Kölschgänger

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Entdecke Köln durch Kölschgänger.

Moorslede - nicht nur eine Belgische Gemeinde Die letzte erhaltene Kaserne der Kölner  Vergangenheit steht  in Dellbrück...
28/05/2026

Moorslede - nicht nur eine Belgische Gemeinde

Die letzte erhaltene Kaserne der Kölner Vergangenheit
steht in Dellbrück. Sie wurde komplett unter Denkmalschutz gestellt.
Damals hieß sie Hermann- Göring -Kaserne, später wurde sie von den Belgiern als Kaserne Moorslede weitergeführt.
Seit 1994 ist sie Unterkunft für Bereitschaftspolizei und Zollkriminalamt.
Erbaut wurde sie als Luftfahrtkaserne.

Überhaupt hat diese Ecke Dellbrück's einige historische Bauten.
So gibt es, neben einer alten Schule aus dem Jahre 1901,
ein sehr schönes Feuerwehr Haus. Direkt gegenüber von der modernen Feuerwache.
Die Inschrift ist Motto vieler alter Spritzenhäuser. Schaut mal auf das Foto.
Die Schule ist heute eine Grundschule. Damals war sie Volksschule. Auch die Kinder der Belgischen Streitkräfte haben sie besucht, streng getrennt zwischen Vlamen und Wallonen😁

Gut erhaltene Bauten, das muss man tatsächlich mal sagen, was ja in Köln nicht selbstverständlich ist.

Grüße aus dem Rechtsrheinischen Köln, eure Elisabeth.

-Fans

Fuule WeetWenn man in Brück auf dem Marktplatz eine Rast einlegt, kann man dies auf den Bänken rund um den „Fuule Weet“ ...
24/05/2026

Fuule Weet

Wenn man in Brück auf dem Marktplatz eine Rast einlegt, kann man dies auf den Bänken rund um den „Fuule Weet“ am besten tun. Auch einen Bücherschrank findet ihr dort. Gerne genutzt werden die Bânke, die rundum den Brunnen stehen. Manch einer isst dort sein Eis, aus eine der besten Eisdielen Kölns.

Das Wasser plätschert und fließt – sehr zur Freude der Besucher dieses Brunnens. Denn das ist er, der „Faule Wirt“: ein Brunnen. Leider kein Trinkwasserbrunnen, aber zum Glück immer in Bewegung.

Was nicht immer so war.
Die Unterhaltskosten für den Figurenbrunnen waren so hoch, dass er eine Weile stillgelegt wurde und erst durch die Spendenfreudigkeit der Brücker Bevölkerung ein mittlerweile gesichertes Dasein bekommen hat.

Den „Fuule Weet“ wird das alles nicht tangiert haben, war er doch von Natur aus ein Faulpelz. So wird es jedenfalls dem Originalwirt Alfons Weiden, der 1970 verstarb, nachgesagt. Er soll seine Gäste sogar zur Selbstbedienung angehalten haben. Soviel Originalität belohnten die Brücker 30 Jahre später mit diesem Denkmalbrunnen. Im April 2000 wurde der Brunnen eingeweiht.

Heutzutage kann man dem faulen Wirt dort auch etwas vorlesen, mit den Büchern aus dem offenen Bücherschrank .
Und da das Wasser nun immer plätschert, dürfte auch seine Faulheit nicht mehr vorhanden sein.

An der Pizzeria , quasi nebenan, hängt der "Fuule Weet", als Metallfigur an der Fassade . Hier hat Anton Weiden 20 Jahre seine Gäste bedient, oder eben auch nicht.

Habt ein schönes Pfingsten, eure Elisabeth

Anlässlich des heutigen Weltbienentags , ein Repost aus Köln-Dellbrück.Der 20.Mai , Geburtstag des 1734 geborenen Imkers...
20/05/2026

Anlässlich des heutigen Weltbienentags , ein Repost aus Köln-Dellbrück.
Der 20.Mai , Geburtstag des 1734 geborenen Imkers Anton Jansa, wird seit 2018 weltweit als Weltbienentag "gefeiert".

Der Thurner Hof

Der Thurner Hof liegt im Kölner Stadtteil Dellbrück, an der Mielenforster
Straße 1. Er ist sozusagen das "Dellbrücker Wahrzeichen" , wie in der Stadt der Dom. Nach einer wechselvollen Geschichte gehört er seit 1911 der Stadt Köln.
Diese ließ ihn in mühevoller Kleinarbeit mehrfach renovieren. Seit Jahren wird die Anlage von der Volkshochschule Köln als Lehranlage genutzt. Der dadurch entstandene Bio-Garten feierte 2013 sein 25 jähriges Bestehen und bekam damals von mir folgendes Gedicht :

Die Biene

Es saß mit finsterer Miene,
auf der Blüte eine Biene.
Was ihr einst so gut gemundet,
schmeckt grad gar nicht abgerundet.

