09/06/2026
In meiner alten Wahlheimat geht es gegen Massentourismus an sich um etwas anderes. Mehr "normale" Touristen können nicht nach Mallorca kommen, wenn alle Hotelbetten ausgebucht sind. Die Anzahl der Hotelbetten wurde beantragt und genehmigt, egal ob die Inselregierung von konservativen Kräften (Rechts/Mitte) oder linken Bündnissen (Rot-Grün/Links) regiert wird. Wenn die Betten voll sind, ist an der normalen Zahl der Hotelgäste der Peak erreicht. Das ist nicht die Ursache für den Unmut. Mit ein Grund sind die Heuschreckentouristen der Kreuzfahrtschiffe, die nur zeitweilig in Palma bleiben und keinen relevanten Umsatz dort lassen. Das größte Problem aber, ist der Wohnungsmarkt. Immer mehr Wohnungen und Häuser werden als Ferienwohnungen/Fincas über zig Portale angeboten, das bringt den Besitzern mehr Geld. Viele, die diese Art des Tourismus freudig buchen, sind Individualtouristen und meinen, dass solch ein Urlaub nachhaltiger ist oder einen näher an Einheimische bringt. Sowas wie Urlaub auf Augenhöhe, Privatsphäre und so🤔..... Immer weniger Wohnungen stehen dadurch zur Verfügung und werden dem "normalen" Wohnungsmarkt entrissen. Weniger Wohnungen bei riesiger Nachfrage durch Residentes. Das hat auch zur Folge, dass die Mieten exorbitant steigen. Der Wohnraum ist nicht mehr bezahlbar geworden. Kellner, die Saisonverträge haben, teilen sich 20qm zu fünft, oder campieren in Zelten oder in Wohnwagen kurz außerhalb Palmas in Nähe der Eisenbahngleise. Achtet mal darauf, wenn ihr mit dem Roten Blitz Richtung Soller fahrt. Krass ist die Geschichte einer Grundschullehrerin, die auf Ibiza im Haus ihrer Eltern lebt, aber in Mallorca unterrichtet. Sie findet keine bezahlbare Wohnung. So fährt sie jeden Tag mit der Fähre hin und her, wenn sie Zeit hat, ansonsten fliegt sie – mitfinanziert durch die Schule. Wahnsinn! Daher kann ich die Einheimischen verstehen. Leider kommt es in den Medien falsch rüber, denn die Bild schreibt, dass Touristen allgemein unerwünscht sind. Dies trifft nur teilweise zu, aber die Mallorquiner wissen sich einfach nicht mehr anders zu helfen. Sie fühlen sich hilflos.
Schon jetzt machen die Ausrichter für die geplante Kundgebung Ende Juli mobil und wollen möglichst viele Menschen auf die Straße locken