07/08/2026
Die Lawine, die am Broad Peak in Pakistan 10 Bergsteiger unter sich begrub, hat uns tief erschüttert. Unter den Verunglückten befand sich auch Sohail Sakhi, ein Alpinist aus Aliabad/Hunza, der maßgeblich am Aufbau unserer Pakistan-Reisen beteiligt war.
Als mich Sohail im September 2017 im Café de Hunza in Karimabad ansprach, wusste ich noch nicht, dass dies der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei Menschen aus unterschiedlichen Kulturen werden würde. Damals war Pakistan noch ein verschlossenes Land, geprägt von Checkposts und abenteuerlichen Straßen. Dank Sohails Unterstützung führten wir nur ein Jahr später unsere erste Reisegruppe durch die wilde Welt des Karakorum und Himalaya. Wir erlebten einen halben Meter Neuschnee am Nanga Parbat und fotografierten die goldenen Herbstfarben in Hunza. Sohails Persönlichkeit, sein Humor und seine Visionen waren einzigartig. Mit seiner Begeisterung verwirklichten wir außergewöhnliche Abenteuer zu zweit, unter anderem ein Trekking zum K2 Basecamp, auf der wir zwei Wochen lang ein Ein-Personen-Zelt teilten und lernten, die einfachen Dinge des Lebens zu schätzen. Eine Zeit, die mich bis heute berührt und die ich tief in meinem Herzen trage.
Aus dem Mathematikstudenten aus Hunza wurde nach der Pandemie ein herausragender Bergsteiger, der die Achttausender Pakistans und Nepals teilweise im Alleingang und ohne die Unterstützung von Trägern im Alpinstil bestieg.
Lieber Sohail, ich danke Dir, dass Du mir in den letzten 9 Jahren Deine Berge gezeigt, mich in Deine Familie aufgenommen und mir als Freund die Magie Pakistans nähergebracht hast. Die Nachricht vom Broad Peak hinterlässt eine riesige Lücke bei mir und bei allen, die Dich kannten. Doch ich bin sicher, dass Dein Weg dort weitergeht, wo die höchsten Berge der Welt den Himmel berühren. Auf ein Wiedersehen – irgendwo zwischen den mächtigen, schneebedeckten Gipfeln des Karakorum. Ruhe in Frieden, Bruder.
Markus Protze und das Team von schulz aktiv reisen