.

Fährleute und Schiffer sorgten dafür, dass Salz und andere Güter den Fluss hinabbefördert wurden – ein Gewerbe, dem Burghausen im Mittelalter einen Großteil seines Reichtums verdankte. Die Kombination aus Bronzefigur und rohem Naturstein unterstreicht die Bodenständigkeit und Kraft, die mit diesem Berufsbild verbunden war.

Gegossen wurde die Figur, wie mehrere andere Bronzewerke der Stadt, in der Kunstgießerei Otto Strehle in Eisenfelden bei Winhöring.

🛢️ Vom Rohölfeld zur Pipeline: Wie das Erdöl nach Triest gelangtBis das Rohöl in die TAL (Transalpine Ölleitung) eingesp...
26/09/2026

🛢️ Vom Rohölfeld zur Pipeline: Wie das Erdöl nach Triest gelangt

Bis das Rohöl in die TAL (Transalpine Ölleitung) eingespeist wird, durchläuft es eine mehrstufige Kette aus maritimer Logistik und Hafenbetrieb.

Anreise per Öltanker
Das Rohöl stammt aus unterschiedlichen Förderregionen weltweit, etwa Kasastan, Lybien, Westafrika, dem Nahen Osten, Nordafrika oder den USA. Großtanker vom Typ Aframax oder Suezmax transportieren es durch das Mittelmeer bis in den nördlichsten Winkel der Adria.

Anlegen im Seehafen (Bucht von Muggia). Südlich von Triest liegt das Marine-Terminal der SIOT, der italienischen TAL-Betreibergesellschaft. Die Anlage verfügt über vier Anlegestellen an zwei Landungsbrücken und zählt zu den ältesten und größten Ölterminals im Mittelmeerraum; die Hafenkonzession läuft über 50 Jahre. Jährlich legen dort rund 500 Tanker an.

Entladung und Pumpprozess
Über bewegliche Entladearme wird das Rohöl aus den Laderäumen der Schiffe gepumpt und über dicke Rohrleitungen an Land geführt.

Zwischenspeicherung im Tanklager. ööó
Das Öl fließt zunächst in das zentrale Tanklager der SIOT in San Dorligo della Valle bei Triest. Dort stehen 32 Schwimmdachtanks mit einer Gesamtkapazität von gut zwei Millionen Kubikmetern – eines der größten Tanklager Italiens und des gesamten Mittelmeerraums. Da über 200 verschiedene Rohölsorten transportiert werden, lagert man die Öle je nach Dichte und Viskosität getrennt und mischt sie bei Bedarf.

Einspeisung in die TAL
iVon San Dorligo della Valle presst man das Öl mit Hochdruckpumpen in die eigentliche Pipeline (Durchmesser 1,02 m bzw. 40 Zoll).
Die TAL durchquert zunächst die italienische Region Friuli-Venezia Giulia, überwindet in den Alpen Höhen von über 1.500 Metern und führt durch die österreichischen Bundesländer Kärnten, Salzburg und Tirol weiter nach Bayern. Bei Würmlach in Kärnten zweigt die Adria-Wien-Pipeline ab, die die OMV-Raffinerie Schwechat versorgt. Die Hauptleitung endet in einem Tanklager bei Lenting nahe Ingolstadt und teilt sich dort in zwei Äste: Einen Richtung Karlsruhe (Baden-Württemberg) und einen Richtung Neustadt (Osten).

Bedeutung
Mit einer Gesamtlänge von 753 km zählt die TAL zu den wichtigsten Ölleitungen Europas. Sie versorgt acht Raffinerien in Österreich, Deutschland und Tschechien, deckt praktisch den gesamten Rohölbedarf Bayerns und Baden-Württembergs sowie rund 90 % des österreichischen und einen erheblichen Teil des tschechischen Bedarfs.

Bildquelle: Euronav

🚂 5   Die Raffinerie kommt 1966/67 nach Burghausen Wenn Wacker der zündende industrielle Motor war, der Burghausen ab 19...
26/09/2026

🚂 5 Die Raffinerie kommt 1966/67 nach Burghausen

Wenn Wacker der zündende industrielle Motor war, der Burghausen ab 1915 auf Wachstumskurs brachte, dann kam Mitte der 1960er-Jahre eine zweite industrielle Kraft hinzu:

Die Amerikaner brachten ein petrochemisches Werk

1962 wurde die Deutsche Marathon Petroleum GmbH gegründet. Wenige Jahre später entstand im Stastsforst, unmittelbar nördlich der Wacker-Chemie, eine Erdölraffinerie. 1966 wurde sie errichtet, 1967 nahm sie den Betrieb auf.

