Aktivreiseteam GbR

Aktivreiseteam GbR Der vielfältige Aktivreiseveranstalter aus Sachsen. Klassenfahrten, Firmenevents, Individualtouren.

Das Aktivreiseteam bietet Klassenfahrten, Projekttage, Ferienlager, Teamtrainings, Firmenevents, Individualtouren, Lernkurse sowie kulturelle Outdoorveranstaltungen an. Die Programmpunkte sind: Kanu/Schlauchboot, Floß, Klettern, Höhle, Survival, GPS, Bogenschießen, Goldwaschen, Märchenwanderung,...
Durchgeführt werden die Touren in Ostdeutschland, Tschechien, Österreich, Bolivien und Neuseeland. W

eitergehend betreibt das Aktivreiseteam in der Sächsischen Schweiz einen unter Denkmalsschutz stehenden Vierseitenhof mit Pensionsbetrieb.

Abenteuer-Feriencamp 2026: Jetzt noch Plätze sichern!Lust auf echtes Abenteuer? In unserem Outdoor-Camp in der Sächsisch...
24/04/2026

Abenteuer-Feriencamp 2026: Jetzt noch Plätze sichern!

Lust auf echtes Abenteuer? In unserem Outdoor-Camp in der Sächsischen Schweiz wird aus „Ferien“ ein echtes Erlebnis! Wir tauschen Handy gegen Paddel und Sofa gegen Lagerfeuer.

Das erwartet euch:
• 🚣 Action auf der Elbe: Schlauchboot-Tour & Badespaß
• 🧗 Gipfelstürmer: Klettern am Fels & Abseilen für Einsteiger
• 🔦 Unter Tage: Geheimnisvolle Höhlen entdecken
• 🏹 Robin Hood-Style: Bogenschießen
• 🔥 Survival: Feuer machen ohne Streichhölzer & Kochen am offenen Feuer

Wann?
📅 05.07. – 11.07.2026
📅 09.08. – 15.08.2026

Rundum sorglos: Übernachtung im Zelt direkt am Elbufer, Vollverpflegung (wir kochen gemeinsam!) und 24/7 Profi-Betreuung durch erfahrene Outdoor-Trainer.

Bist du bereit fürs Abenteuer? Dann melde dich jetzt unter https://www.aktivreiseteam.de/tourdetails/abenteuerferienlager-elbsandsteingebirge-7-tage.html

Quiquibey März 2026Hatten wir schon erwähnt, was für ein unheimliches Wetterglück wir seit Januar hatten? Die Betonung l...
22/03/2026

