08/09/2021
Im Mai dieses Jahrs stand Luthers Reise von Wittenberg nach Worms vor 500 Jahren im Fokus der Öffentlichkeit. Sein standhafter Auftritt vor Kaiser Karl V. und dem versammelten Reichstag hat Weltgeschichte geschrieben.
Doch was nach Luthers Abreise aus Worms folgte, ist ein nicht weniger beachtenswertes Drama unter Regie des Kurfürsten Friedrich des Weisen. Ein Luther-Team aus Bad Liebenstein begibt sich nun 500 Jahre später auf Luthers Spuren von Worms über Eisenach bis zum Ort der Gefangennahme im thüringischen Steinbach in einer zeitgemäßen Inszenierung mit einer Elektro-Kutsche, die seit 2020 für Stadtrundfahrten in Bad Liebenstein zum Einsatz kommt.
Doch so wie sich Luther nicht beirren ließ, geben auch die heutigen Protagonisten nicht auf. Darum begibt sich nun ein Luther-Team auf Reisen: 225 Kilometer von Worms auf die Wartburg auf dem Lutherweg 1521.
In den historischen Tagesetappen macht die kleine Reisegruppe an Orten Station, die auch schon der Reformator besucht hat.
Zum Lutherteam gehören der Steinbacher Initiator und Landtagsabgeordnete Marcus Malsch, der ehemalige Landrat des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, Ralf Luther sowie Vertreter des Vereins „Lutherweg in Hessen“. Gut gerüstet gehen die Teilnehmer auf die Reise „Zum Glück haben wir heute nicht die drohende Reichsacht im Gepäck, sondern kulinarische und handwerkliche Spezialitäten unserer Heimat – doch wir reisen nicht nur als Thüringen-Botschafter, ich freue mich auf spannende Begegnungen mit Partnern, Freunden und Fremden entlang des Weges und auf den Austausch über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges“, sagt Marcus Malsch. Das Luther-Team will unterwegs in vielen Gesprächen neue Thesen sammeln, welche die Sicht der Menschen auf die aktuellen Herausforderungen unserer Zeit widerspiegeln.
Im Nachgang wird dann der Reisekoffer geöffnet, um über das Mitgebrachte zu diskutieren und die Ergebnisse aufzuarbeiten.
Quelle: Thüringer Allgemeine, Norman Meißner