Mensch sagt “Saurer Regen” wär gekommen,
hätte der Blume den Geschmack genommen.
Nun musst das Bienchen sehen,
wie es mit ihm würd weitergehen.

Doch halt,
war da nicht was mit bestäuben?

Frohlockend fliegt die Biene weiter
und ihre finstere Miene wird nun heiter.

Als Bienchen lernst du viele Blüten kennen,
darfst gar manche Knospe kurzfristig
die deine nennen.
Welch ein schöner Preis,
für soviel Bienenfleiß.

©Elisabeth van Langen

Das Thema "Bienen" und Natur ist heute, 6 Jahre später präsenter denn je. Auf dem Thurner Hof finden wir reichlich wilde Natur. Ein Nutzgarten wie im Mittelalter lädt die 20 Honigbienenvölker des Hofes ein. Wo sonst wäre dieser passender als auf dem Thurner Hof, dessen Anlage bereits aus dem
9. Jahrhundert datiert. Man produziert dort auch eigenen Honig.

Der einstige Wehrgraben wurde neu ausgehoben und rekultiviert. Er wird gespeist mit dem Wasser des Strunder Bachs und bietet zahlreichen Kleintieren Lebensraum. So gibt es dort noch Stichlinge und viele Libellenarten. Im Garten befindet sich natürlich auch ein Insektenhotel.

Besonderes Augenmerk richtet man automatisch auf das wunderschöne Fachwerkhaus, welches mit Größe und Baustil einmalig in Köln ist. Es wurde dort als Herrenhaus des ehemaligen Rittersitzes im 16. Jahrhundert erbaut.
Erweitert wurde es im 18.Jahrhundert. Die letzte Renovierung ist wohl noch nicht ganz abgeschlossen. Zumindest sah es für mich so aus.

Doch auch die weitere Anlage ist sehenswert. So hat seit 1952 das Nutzungsrecht an Stallungen und dem ehemaligen Soldturm die Reitergemeinschaft Kornspringer Köln e.V. Ca. 35 Pferde können in den Stallungen ihre Heimat finden.

Am Soldturm, der direkt an der Mielenforster Straße liegt, befindet sich ein Wappen. Dieses gehört zum Geschlecht der Familie Quadt.

Im September 2019 gibt es den VHS Bio-Garten nun schon 31 Jahre. Er steht übrigens jedem Besucher offen. Ein Besuch, der vor allem Naturgartenfreunde Freude bereiten dürfte. An speziellen Tagen kann man dort auch etwas mehr vom Thurner Hof und seiner Anlage sehen. Ich hab mich heute einmal gemütlich auf die Bank gesetzt und dieses mittelalterliche Gärtchen auf mich wirken lassen. Harmonie pur!

Wenn euch dieser Artikel gefallen hat, teilt ihn gern und empfehlt uns weiter.

Habt eine schöne Woche

Eure Elisabeth

Wer ist Willi Vögeli?Manchmal stellen wir euch auf unserer „Kölschgänger“-Seite Künstler, Maler und Autoren vor, die aus...
26/04/2026

Wer ist Willi Vögeli?

Manchmal stellen wir euch auf unserer „Kölschgänger“-Seite Künstler, Maler und Autoren vor, die aus Köln kommen oder einen besonderen Bezug zur Stadt haben.
Gestern besuchte ich eine Autorenlesung in Holweide. Das Gesundheitssportcenter Vitalis hatte eingeladen, und der Autor Willi Vögeli war dieser Einladung gerne gefolgt – schließlich lebt er selbst seit 16 Jahren im rechtsrheinischen Köln. Engagiert sich auch im sozialen Bereich, wie z.B. dem "Runden Tisch Holweide".

Seine beiden Erstlingswerke, „Der Kollaborateur“ und „Kollateralschaden“, bauen aufeinander auf. Sind jedoch jedes für sich abgeschlossen. Im Mittelpunkt steht der Ermittler Beck, wobei die Handlung häufig in die 80er-Jahre zurückreicht. Diese Zeit hat der Autor in seiner
Jugend in Speyer selbst miterlebt.
Die zweistündige Lesung wurde durch eine „Pfälzer Weinprobe“ ergänzt, zu der eine Passage aus „Der Kollaborateur“ den Anstoß gab. So entwickelte sich der Nachmittag zu einer genussreichen Lesung aus dem Krimi-Genre.