Quiquibey März 2026
Hatten wir schon erwähnt, was für ein unheimliches Wetterglück wir seit Januar hatten? Die Betonung liegt auf HATTEN! Selbst der ordentlich volle Rio Quiquibey fällt unter Wetterglück – wir mussten unser Boot kein einziges Mal schieben! Aber jetzt sitzen wir ordentlich verkrampft im Boot, überlegen, die Gummistiefel auszuziehen, starren mit mächtig großen Augen auf die Unmengen Treibholz und Monsterstrudel um uns rum, lauschen dem aufjaulenden Motor und spielen im Kopf „Was wäre wenn…?“
Beginnen wir von vorn. Joselo ist wieder mit im Boot und das ist das Beste überhaupt! Ein wenig eingeschränkt ist sein linkes Bein immer noch in der Bewegung. Man merkt es beim normalen Gehen kaum. Aber im Gelände wirkt es teilweise unsicher. Trotzdem zieht er durch, schleppt Gepäck. Motorrad fährt er natürlich auch wieder – ist leider ein organisatorisches Muss in seinem Alltag. Reden tut er fast noch schneller als vor dem Unfall ;0) Wer hätte das gedacht! Nochmal ein riesiges Dankeschön von ihm und uns an die vielen Unterstützer!!
Melvin kümmert sich ums Benzin, was es zwar immer noch in max. 60l- Portionen pro Person gibt, aber es gibt wenigstens immer welches! Wir kennen ja genug Leute… Gemeinsam mit ihm kaufen wir später Lebensmittel ein. Joselo hat bereits alle Medikamente bestellt und sortiert. Alle sind vorfreudig aufgeregt. Dann kommt Samstag früh ein arger Dämpfer.
Sonias siebenjähriger Sohn Stiv liegt seit 3 Tagen kaum ansprechbar im Hospital Rurre. Nach zwei Tagen ist endlich das Laborergebnis da – hämorrhagisches Denguefieber. Die Aktionen der Ärzte bisher sind gelinde gesagt irre. Der eine will seine Gallenblase rausoperieren. Der Chirurg sagt aber zum Glück, dass das völlig unnötig ist. Alles nichts, was einer Mutter hilft! Nun hoffen wir, das entsprechend Diagnose, die Medikamentation anschlägt. Klar, dass sie uns nicht begleiten kann. Ersatz finden wir so schnell nicht. Deshalb ist sie doppelt traurig, als wir montags, am 9.März, ohne sie in See stechen. Gestern Abend hat sie uns noch gefragt, ob wir nicht ein Moskitonetz übrighätten. Im Hospital gibt es keine Moskitonetze…auf einer Station, wo Patienten mit hämorrhagischem Denguefieber liegen und Mücken schwirren… Der Virus wird durch Moskitos von Mensch zu Mensch übertragen. Splatterparty könnte man das nennen.
Wir drücken die Daumen und hoffen, dass bei unsrer Rückkehr alles ausgestanden ist. Stiv war als dreimonatiger Säugling das erstmal mit auf Medizintour – gehört also zum Team!
Mit nur einer Stunde Verspätung tuckern wir los – irgendwas, irgendwer fehlt immer wieder. Darüber sollte man sich einfach nicht wundern. Laut Buschfunk ist im Quiquibey genug Wasser. Während Melwin mit zusammengekniffenen Augen gegen die Sonne steuert, müssen wir ja nur sitzen. Doc Christian und Joselo schlafen – wie immer – sofort ein. Nach 2 Stunden erkennen wir die Mündung des Quiquibey am roten Wasser, was in den eher braungrauen Beni drängt. Wir erkennen nach 2 Jahren nicht wirklich etwas wieder. Letztes Jahr musste die lange Medizintour ja wegen dauerhaftem Benzinmangel und späterem Dauerhochwasser ohne uns stattfinden. Erst Mitte April passte endlich alles. Der Fluss hat seinen Lauf in der Zwischenzeit krass verändert.
Ich bin so glücklich, kann mich kaum satt sehen an diesem wuchernden Mix aus Grün. Sobald wir Boote sehen, geben wir Bescheid, wann auf der Rücktour wir wo halt machen. Gegen 16.00 Uhr tuckern wir auf unser heutiges Tagesziel Corte zu. Mehr ist nicht zu schaffen. Erstmal sind wir irritiert. Es fehlt gefühlt die Hälfte des Dorfes. Der Fluss hat ordentlich Land genommen. Aber dafür siehts aufgeräumt aus. Die neue Schulhütte hat ein höheres Dach und ist rundherum offen – gut für uns. Es gibt tatsächlich sogar einen Spielplatz. Nur der Lehrer fehlt nach einem Monat immer noch. Nächste Woche soll er kommen, angeblich. Eine Chance auf Kontrolle oder Reklamation gibt es für die Eltern hier nicht. Wir beschließen, sofort mit der Behandlung zu beginnen. Es gibt sogar einen funktionierenden Generator. Also können wir bis in die Dunkelheit arbeiten. Benzinreserve haben wir genug dabei. An der Tür positionieren sich Joselo und Torsten. Joselo sucht die Patientenblätter raus. Wie immer ist schon das Rausfinden der richtigen Namen die reinste Sisyphusarbeit. Vatername, Muttername, sich dann noch an die Namen der Kinder erinnern und diese richtig zuzusortieren. Da steht man mitunter etwas ungläubig und ratlos daneben mit seinen europäischen Vorstellungen. Torte wiegt, misst den Blutdruck und gemeinsam verteilen sie die generelle Parasitenkur. Einige der kleineren Kinder haben mächtige Blähbäuche.
