19/12/2016
Pressemitteilung Stadtführer Lauf e.V.
Vorstand
Lauf, 16.12.2016
Sollte das Ergebnis der bisherigen Haushaltsberatungen tatsächlich die faktische Schließung des "I-Punkts" in der Laufer Kaiserburg sein, würde der Verein der Laufer Stadtführer dies als Katastrophe für die weitere positive Entwicklung des (Kultur-)Tourismus in unserer Stadt ansehen. Gerade das laufende Jubiläumsjahr "700 Jahre Karl IV" hat gezeigt, dass das Interesse von Touristen, Reiseveranstaltern, Schulen und historisch Interessierten von dessteigende Besucherzahlen: seit dem 28. Mai dieses Jahres haben allein wir Stadtführer im Zusammenhang mit Karl IV und seiner Burg in 295 Führungen 4.842 Besucher geführt. Dies bedeutet im Schnitt 1,5 Führungen pro Tag und eine Steigerung der Besucherzahlen um über 50 Prozent des sonstigen Aufkommens. Weil das Angebot auch die Nachfrage bestimmt, haben wir alles daran gesetzt, den gesteigerten Anforderungen personell zu entsprechen und sämtlichen Anfragen und Buchungen zu entsprechen - und dies mit 14 Vereinsmitgliedern ausschließlich in ehrenamtlicher Tätigkeit. Ja mehr noch: im Zusammenwirken mit dem hauptamtlich besetzten I-Punkt, den Altstadtfreunden und dem Verein Bürgertreff haben wir bisher das Jahr über dafür gesorgt, dass wochentags und am Wochenende die Burg zu den üblichen Öffnungszeiten für Besucher offensteht und qualifizierte Burgführungen angeboten werden. Gemeinsam haben wir dies ebenfalls ehrenamtlich "gestemmt" und sind dabei personell bis an die Belastungsgrenze gegangen.
Eine drohende Entscheidung, die inzwischen eingeführte und bewährte Anlaufstelle in der Burg (die inzwischen auch die Funktion einer Tourist-Information für die Stadt Lauf, den Landkreis Nürnberger Land und Teile der Metropolregion Nürnberg erfüllt!) nicht mehr hauptamtlich zu unterhalten, müssten wir nicht nur mit mehr als einer gehörigen Portion Enttäuschung begegnen. Ein solches politisch kurzsichtiges Votum betrachten wir auch als Missachtung des ehrenamtlichen Engagements. Eine Sicherstellung der Zugänglichkeit der historischen Räume der Burg unter der Woche und am Wochenende sowie künftig auch noch die personelle Besetzung des I-Punkt ausschließlich auf uns Ehrenamtliche abzuwälzen, zeugt von bemerkenswerter Unkenntnis der zur Verfügung stehenden Ressourcen in den beteiligten Vereinen.
Die Besichtigung der Stadt Lauf mit einem geführten Besuch der Laufer Kaiserburg inzwischen von mehreren Reiseveranstaltern in Prag und Westböhmen sowie von Bildungsreisen-Anbietern (z.B. Studiosus Reisen München allein 3x) in Deutschland fest ins Programm aufgenommen worden. Eine professionelle Außenwirkung ist unabdingbar und wird inzwischen einfach erwartet. Hierfür ist eine zentrale Koordinierungs- und Auskunftsstelle auch für die Zukunft dringend nötig: Ein großer Teil der Anfragen nach geführten Stadt- und Burgführungen laufen nach wie vor über die von der Stadtverwaltung dem Verein der Stadtführer zur Verfügung gestellten Telefonnummer, ehrenamtlich an nahezu allen Tagen des Jahres. Dies kann kein Dauerzustand sein!
Auf der Erfolgswelle des Jubiläumsjahres, der Lauf als Reiseziel für Reisegruppen auf den Spuren mittelalterlicher Geschichte müssen wir auch ab April weiterschwimmen! Gerade in finanziell angespannten Zeiten müssen wir Laufer den Tourismus als neu entstandene Einkommensquelle für Gastronomie und Einzelhandel und das Stadtsäckel gleichermaßen ausbauen. Eine faktische Schließung oder auch nur eine Schwächung des I-Punkts wäre aus unserer Sicht das völlig falsche Signal und eine Unterminierung aller bisher in die Restaurierung und Außenwirkung investierten Finanzmittel. Im Gegenteil: es ist aus unserer Sicht dringend nötig, dass wir uns alle mit vereinten Kräften für den weiteren Ausbau des touristischen Profils von Lauf und seiner einmaligen Burg engagieren – in professioneller Weise in Zusammenwirken mit der Stadt, dem Landkreis, der Metropolregion und dem Freistaat Bayern.
Stadtführer Lauf e.V.
Vorstand
A. Popp, H. Höfel, T. Viewegh