Vögeli erzählte auch über die Entstehung seiner Werke. So kam ihm die Idee zu "Der Kollaborateur" in Mannheim , als er an einem Wühltisch stand. Es sollte aber noch mehrere Jahre dauern bis es wirklich soweit war. Immerhin hatte er noch ein abwechslungsreiches Arbeitsleben zu absolvieren. Da blieb nicht immer Zeit zum schreiben.

Die Wartezeit hat sich gelohnt, wie man bei der gestrigen Lesung sehen und hören konnte. Das Vitalis war bis auf den letzten Stuhl besetzt!

Habt ihr schon ein Buch von ihm gelesen?

Übrigens, optisch ähnelt er tatsächlich dem Darsteller des "Hans Zilonka" aus der Serie "Mord mit Aussicht".

Euch einen schönen Sonntag, eure Elisabeth

DivitaHeute lasse ich mal keine Worte, sondern Bilder sprechen! 📸Diese Aufnahmen stammen aus dem Historischen Park Deutz...
25/04/2026

Divita

Heute lasse ich mal keine Worte, sondern Bilder sprechen! 📸
Diese Aufnahmen stammen aus dem Historischen Park Deutz – ein wirklich sehenswertes Gelände direkt auf der „Schäl Sick“.

Das Besondere dort:
Man spaziert quasi durch die Jahrhunderte, denn hier treffen Bauwerke aus den verschiedensten Epochen aufeinander.

Was wisst ihr über diesen Ort?

Wer war schon mal dort?

Schreibt mir euer Wissen oder eure Erlebnisse gerne in die Kommentare! 😉
Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was es dort zu entdecken gibt:

🏛️ Römerzeit:
Die Fundamente des Kastells Divitia.

🚂 Märkische Eisenbahn: Industriegeschichte pur.

⛪ Abtei:
Die beeindruckende Kirche Alt St. Heribert.

🏰 Kaiserzeit:
Massive preußische Festungsarchitektur.

⚓ Schiffbrücke:
Die historische Verbindung über den Rhein.

Ein angenehmes Wochenende wünscht euch eure Elisabeth

Legt los! Ich bin gespannt auf eure Kommentare. 👇

Sonntagsgruß aus dem Deutzer HafenDie Drehbrücke an der Alfred-Schütte-Allee ist ein echtes historisches Juwel – ein Ort...
19/04/2026

Sonntagsgruß aus dem Deutzer Hafen

Die Drehbrücke an der Alfred-Schütte-Allee ist ein echtes historisches Juwel – ein Ort, der wirkt wie aus der Zeit gefallen. Kein Wunder, dass diese Kulisse bereits für diverse Filmproduktionen als Drehort diente.

Ein weiteres Highlight findet man direkt am ehemaligen Hafenamt: einen leuchtend gelben Honigautomaten. Hier gibt es verschiedene Sorten Honig von den „Deutzer Hafenbienen“. Man sagt ihm nach, er sei ganz besonders lecker!
Ein Spaziergang entlang der
Alfred-Schütte-Allee lohnt sich also in vielerlei Hinsicht. Ich habe euch ein paar Fotos beigefügt, damit ihr euch selbst ein Bild von dieser besonderen Kölner Ecke machen könnt, mit Hafenamt, Hafenhonig, Aussicht op d'r Dom,. Drehbrücke und "Aurora mit dem Sonnenstern".

Von hier aus lässt es sich wunderbar am Rhein entlangschlendern – mit viel Aussicht auf Historie und eine tolle Kulisse. Überzeugt euch selbst...

Einen schönen Sonntag wünscht euch, Elisabeth

Ihr Lieben, heute nehmen wir euch gerne wieder einmal auf einen von Ronalds Spaziergängen mit. Viel Freude dabei!Spazier...
16/04/2026

Ihr Lieben, heute nehmen wir euch gerne wieder einmal auf einen von Ronalds Spaziergängen mit. Viel Freude dabei!