Als komplette Familie reihen sie sich dann bei Christian und mir auf der Mini-Patientenbank auf. Da ich einen Großteil des Schreibkrams übernehme, hat Christian mehr Zeit für die Patienten und wir sind trotzdem schneller als der Doc allein. Marcel hat die Apotheke übernommen und sucht uns die Medikamente raus.
Schnell ruckeln sich die Abläufe ein. Auffällig viele husten und röcheln. Die Grippe geht auch hier um. Laut Doc Christian in diesem Jahr besonders intensiv und aggressiv, auch in Rurre. Halb Sieben wird es dunkel und der Insektenüberfall zur Dämmerung beginnt. Zum Glück ist der bald vorbei. Einer der letzten Väter zeigt uns seine inzwischen fast verheilte Wunde in der rechten Ferse – ein Stachelrocheneinstich. Das gemeine bei diesen Verletzungen ist, dass der Stachel Widerhaken hat und meist zerbricht beim Entfernen. Ich mag lieber nicht daran denken, wie sie die Stückchen ohne Betäubung mit dem Messer da rausgeholt haben! Aber feststeht – sie haben es gut gemacht. Der Fuß ist kaum noch entzündet und die Narbe gut verheilt. Ohne Medikamente. Respekt!
21.00 Uhr bauen wir endlich unsere Zelte unterm Blechdach auf und sind mordshungrig. Wir essen den Topf leer und Koch und Puntero Diego ist zufrieden. Der nächtliche Schwatz bei Kerzenschein fällt nur kurz aus. Melvin und Diego müssen das Boot bewachen, da der Wasserstand jederzeit steigen oder sinken kann. Wir anderen sind einfach nur fertsch.
Am Morgen gibt es ein schnelles Frühstück am Flussufer. Der Quiquibey ist etwas gesunken, steigt aber gerade wieder. In den Bergen hat es ordentlich geschüttet letzte Nacht. Endlos reiht sich eine Riesenkurve an die andere. Wegen des erhöhten Wasserstandes fehlen die Sandbänke fast völlig und die ersten gestrandeten Treibholz Inseln setzen sich knirschend in Bewegung. Souverän manövriert uns Melwin flussaufwärts. Immer wieder muss er den Motor hochnehmen, um die Schiffsschraube vor Treibgut zu schützen.
„Aquas Claras“ erreichen wir am späten Vormittag. Es wirkt geradezu idyllisch – die „Hütten“ bzw. die Palmenblattgedeckten Schutzdächer stehen direkt oberhalb des Steilufers am Fluss. Nebenan ein klares Flüsschen – Aquas Claras halt und eine leichte Brise wiegt die Palmenwedel. Die Bäume sind voll mit Pampelmusen, Guyayabe oder Orangen. Sobald aber der Fahrtwind nachlässt, kommen der Hitzehammer und die Insekten…. Trotzdem sind wir gern hier. Wir werden erfreut erkannt und begrüßt. Schnell wird unter einem der Dächer Platz geschaffen. In einer Ecke steht ein einfaches Gestell, auf dem die Frauen seit Jahrhunderten ihr traditionellen Stoffe weben. Es gibt nur 4 Bänke, aber geflochtene Matten dienen als Wartebänke. Statt nur drei Familien leben inzwischen 7 Familien hier. Melwin sammelt mit dem Boot noch die Familien von gegenüber ein.
Überall sind Banjales(2,50m lange Segmente mit bis zu 250 einzeln aufgeflochtenen Palmblättern der Jatata-Palme zum Decken von Dächern) zum Trocknen ausgebreitet. Wer nicht gerade behandelt wird, ist emsig am „Flechten“. Denn in den nächsten Tagen soll eine große Lieferung Jatata nach Rurre gebracht und verkauft werden. Gerade wird ein Floß aus Balsastämmen für den Transport zusammengezimmert. Transport und Verkauf organisieren die Comunidades am Quiquibey gemeinsam und erzielen somit ein gutes Zubrot.
Unsere Sprechstunde ist immer auch eine gute Gelegenheit, zusammen zu kommen. Es wird gescherzt und gelacht. Torsten verspricht den Männern einen riesigen Fang, wenn durch die verabreichte Wurmkur die allerbesten Köder ausgeschieden werden…..