🛢️ Das Öl kommt durch die Alpen

Der Standort war kein Zufall.
Eine entscheidende Voraussetzung war die Transalpine Ölleitung – TAL. Sie verbindet den Hafen von Triest mit Süddeutschland und führt über Österreich bis nach Bayern. Der Bau begann im Dezember 1964; im Juni 1967 war die rund 753 Kilometer lange Pipeline fertiggestellt. Am 3. Oktober 1967 erreichte erstmals Rohöl aus Triest die bayerischen Raffinerien (Anmerkung: Über die TAL kommt eine Extra-Geschichte).

Damit erhielt Burghausen eine direkte und leistungsfähige Rohölversorgung.
Und die Lage neben Wacker war ebenfalls strategisch interessant: Raffinerie und Chemiewerk konnten sich industriell ergänzen.

🏭 Aus Öl wird Chemie

Die Raffinerie entwickelte sich nicht einfach zu einem klassischen Kraftstoffproduzenten. Der Schwerpunkt des Standortes liegt bis heute in der Petrochemie.
Aus dem Rohöl entstehen unter anderem Zwischenprodukte und petrochemische Grundstoffe wie Ethylen, Propylen und Butadien. Diese Stoffe sind wichtige Ausgangsmaterialien für zahlreiche chemische Produkte.

Damit entstand rund um Wacker und die Raffinerie ein immer dichteres industrielles Netzwerk:
Rohstoff → Raffinerie → Petrochemie → chemische Industrie → fertiges Produkt.

✈️ Kerosin für München?

Und hier wird es besonders interessant:
Ja – aus Burghausen kommt auch Kerosin für den Großraum München.

Die OMV gibt an, dass ihr Tanklager in Feldkirchen seit den frühen 1970er-Jahren die Versorgung des Großraums München mit Mineralölprodukten sicherstellt. Das Kerosin aus der Raffinerie Burghausen wird über eine direkte Pipeline zum Tanklager transportiert. Von dort wird unter anderem der Flughafen München versorgt.

🛢️ 3,8 Millionen Tonnen Rohöl

Heute verfügt der Raffineriestandort über eine Verarbeitungskapazität von rund 3,8 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr.
Diese Jahreskapazität entspricht somit ca. 27 Tankerfüllungen eines Suezmax-Schiffs. Das ist, also würden etwa zwei bis drei Riesentanker pro Monat an der Salzach anlegen 🙂

Produziert werden unter anderem Kerosin, Diesel und Heizöl. Der besondere Schwerpunkt liegt jedoch auf der Petrochemie.

1987 wechselte die Raffinerie den Besitzer: Die damalige ÖMV übernahm die Deutsche Marathon Petroleum. Heute gehört der Standort zur österreichischen OMV.

🚂🛢️ Pipeline, Bahn und Straße

Damit wird die Entwicklung Burghausens besonders deutlich.
Die Industrie brauchte nicht nur Fabriken, sondern vor allem Infrastruktur:

🚂 Die Eisenbahn brachte Menschen, Rohstoffe und fertige Produkte.

🛢️ Die Pipeline brachte Rohöl und verbindet den Standort mit den europäischen Energieströmen.

🚛 Die Straße übernahm die flexible Verteilung.

🏭 Wacker und Raffinerie bildeten gemeinsam mit zahlreichen weiteren Unternehmen ein immer dichteres industrielles Netzwerk.

Burghausen war damit endgültig nicht mehr nur eine Stadt mit einer historischen Altstadt und einer außergewöhnlichen Burg.

🏙️ Die Industrie schafft eine neue Stadt

Und jetzt wird auch die Entwicklung der Stadt selbst verständlich.

Mit Wacker kamen Arbeitsplätze. Es entstanden Arbeitersiedlungen, die Neustadt entwickelte sich. Mit der Raffinerie und weiteren Industrieunternehmen verstärkte sich dieser wirtschaftliche Aufschwung noch einmal.

Aus dem alten Burghausen mit Burg, Altstadt und Salzach entstand Schritt für Schritt eine moderne Industriestadt.

Bahn – Wacker – Raffinerie – Pipeline – Chemie – Neustadt.

Diese Entwicklung erklärt, warum Burghausen heute nicht nur für seine längste Burg der Welt bekannt ist, sondern zugleich das Zentrum eines der bedeutendsten Chemiestandorte Bayerns bildet.

Und die Geschichte ist damit noch lange nicht zu Ende.