Spaziergang von St. Ursula zu St. Gereon
(Beitrag enthält unbezahlte Werbung)

Dies ist eine Tour abseits des Mainstreams. Denn obwohl zentral gelegen, treffen wir im Gereonsviertel kaum auf Touristen. Wir schauen uns heute die St. Ursula Kirche an. Besonders die goldene Kammer ist lohnenswert. Des Weiteren erfahren wir, was es mit der Ursulasage auf sich hat. Wie üblich kehren wir zwischendurch auch in einige Lokalitäten ein. Da drängt sich das Brauhaus zur Schreckenskammer geradezu auf. Zum einen wegen der unmittelbaren Nähe zu St. Ursula, zum anderen und hauptsächlich aber, weil es dort sehr leckeres Schreckenskammer-Kölsch gibt.

Danach wenden wir uns der Kölner Stadtgeschichte zu und schauen uns ein gutes Stück mittelalterliche Stadtmauer an. Um im steten Wechsel zwischen Erfrischung und Kölner Geschichte zu bleiben, statten wir
nun dem Gasthaus „Em Hähnche“ einen Besuch ab. Von hier aus spazieren wir ins nahegelegene St.Gereon.Von dort ist es auch nicht weit zum Römerturm. Nun bewegen wir uns in Richtung Hauptbahnhof, aber nicht, ohne uns das schöne Brauhaus „Gaffel am Dom“ näher anzusehen und evtl. ein Glas Gaffel zu genießen. Aber lasst uns losgehen.

Wir starten am Hauptbahnhof und halten uns rechts bis es in die Marzellenstraße abgeht. Dieser folgen wir bis zum Ursulaplatz, in dessen Mitte sich die Kirche St. Ursula befindet. Errichtet wurde diese etwa 1135 auf einem römischen Gräberfeld. Wenn wir einmal an ihr hochschauen, sehen wir bereits die erste Besonderheit. Diesen Kirchturm ziert nicht wie üblich ein Hahn oder ein Wetterfähnchen, sondern eine Krone.

Ursula war nämlich eine Königstochter, die aber keinen allzu großen Drang spürte, den für sie ausgesuchten Sohn des englischen Königs zu ehelichen. Eine göttliche Eingebung half ihr, das zu verhindern, indem sie vom Königssohn verlangte, sich taufen zu lassen und ihr eine dreijährige Frist bis zur Hochzeit zu gewähren, damit sie auf Pilgerreise gehen konnte. Gesagt, getan. So machte sie sich mit 10 weiteren Jungfrauen auf die Reise gen Rom. Zu jeder der Jungfrauen sollten sich 1000 weitere jungfräuliche Damen gesellen. Auf der Durchreise in Köln erschien ihr dann ein Engel, der ihr auftrug, auf der Rückreise erneut
nach Köln zu kommen, da es ihre Bestimmung sei, den Märtyrertod zu erleiden. Auf dem Rückweg wurden die Jungfrauen vor den Toren Kölns von Attila und seinen Hunnen niedergemetzelt. Nur Ursula wurde verschont, da Attila sie ehelichen wollte. Als Ursula dies ablehnte, wurde auch sie getötet und die Prophezeiung damit erfüllt. So kam Köln an diese riesige Menge an Reliquien.

Bis 1802 war St. Ursula ein Kloster, wurde aber dann aufgehoben und ist seit 1804 Pfarrkirche. Übrigens wurden 1802 alle Klöster in Köln im Rahmen der Säkularisierung (Verweltlichung) aufgehoben und meist einer Gemeinde zugeteilt. Unbedingt anschauen müssen wir uns die Goldene Kammer. Diese begehbare Reliquienkammer ist bis zur Decke mit Gebeinen und Knöchelchen gefüllt, dazu noch jede Menge Reliquienbüsten. Sie wurde 2005 eröffnet. Unbedingt anschauen.
Nachdem wir St. Ursula verlassen haben, bietet sich ein leckeres Kölsch in der Schreckenskammer an. Direkt neben St. Ursula befindet sich das Brauhaus zur Schreckenskammer. Erstmals 1442 urkundlich erwähnt. Hier gibt es ein eigenes Kölsch, das im Lohnbrauverfahren gebraut wird. Dieses Kölsch wird nach hauseigenem Rezept gebraut und ohne Kohlensäure abgefüllt. Bei schönem Wetter könnt ihr auch im hübschen Biergarten sitzen. Achtung, separater Eingang.
Aber wie kommt man zu so einem Namen? Nun, das ursprüngliche Brauhaus stand in der Johannisstraße und genau gegenüber befand sich eine Eisenbahner-Lehranstalt. Die Lehranstalt hatte aber nicht genug Räumlichkeiten und deshalb wurden die Prüfungen in den Räumen des Brauhauses abgehalten. Irgendwann kam einmal ein Prüfer und suchte diese Räumlichkeiten mit dem Satz, “Na, wo ist denn nun die Schreckenskammer“. Eine andere Erklärung ist, dass die Verurteilten auf dem Weg in die Weckschnapp ( ihr erinnert euch sicher) im Brauhaus ihre Henkersmahlzeit bekamen. Das Kölsch schmeckt jedenfalls hervorragend. Nicht wundern, wenn der Boden sehr sandig ist. Dieser alte Dielenboden wird meist mit Sand gereinigt. Früher wurde Sägemehl benutzt. Heute ist das aber aus Brandschutzgründen verboten.