In der Form gibt es einige Running Gags. Christian behandelt nicht nur, sondern versucht, das Thema Vorsorge immer wieder ins Spiel zu bringen. Dazu gehört auch Verhütung und Familienplanung. Ziemlich überrascht sind wir, als die angeblich 53jährige Dilma mit einem Neugeborenen vor uns Platz nimmt. Doc Cristian prüft ungläubig das Geburtsdatum mit ihrem Carnet (Ausweis) gegen. Tatsächlich – laut Ausweis muss sie 53 sein, was aber sehr, sehr unwahrscheinlich ist. Viele der ausgestellten Ausweise sind fehlerhaft. Zum einen, weil das Geburtsdatum einfach keine Rolle spielt, zum anderen, weil man meist nach Gehör aufschreibt. Immer wieder sind auf den amtlichen Papieren Mutter-/Vatername vertauscht oder völlig falsch geschrieben. Fehlen Daten, schätzen die Schreibtischtäter einfach. Sonia hat oft Zweifel, wenn sie den Zahnstatus der Kinder mit dem Geburtsdatum im Carnet vergleicht. Aber mit den neueren Generationen wird alles besser und leichter – sie lernen Lesen und Schreiben und wissen, dass ihnen auch als Indigenen Ausweispapiere zustehen.
Dilma hat insgesamt 15 Kindern das Leben geschenkt. Nicht alle sind am Leben geblieben. Cristian schätzt ihr Alter eher auf 43 statt 53. Das wären dann geschätzt 15 Schwangerschaften in 28 Jahren – Schwerstarbeit nicht nur unter diesen Lebensumständen. Wieder rät er eindringlich zur Verhütung und von weiteren Schwangerschaften ab.
Bei Packen des Bootes stehen wir inmitten von Schmetterlingswolken. Nächster Halt: Lieblingsort San Luis Grande. Der Motor muss ordentlich gegen die starke Strömung kämpfen. Zum Glück liegt SLG nicht direkt am unaufhaltsam steigenden Quiquibey, sondern an einem kleineren Zufluss. Dort liegt das Boot sicher und Melwin muss nicht im Boot schlafen. Das Motorgeräusch hat ein kleines Empfangskomitee an Ufer gelockt. Alle fassen mit an beim Entladen. Eine Karawane aus Erwachsenen und Kindern hilft uns all die Ausrüstung zur Schule zu schleppen – herrlich! Wir können in der Schule schlafen und behandeln. Sogar ein Lehrer ist vor Ort! Leider hat er gerade mal 4 Schüler. Viele Familien sind weitergezogen. Aber der Dorfvorsteher bestätigt uns, dass andere Familien zurückkommen. Im Moment sind nur 5 vor Ort und wir beschließen gleich mit der Sprechstunde zu starten – an richtigen Tischen und Schulbänken ;o)
Am allermeisten freuen wir uns aber auf die Dusche am Abend. Hier gibt es nämlich eine Wasserleitung! Nun müssen wir nur noch das Zeitfenster mit der geringsten Insektenstichdichte erwischen. Also an die Arbeit! Die Dörfler sind so gut organisiert, dass wir nach 2h fertig sind. Und zwei Frauen besitzen bereits ein Implantat zur Verhütung. Camen und Sara bitten um eine weitere Verhütungsspritze. Pillen sind völlig unpraktikabel hier draußen, weshalb Christian unseren Medizinbestand um Verhütungsspritzen erweitert hat. Gespritzt wird nur, wenn die Frau es wirklich will und nach ordentlicher Aufklärung (im Rahmen des Möglichen). Auch Verhütung rettet Frauenleben!
Auch hier stoßen wir wieder auf Leishmaniose- Verdachtsfälle. In allen Gemeinden sind Kinder wie Erwachsene gleichermaßen betroffen. Leishmaniose ist heilbar! Aber eben nur mit täglichen Injektionen über drei Wochen. Das Medikament wir vom Staat verwaltet und kann nur personengebunden nach positivem Test beantragt werden. Leider gibt es viel zu wenig davon… Wir versuchen alle zu überzeugen, sich im zuständigen Hospital zu melden und wissen, dass es die meisten nicht tun werden oder nicht tun können…. Aber manche ja vielleicht doch!
Zufrieden und glücklich sitzen wir nachts vor der Schule beisammen, alle frisch geduscht :o) Weit weg, oben in den Bergen, rumpelt es schon wieder. Wetterleuchten illuminiert den Nachthimmel. Zu späterer Stunde gesellen sich ein paar Männer und Frauen und der Lehrer zu uns, um gemeinsam Cocablätter zu kauen und zu erzählen. Es wird sehr spät bzw. früh in dieser Nacht. Aber solche Nächte sind die schönsten. Uns geht es gut!