Bildquelle: Historisches Lexikon Bayerns, OMV Deutschland GmbH, Luftaufnahme 1968, KI-koloriert

🚂 4   Die Bahn bewegt GüterMit dem Aufbau der Wacker-Werke ab 1915 veränderte sich die Bedeutung der Eisenbahn grundlege...
25/09/2026

🚂 4 Die Bahn bewegt Güter

Mit dem Aufbau der Wacker-Werke ab 1915 veränderte sich die Bedeutung der Eisenbahn grundlegend: Die Bahn brachte nun nicht mehr nur Menschen nach Burghausen – sie wurde zu einem entscheidenden Baustein der industriellen Infrastruktur.

Ein Chemiewerk benötigt gewaltige Mengen an Rohstoffen und muss gleichzeitig große Mengen fertiger Produkte abtransportieren. Eine leistungsfähige Schienenanbindung war für die Entwicklung des Industriestandortes deshalb von Anfang an essenziell.

🚂 Vom Anschlussgleis zum Industrie-Bahnnetz
Im Laufe der Jahrzehnte entstand im heutigen Industriegebiet ein umfangreiches Gleissystem. Über dieses Netz sind die großen Industrieunternehmen – darunter Wacker Chemie, OMV Deutschland und das KombiTerminal Burghausen – direkt an das öffentliche Schienennetz angeschlossen.

Hier treffen täglich unterschiedlichste Güter aufeinander: Chemierohstoffe, Salz, Mineralölprodukte und Container erreichen Burghausen auf der Schiene – und die fertigen Produkte verlassen den Standort auf demselben Weg zu ihren weltweiten Abnehmern.

🧂 Salz aus Baden-Württemberg
Ein besonders anschauliches Beispiel ist das Salz: 1924 pachtete Wacker das Salzbergwerk Stetten bei Haigerloch in Baden-Württemberg (später von Wacker übernommen). Das dort gewonnene Rohsalz ist ein unverzichtbarer Ausgangsstoff für die chemischen Prozesse im Werk Burghausen.

Diese Verbindung besteht in moderner Form bis heute: Rund 80.000 Tonnen Salz werden jährlich aus dem konzerneigenen Bergwerk per Bahn nach Burghausen transportiert.

🏭 Nicht nur Rohstoffe, sondern auch Endprodukte
Für einen Industriestandort ist der Abtransport ebenso wichtig wie die Anlieferung. Was in Burghausen produziert wird, muss sicher zu den Kunden gelangen. Gerade bei enormen Tonnagen ist die Eisenbahn der entscheidende Verkehrsträger. So wurde aus der ursprünglichen lokal orientierten Bahnstrecke von 1897 im Laufe von mehr als einem Jahrhundert eine zentrale Lebensader des Bayerischen Chemiedreiecks.

📦 Das KombiTerminal – Burghausens Tor zum europäischen Schienennetz
Eine neue Dimension erreichte der Güterverkehr mit dem KombiTerminal Burghausen (KTB), das im November 2014 nach einer Investition von rund 30 Millionen Euro in Betrieb ging. Als öffentliches Terminal für den kombinierten Verkehr von Straße und Schiene verknüpft es die Region direkt mit dem europäischen Intermodalnetz.
Das Terminal verfügt über vier Bahngleise, zwei Portalkräne und ein direkt angrenzendes Containerdepot. Die Grundidee lautet: Die Langstrecke auf der Schiene – die Feinverteilung auf der Straße.

🚦 Ein Gleis für Menschen und Industrie
Genau hier liegt die heutige Herausforderung: Die rund 32 Kilometer lange Bahnstrecke Tüßling–Burghausen ist nach wie vor eingleisig und nicht elektrifiziert. Auf ihr verkehren sowohl der Personennahverkehr für Pendler und Schüler als auch ein für eine Nebenbahn außergewöhnlich dichter Güterverkehr.
Die eingleisige Streckenführung ist eine der wichtigsten Schienenverbindungen für das Bayerische Chemiedreieck (ChemDelta Bavaria). Werktäglich rollen hier im Schnitt 20 bis 25 Güterzüge. Laut dem Fahrgastverband Pro Bahn entfällt damit rund 1 % des gesamten deutschen Schienengüteraufkommens auf diese einzige, eingleisige Nebenstrecke.

🚂 Eine Strecke – zwei Jahrhunderte
Als die Bahn 1897 Burghausen erreichte, konnte niemand erahnen, welche Bedeutung diese Verbindung einmal erlangen würde. Damals brachte sie Menschen, Waren und erste Impulse für den Aufschwung. Heute verbindet dieselbe Trasse einen global agierenden Industriestandort mit dem internationalen Schienennetz.
Die Strecke von 1897 ist längst mehr als eine Nebenbahn – sie ist Burghausens industrielle Lebensader.

Und das wirft die entscheidende Frage für die Zukunft auf: Wie kann diese Strecke zukunftsfähig ausgebaut werden?

Foto: Georg Reisinger

Adresse

BurgStr. 1
Burghausen
84489

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