Nach einer kleinen Stärkung wollen wir nun weitergehen und uns die Reste der mittelalterlichen Stadtmauer und die Gereonsmühle anschauen.
Ein Stück der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer
Aus der Schreckenskammer kommend gehen wir die kleine Straße entlang und stoßen nach wenigen Metern auf die Eintrachtstraße. Hier biegen wir links ab und kurz darauf gehen wir rechts in die Cordulastraße. Der Name kommt von der Heiligen Cordula, einer Weg- und Leidensgefährtin der Heiligen Ursula. Jetzt erreichen wir den etwa 2,5 Hektar großen Klingelpützpark. Hier stand bis 1969 die Justizvollzugsanstalt. In den 30er Jahren war das Gefängnis gleichzeitig auch die zentrale Hinrichtungsstätte der N***s im 2. Weltkrieg. Über
1000 Menschen wurden hier hingerichtet.

Wir durchqueren den Klingelpütz Park und halten uns links. So kommen wir auf den Gereonswall. Hier steht der Gereonsmühlenturm und ein gut erhaltenes Stück der Stadtmauer. Der Gereonsmühlenturm ist Bestandteil des 113 Meter langen Restes der mittelalterlichen Stadtmauer und liegt zwischen Gereonswall und Hansaring. Die Mühlen waren extrem wichtig für die Stadt, da sie im Falle einer Belagerung die Versorgung mit Getreidemehl garantierten. Der Gereonsturm wurde 1446 erstmals urkundlich erwähnt. Er gehörte zu den 12 Toren und 52 Türmen, die ab 1180 die Stadt mit der Stadtmauer umgaben.

Der Turm wird seit den 50er Jahren durch die Einrichtung der Katholischen Studierenden Jugend genutzt und deshalb auch gerne „KSJ – Tower“ genannt. Südwestlich der Gereonsmühle gibt es noch ein kleines Stück der Stadtmauer. Hier wurde ein Wohnhaus fast komplett in die Mauer gebaut. Der Halbturm ist Teil des Wohnraumes. Erst 1980 hat man die Mühle und den Rest der Stadtmauer endgültig restauriert, was mich ein wenig an die Dauer des Dombaus erinnert. Scheint in Köln alles ein wenig zu dauern.
Gereonsturm an der mittelalterlichen Stadtmauer Köln.-(Kölschgänger)
Nicht weit von hier ist der Hansaring. Dieser hat seinen Namen nicht, wie viele glauben, vom Hansa-Hochhaus, lange Zeit das höchste Hochhaus Europas, sondern er erinnert daran, dass Köln lange Zeit den Vorsitz der deutschen Hanse in diesem mittelalterlichen Städtebund inne hatte. Hier in der Ecke befindet sich auch die Straße am Kümpchenshof.

Und genau auf diesem Kümpchenshof soll das Drama um Jan und Jriet seinen Anfang genommen haben. Aber das nur am Rande. Gereon kommt hier im Veedel in sechs Straßennamen vor, was die Präsenz von St. Gereon für dieses Veedel erklärt.
Entlang der Stadtmauer gehen wir weiter, bis wir links in die Probsteigasse einbiegen. Nach 200 Metern geht es rechts auf die Christophstraße, auf der sich die Kneipe „Em Hähnche“ befindet. Ein sehr hübsches kleines Gasthaus. Gezapft wird Gilden Kölsch. Es besteht auch die Möglichkeit, draußen zu sitzen.
Nach einer Stärkung gehen wir wenige Meter zurück und biegen dann Richtung Gereonskloster ab und 100 Meter weiter wieder links auf den Gereonshof. Nun schauen wir uns St. Gereon in Ruhe an. Die Kirche St. Gereon gehört zu den zwölf großen romanischen Kirchen in Köln. Zum Bau dieser Kirche gibt es natürlich auch wieder einige Legenden.