Etwas zerknittert krauchen wir am nächsten Tag aus den Zelten. Der Morgennebel bringt noch etwas Kühle und eine Galgenfrist bis zum Moskitoansturm. Aber es regnet ordentlich. Ohne Kaffee geht auch hier nix am Morgen. Heute fahren wir eine Stunde wieder flussabwärts nach San Luis Chico. Obwohl „chico“, leben dort viel mehr Familien als in SL Grande. Doch es legt seit 7 Jahren weit weg vom Flussufer, weshalb wir zum Schlafen dann wieder hierher zurückkommen.
Dort wo der Pfad zum Dorf beginnt, liegen vier Einbäume im Wasser. Sie waren zu kurz angebunden. Nun ist der Pegel so stark gesunken, dass bei zweien davon das Heck nebst Motor fast komplett unter Wasser hängt. Die Boote sind zudem geflutet, Sitzbänke werden weggespült. So etwas würde Melwin nie passieren und er schüttelt nur den Kopf ob solcher Achtlosigkeit und versucht wenigstens die Motoren zu retten….
Wir schultern Kisten und Taschen und marschieren los in unseren Ponchos. Sofort strömt der Schweiß. Mit Spannung erwarten wir den Arroyo (kleiner Fluss), welchen wir queren müssen. Letztes Jahr im April konnte unser Team dort nicht behandeln, da das Wasser brusthoch gestiegen war mit kräftiger Strömung. Wir haben aber Glück. Trotz Regen läuft beim Queren nicht einmal was in die Gummistiefel.
Wir erklären dem „Bürgermeister“, dass wir wirklich nur bis 16.00 Uhr behandeln können und alle sofort zur Sprechstunde kommen sollen. Melwin hat uns aus Sicherheitsgründen das Zeitlimit gesetzt. Eine weise Entscheidung - wird sich noch rausstellen!
Aber wie so oft passiert erstmal nichts und wir warten, obwohl einige Familien in Sichtweite leben. Erklären kann ich das auch nicht, aber es ist eben so. Durchnässt vom Regen dampfen und müffeln wir nun vor uns hin und warten, warten… Dann geht’s Schlag auf Schlag. Ein sehr schüchterner Jugendlicher kommt zu uns. Er ist letzte Nacht mit 19 Jahren das erste mal Vater geworden und bittet uns, nach seiner Frau zu sehen, der es sehr schlecht ginge. Ich nehme ihre Daten auf und errechne – sie ist gerade mal 14! Wir untersuchen sie und das Neugeborene später direkt in der Hütte. Das junge Mädchen liegt auf einer Matte direkt auf dem Boden unter dem Moskitonetz. Die Hütte ist eher ein Dach. Sichtschutz gibt es nur an einer Seite. Erstmal müssen wir also die Schaulustigen verscheuchen. Mutter und Geburtshelferin bleiben und natürlich der Kindsvater. Fast 24h hat das Mädchen sich gequält. Plazenta ist komplett raus, heißt es. Unter dem Dach steht die Luft. Cristian kriecht mit unter das Moskitonetz. Ich halte von außen die Zudecke hoch, damit er die junge Mutter untersuchen kann. Verzweifelt versucht er immer wieder Antworten zu ihrem Befinden zu bekommen. Aber selbst, wenn ihr Gefährte übersetzt, sie spricht nicht. Sagt nicht ob und wo sie Schmerzen hat. Als er ihre Beine anstellt um sie zu untersuchen, steigt ein entsetzlicher Geruch auf – sie liegt immer noch im Blut der Geburtsnacht. Sie hat unglaublich Angst. Ganz behutsam tasten seine Hände und finden Blutklumpen im Unterleib. Ein paar kann er entfernen, damit sie keine Infektionen auslösen. Aber ihre Angst lässt eine gründliche Untersuchung nicht zu. Sie ist so schmal. Das ist noch längst nicht der Körper einer Frau. Energisch erklärt er Mutter und Ehemann, dass sie zuerst die Decken austauschen und Waschen müssen Vor allem auch die junge Mutter selbst soll sich reinigen können. Bisher floss keine Milch. Behutsam erklärt er Ehemann und Kindsmutter, wie man die Brust stimulieren kann, damit die Milch fließt. Zum Glück hat sie genug Kraft, welche zu produzieren. Ich merke ihm aber an, dass er den jungen Mann am liebsten Schütteln würde, wegen der viel zu frühen Mutterschaft. Egal, dass wirklich überraschende ist, das winzige Mädchen ist gesund! Alles dran, Nabelschnur sauber gekappt und abgebunden, alle Reflexe sind da. Da strahlt sein Gesicht wieder. Er appelliert eindringlich an die Familie, mit der jungen Mutter mit dem nächsten Boot schnellstens ins Hospital zu fahren. Er weiß, dass er nicht alles erwischt hat und Komplikationen drohen. Mehr können wir nicht tun. Unsere Medikamente können helfen, aber sie sind hier nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Zurück bei den anderen ist es schon ordentlich spät. Leider schaffen wir nicht mehr alle Wartenden, sind uns aber sicher, die schlimmen Fälle alle behandelt zu haben. Zum Glück sind wir so konsequent! Melwin hat nochmal Druck gemacht. Es regnet zwar bei uns nicht mehr, aber Haupt- und Nebenflüsse schwellen immer schneller an. Hastig packen wir zusammen. Am ehemals schienbeintiefen Aroyo stehen Torsten und Marcel jetzt hüfttief in einer sehr heftigen Strömung. Es kostet einiges an Kraft und Teamwork alle Medikamentenkisten trocken ans andere Ufer zu bringen. Joselo ist längst noch nicht so stabil auf den Beinen wie früher. Wir nehmen ihn in die Mitte. Im schlammig braunen Wasser müssen wir Untiefen ertasten. Sonst ist man auch mal schnell am Schwimmen. Am großen Fluss treiben schon die ersten massiveren Stämme an uns vorbei. Das Wasser steht gut einen Meter höher. Am Anlegeplatz von San Luis Grande angekommen, gibt’s Applaus für unseren weltbesten Navigator.
Jetzt bleibt sogar noch eine Stunde Tageslicht zum Angeln. Leider hat es Marcel ziemlich erwischt, seine Haut reagiert hypersensibel auf die Stiche. Sie sehen aus wie Vulkane nach der Eruption und rundherum bilden sich rote Flatschen. Der ganze Körper juckt und treibt ihn fast in den Wahnsinn. Dazu fühlt er sich fiebrig. Doc Christian versucht ihm Linderung zu verschaffen, trotzdem kann er kaum schlafen.
Am nächsten Tag müssen wir uns von den Familien in San Luis Grand verabschieden. Erst in einem Jahr werden wir wieder kommen. Da sie so weit abgelegen sind, bekommen sie von uns immer ein Extrakontingent Medikamente. Ausgegeben werden sie von zwei Ersthelferinnen, ausgebildet in der Klinik der Beni Ärzte.
Der Quiquibey ist zwar immer noch hoch, aber ruhig und tut so, als ob nix gewesen wäre. Heute behandeln wir unterwegs in San Bernardo und Bisal. Ziel für die Nacht ist Gredal. Mal sehen, wie weit wir kommen. Auch heute haben wir Kisten schleppend das ein oder andere Highlight vor uns. Auf dem Weg nach Bisal hat man einen Altarm mit Einbäumen überbrückt. Das Wasser strömt zwar nicht, aber mit Ballast ordentlich schaukelnde Nussschalen zu überqueren sorgt für großartige Unterhaltung… bei allen, die nicht gerade mit dem Gleichgewicht kämpfen.
Es wird schon dunkel, als wir Gredal erreichen. Marcel hat tapfer durchgehalten, aber eigentlich müsste er sofort ins Hochland, um zur Ruhe zu kommen. Wir genießen gemeinsam einen letzten Abend unter einem unglaublichen Sternenhimmel. Aber rundherum am Horizont schießt der liebe Gott schon wieder Fotos. Das Wetterleuchten und Grollen kommen beharrlich näher und am Morgen regnet es Bindfäden. Und wieder mahnt Melwin zur Eile. Der Quiquibey ist voll, aber noch „leer“. Mit Einfahrt in den Beni ändert sich das Bild. Der Fluss schleppt jede Menge Holz mit sich. An einigen Stellen türmen sich Wellenberge. Wir haben das Gefühl, auf dem Meer zu sein. Mit Bangen hören wir den Motor jaulen und zucken bei jeder Kollision zusammen. Dabei liegen die beiden Canyons noch vor uns. Letztes Jahr war bei unserer Gruselrückfahrt zwar der Wasserstand deutlich höher, aber wir sind noch nie bei so viel Treibholz gefahren. Da hilft nur Vertrauen in den Bootsführer und in alle zur Verfügung stehenden Schutzengel ;o)
Im 1. Canyon, an der Bala Enge, sind weniger Wellen, aber Monsterstrudel spielen mit Baumstämmen. Immer wieder kreuzen wir den Treibholz Strom von einer Uferseite zur anderen. Kurz vor Erreichen des zweiten Canyons bedeutet uns Melwin, dass wir vorher aussteigen sollen und den Canyon umlaufen. Torte klettert in den Bug, um beim Anlanden mit dem Seil rausspringen zu können. Alles unter Kontrolle! Dann geben die Canyonwände einen ersten Blick auf die hässlichste Stelle in der Schlucht frei – keine Wellen und die rechte Hälfte ist treibholzfrei. Kurzerhand startet Melwin durch. Schade, dass keiner unsere Gesichter filmen kann in dem Moment.
Im sicheren Hafen feiern wir Melwin!
232 Menschen haben wir behandelt und alle 7 Dörfer mit Zahnbürsten, Zahnpasta und Medikamenten versorgt – Dank euerer Unterstützung!
Hasta pronto! Torsten & Ilka