Angeblich war Gereon der Anführer einer Thebäischen Legion, der den Auftrag hatte, die Christen zu verfolgen. Da er sich weigerte, diesen Auftrag auszuführen und in Köln seine Waffe dem Kaiser zu Füßen legte, wurden er selbst und seine 318 Männer geköpft. Eine andere Legende sagt, dass an dieser Stelle der Brunnen gestanden haben soll, in den die Körper der Märtyrer geworfen wurden. Tatsächlich konnte aber nie ein Brunnen nachgewiesen werden. Auch die Geschichte, dass die hl. Helena den Bau der Kirche auf Gereons Grabstätte veranlasste, ist allein zeitlich gesehen schon eher unwahrscheinlich.
Erwiesen ist allerdings, dass die Geschichte St. Gereons bereits zu Zeiten des römischen Reiches seinen Anfang nahm.

Einer anderen Legende zufolge, ließ der Erzbischof Anno II. die Kirche erweitern, nachdem ihm die Gefährten Gereons im Traum erschienen waren. In diesem Traum sollen sie dem armen Mann Prügel angedroht haben, wenn er nicht dafür sorge, dass ihre Gebeine in einer für Helden angemessenen Umgebung begraben lägen.
Übrigens ist Gereon auch der Schutzpatron der Soldaten und, man höre und staune, auch der gegen Kopfschmerzen. Diese Ehre hat er allerdings nicht seiner späteren Kopflosigkeit zu verdanken, sondern der Legende, dass ein Bischof von seinen Kopfschmerzen befreit wurde, nachdem er den Staub aus dem Brunnen von St. Gereon eingeatmet hat.

Wenn wir St. Gereon von außen betrachten, stellen wir fest, dass um die Kirche herum viel Grün ist und dass man schon fast das Gefühl bekommt in einem Park zu sein. Direkt daneben im “Gereonsdriesch” finden wir dann tatsächlich noch einen kleinen Park. Mitten drin steht die 1858 gestaltete Mariensäule. Diese stand früher mitten auf der Gereonstraße.

In diesem Park stehen drei Linden, die der bekannte Künstler aus der verbotenen Stadt, Joseph Beuys, 1985 mit Basaltsteinen hier aufstellte. Dazwischen liegt die bekannte Kopfskulptur des Märtyrers Gereon auf dem Boden. Hergestellt wurde diese 2005 von Iskender Yediler.

Jetzt gehen wir weiter, bis wir rechts in die Steinfelder Gasse einbiegen können. Nach 150 Metern geht es links ab auf die Friesenstraße und direkt danach wieder links auf die Zeughausstraße. Der Straße folgend treffen wir auf den Römerturm.
Dieser Römerturm war ein Eckturm der Kölner Stadtmauer aus dem 2. und 3. Jahrhundert, die insgesamt neunzehn Türme hatte. Der Durchmesser von 9,20 Metern und eine Mauerstärke von 2,50 Metern sind schon stattliche Maße. Sehr hübsch ist die ornamentale Ausschmückung mit Hilfe unterschiedlicher Gesteine. Wenige Meter entfernt an der St. Apernstraße steht die Ruine eines weiteren Turms inmitten einer kleinen Grünanlage. Eine kleine Oase mitten in der City.
Wir folgen nun dem Straßenverlauf wieder Richtung Hauptbahnhof. Hier liegt das Brauhaus Gaffel am Dom im traditionsreichen Deichmannhaus. Dieses hat übrigens nichts mit der Schuhfirma zu tun, sondern Deichmann war Besitzer einer eigenen Bank und 1870 Mitbegründer der Deutschen Bank. Außer gut essen und trinken, besteht hier auch die Möglichkeit, das „Zappes-Diplom“ abzulegen und zu einem perfekten Kölsch- Zapfer zu werden. Eine kurzweilige und launige Geschichte.

Viel Spaß auf diesem Rundgang wünscht euch Ronald

Nostalgie in NippesIn Nippes ist die „gute alte Zeit“ manchmal noch sehr nah, denn dort gibt es noch Erinnerungskultur p...
14/04/2026

Nostalgie in Nippes

In Nippes ist die „gute alte Zeit“ manchmal noch sehr nah, denn dort gibt es noch Erinnerungskultur pur. Nachdem ich bereits über den Sportverein „Olympia Köln“ berichtet habe, dessen Gebäude bald 100 Jahre alt wird, möchte ich diesmal ein paar weitere Nostalgie-Orte betrachten.

Da gibt es zum Beispiel die Sechzigstraße. In dieser ist beim Blick auf die ehemaligen Bahnarbeiterhäuser so manche Fassade mit alter Beschriftung zu sehen. Dort tobte damals das Leben, im sogenannten Sechzigveedel. Man konnte dort fast alles für den täglichen Bedarf bekommen. Später übernahm der noch heute fast täglich stattfindende Wochenmarkt am Wilhelmplatz die Versorgung mit Obst und Gemüse.

Die Sechzigstraße wurde bereits 1871 angelegt, nur hieß sie damals noch „Eisenbahnstraße“. Früher gab es sogar das Sechzig-Brauhaus in der Sechzigstraße. Dieses gehörte eine Weile dem Vater des Kölner Amateur-Bahnradweltmeisters Matthias Engel.

Man kann diese Straße quasi als Schlagader des Eisenbahnerviertels bezeichnen. Dort, wo heute ein Fahrradladen ist, gab es bis in die 60er-Jahre ein Kino.

Richtig nostalgisch wird es beim Friseursalon im Retro-Stil der 50er- und 60er-Jahre. Er wurde ungefähr 2014 in diesem Stil eingerichtet und ist im Veedel sehr beliebt – auch wegen seiner Nähe zur Veedelskultur.

Ebenfalls in dieser Nippeser Ecke befindet sich die Kulturkirche. Mittlerweile wird sie auch gerne für Filmdreharbeiten genutzt, da die Kircheneinrichtung komplett erhalten ist. So wurden darin auch die Kirchenszenen aus der Serie „Meuchelbeck“ gedreht.

Wer gerne ein Eis in nostalgischem Ambiente essen möchte, der sollte auf keinen Fall das Eiscafé Engeln in der Cranachstraße verpassen. Über dem Laden steht noch der ursprüngliche Schriftzug „Konditorei Engeln“. Ein weiteres Highlight in Nippes ist der große Bouleplatz im Nippeser Tälchen. Gegenüber liegt der heute als Kultur- und Bürgerzentrum genutzte Altenberger Hof.

So könnte ich nun noch eine Weile fortfahren über Nippes und seine zahlreichen historischen und nostalgischen Bauten, jedoch würde das ein ganzer Reiseführer werden. Fahrt hin, schaut euch um – vielleicht begegnet euch ja eine echte „Nippeser Kraat“. Dabei fällt mir ganz spontan noch die leider mittlerweile verstorbene Marktfrau vom Wilhelmplatz, Marita Eul(+2024), ein: ein ehemaliges echtes Nippeser Original.

Euch weiterhin eine schöne Woche, eure Elisabeth

Olympia KölnZur Zeit ist Olympia in aller Munde. Die Abstimmung der Kölner Bürger läuft noch auf Hochtouren.  Doch wenn ...
13/04/2026

Olympia Köln

Zur Zeit ist Olympia in aller Munde. Die Abstimmung der Kölner Bürger läuft noch auf Hochtouren. Doch wenn man in Köln von Olympia spricht, dann kann auch dieses alte Backsteingebäude gemeint sein.
Der Betriebssportverein der Reichsbahn gründete sich damals nâmlich unter dem Namen Reichsbahnturn-u.Sportverein Köln.
Zunächst waren in diesem Verein vorzugsweise Reichsbahner aktiv.

1930 wurde das hier gezeigte Backsteingebäude errichtet. Auf dem Gelände des Bahn-Ausbesserungswerkes Nippes . In dem riesigen Gebäude wurde Handball, Fußball, Faustball, Ringen usw...betrieben.

Es sollte nicht bei den Reichsbahnern bleiben, man öffnete die Mitgliedschaft auch anderen Vereinen, die mit Sport zu tun hatten..
So kam man zum sogenannten Ringerkleeblatt. Zu diesem gehörten Georg Pulheim, Ferdinand Schmitz und Heinrich Nettesheim.

Mit Nettesheim und Pulheim hatte Köln 1936 , zwei nominierte Olympiateilnehmer für Berlin. Allerdings kam es durch eine bedrohliche Erkrankung Pulheims nicht zu dessen Einsatz. Heinrich Nettesheim schied bereits in der zweiten Runde aus.
Allerdings konnten die beiden Ringer später noch einige Meistertitel außerhalb von Olympia, für sich verbuchen.

Im Oktober 1949 gab sich der Verein den heutigen Namen Eisenbahnersportverein Olympia Köln.
Der Namenszusatz „Olympia“ soll dabei auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen und das große Angebot an Sport Aktivitäten hindeuten.