Nachdem wir nun große Teile der legendären "Routa 40" in Argentinen und der "Caretera Austral" in Chile mit unserem Old ...
03/03/2026

Nachdem wir nun große Teile der legendären "Routa 40" in Argentinen und der "Caretera Austral" in Chile mit unserem Old Style Mini Camper abgeritten haben, steht fest, wir kommen wieder! Nächstes Mal allerdings mit begrenzterem Reisegebiet. Es liegt einfach zu viel Land zwischen Buenos Aires, El Chalten und Santiago de Chile. Höhepunkte gabs viele. Besonders für mich war die Erfüllung eines lang gehegten Traumes, die Befahrung des wohl besten und schwersten Wildwasserflusses der Welt - des "Rio Futalefu". Zugegeben, dieses mal noch im Raftboot ;0) Selbstfahrende Kajakfahrer gibt es hier wenig. Ich hoffe der Frido und ich gehören eines Tages dazu...Und wenn man schon mal in Nordpatagonien ist, muss es auch eine Vulkanbesteigung werden. Noch nie haben wir in einen wirklich blubbernden Krater von oben hinenschauen dürfen. Aufgrund mangelnder Zeit ist es "nur" der "Villarica" bei Pucon geworden. Aber immerhin 1600Hm rauf und runter hatten es auch in sich. Ich wäre am liebesten noch zum Wildwasserfahren geblieben. Die Ecke um Pucon ist weltbekannt für viele anspruchsvolle Flüsse im WW IX.
Gestern sind wir bei bestem Wetter in La Paz gelandet. Selbst der Huyana Potosi hat sich gezeigt. Heute stehen die ersten großen Einkäufe mit Sonja unserer Zahnärztin an. Am Mittwoch fahren wir dann überland nach Rurre. Dort werden wir schon sehnsüchtig erwartet. Nächste Woche beginnen wir dann mit unserer eigentlichen Arbeit hier. Bitte nehmt uns das Durcheinander der Bilder nicht krumm. Manches ist in Bolivien leichter, manches auch komplizierter. Saludos a todos Ikea y Torte