So ist auch heute noch das schwarz- rote Vereinslogo am Gebäude von Olympia Köln angebracht. Wenn Köln tatsächlich an den Olympischen Spielen teilnehmen sollte, wäre das Gebäude schon über 100.Jahre alt.

Wie steht ihr zu einer Teilnahme Kölns an Olympia?

Eine schöne Woche wünscht euch, Elisabeth.



Der Mönchhof und mehrUnd mehr? Klar, denn Sürth hat viel zu bieten.Sürth liegt direkt hinter Weiss und kurz vor Godorf. ...
12/04/2026

Der Mönchhof und mehr

Und mehr? Klar, denn Sürth hat viel zu bieten.
Sürth liegt direkt hinter Weiss und kurz vor Godorf. Wie so viele Orte am Rhein war es einst ein beschauliches Fischerdorf.
Auch besaß es die Erlaubnis eine Fähre zu betreiben, was damals als Fahrgerechtigkeit bezeichnet wurde.
Heute schmunzelt manch einer, wenn er die Bezeichnung „Sürth-Südstadt“ liest. Der Ort ist eine charmante Mischung aus Alt und Neu. Besonders deutlich wird das rund um den Mönchhof, wo ein modernes Quartier für die Sürther Mittelschicht entstanden ist.
Sürth kommt übrigens aus dem Altdeutschen und bedeutet so viel wie “trockener Ort”. Nach Köln eingemeindet wurde es 1975 und zählt zu Rodenkirchen.

Wie es im Stadtbezirk Rodenkirchen fast schon Tradition ist, hat auch Sürth sein eigenes Restaurant auf dem Rhein. Das Sürther Bootshaus lädt von Mittwoch bis Sonntag zum Verweilen ein (vor der Pandemie waren die Öffnungszeiten noch großzügiger, aber ein Besuch lohnt sich nach wie vor).

Eine große Eisdiele befindet sich direkt gegenüber der alteingesessenen Firma Atlas Copco. Und was soll ich sagen? Das Eis ist köstlich! Bei meiner Tour durch den Ort habe ich es natürlich direkt probiert – und praktischerweise war das Parken gegenüber am Sonntag erlaubt. Die schwedische Firma Atlas Copco ist ein sogenannter Global Player und im Kölner Süden bereits seit 1871 verwurzelt.

Ein markanter Schornstein zog meine Aufmerksamkeit besonders auf sich. Dahinter verbirgt sich ein echtes Highlight: die „Alte Lederfabrik“. 1904, noch in der Kaiserzeit, erbaut, dient sie heute als Kunstatelier.

Auch architektonisch bietet Sürth Kontraste, wie die
Brüder-Grimm-Schule. Ein charakteristischer Nachkriegsbau.
Auch die "Alte Reichspost" findet man noch dort. Heute beherbergt das Gebäude von 1880 das italienische
Restaurant „La Posteria da Giuseppe“. Es zählt zu den ältesten Bauwerken des Ortskerns.

Selbst die Firma Linde, welche den meisten noch für ihre Kühlschränke geläufig ist, hat es in Sürth gegeben. Sie hatten 1927 die erst 1920 errichtete Maschinenfabrik übernommen.

Doch nun zu dem Gut Mönchhof, das schon von weitem sichtbar ist und meine Neugier geweckt hat.
Es war einst ein Vierkanthof, dessen hohe Toreinfahrt zum Innenhof, noch heute ein Highlight ist. Moderne Glasfenster neben alten Mauern, machen den Kontrast des Mönchshofquartiers besonders deutlich.
Besonders markant ist die Toreinfahrt zum Innenhof. Wenn man durch dieses Tor geht, fühlt man sich für einen Moment in die Zeit zurückversetzt, in der Sürth noch ein reines Bauerndorf war. Der Kontrast zwischen den dicken, alten Mauern und den modernen Glasfronten der neuen Häuser direkt daneben macht den besonderen Reiz aus.
Erbaut wurde er bereits im Mittelalter, in der Zeit des 13. Jahrhunderts, als Sürth noch mehr ein Bauerndorf als ein Fischerdorf war. Verschiedene Abteien / Kirchen bezogen ihre Güter/Frohn aus den größeren Sürther Höfen. So auch die Abtei Altenberg bei Odenthal.

Wenn euch der kleine Rundgang durch das beschauliche Sürth gefallen hat, lasst es uns wissen.

Euch einen schönen Sonntag, eure Elisabeth

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Cologne

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