Laut diesem Internetz ist der Cerro Torre im Durchschnitt 40 Tage im Jahr wolkenfrei sichtbar. Wir hatten schon 5 davon!...
16/02/2026

Laut diesem Internetz ist der Cerro Torre im Durchschnitt 40 Tage im Jahr wolkenfrei sichtbar. Wir hatten schon 5 davon!!! Schon bei Anreise trohnten Cerro Torre und Fitz Roy wolkenlos über "El Chalten". Mit Rucksack und Zelt ging es für 4 Tage noch näher ran zum jeweiligen Basislager auf einer "altersgerechten" Genusstour ;o) - kurze Wegstrecken, max 450 Höhenmeter pro Tag und viel Zeit zum Gucken...
In der Vorwoche holperten wir über 90km Schotterpiste zum kaum besuchten Perito Moreno NP - Reifenwechsel inklusive. Im Gegensatz zum Los Glaciares NP hatten wir dort den Cerro San Lorenzo und seine Gletscher fast für uns alleine ... und den berüchtigten patagonischen Wind auch.

Nun sind wir ziehmlich genau vier Wochen in Argentinien. Buenos Aires und eine erste ordentliche Wanderung im NP Nahuel ...
16/02/2026

Nun sind wir ziehmlich genau vier Wochen in Argentinien. Buenos Aires und eine erste ordentliche Wanderung im NP Nahuel Huapi bei Bariloche (Nord Patagonien) liegen hinter uns. Gleich am ersten Tag waren es über 1000 Höhenmeter aufwärts bis gaaanz nahe ran an die Gletscher. Eine sehr schöne erste Eingewöhnungstour bei bestem Wetter!

Rauchende Köpfe, viel Baustress, Vereinsarbeit...Das wichtigste vorweg:Das Sommer Bergsichten Festival geht weiter. Vom ...
21/12/2025

Rauchende Köpfe, viel Baustress, Vereinsarbeit...Das wichtigste vorweg:
Das Sommer Bergsichten Festival geht weiter. Vom 4. bis 5. September 2026 laden wir zum 15. Outdoor-Special auf den Aktivhof Porschdorf in der Sächsischen Schweiz ein. Die Sommer-Bergsichten feiern in diesem Jahr ihr 15-jähriges Jubiläum und versprechen erneut ein besonderes Erlebnis inmitten außergewöhnlicher Naturkulisse.
Auf dem Aktivhof ist in den letzten Wochen wieder viel gebaut worden. Die Gemeinschaftsküche, das Labyrinth, der Eingangsbereich und unser Büro sind nun endlich komplett durchsaniert. Bilder findet ihr im Bautagebuch 2025 https://aktivhof-elbsandstein.de/de/galerie.html
Momentan freuen wir uns auf ruhigere Tage, bevor es im Januar zu erst nach Patagonien und später in unsere zweite Heimat Bolivien geht. Dank eurer Spenden können wir unsere Arbeit dort uneingeschränkt vortsetzten. Hervorheben möchten wir das unglaubliche Engagement der Schüler- und Lehrerschaft des Kaschmir Gym. in Chemnitz. Sagenhafte 10.918€ konnten uns letzte Woche im Rahmen eines Vortrages zu unserer Arbeit übergeben werden. Mehr Infos: https://www.urwaldprojekte.de/ übergeben werden. Mehr Infos: https://www.urwaldprojekte.de/

16/10/2025
12/09/2025
02/09/2025

In vier Tagen gehts los. Wir freuen uns auf zwei Abende voller Abenteuer, spannender Geschichten und beeindruckender Bilder unter freiem Himmel auf dem Aktivhof Porschdorf – mit Livevortrag, Filmprogramm und besonderen Gästen! - Der Kartenvorverkauf endet am 3.9. an allen VVK-Stellen. Wer sich schnell noch online ein Ticket sichern will:
www.bergsichten.de/sommerbergsichten/tickets
Gerhard Czerner
Anfibio Packrafting

20/08/2025

Adresse

Paul-Gruner-Str. 42
Chemnitz
09120

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