23/10/2020
Kreuzfahrt - Aber sicher!
Bei einem Sechs-Tages-Trip durch die Ostsee konnte ich mich vom neu aufgelegten Hygienekonzept
der Mein Schiff 1 überzeugen. Durch den Online-Check-In konnte ich den Schiffspass bereits
ausdrucken und an der Rezeption der Helios-Klinik zusammen mit einem Datenschutzformular
vorlegen.
Für die Blaue Reise benötigt jede/r der an Bord geht einen negativen COVID-19- Nachweis.
Führt den COVID-19-Test eine verifizierte Helios-Klinik durch, ist dieser im Reisepreis inkludiert und
das Testergebnis wird automatisch an die Reederei weitergeleitet.
Bei mir wurde der Test nur in Form eines Rachenabstrichs durchgeführt. Dieser war unangenehm
aber auszuhalten. Zu Hause musste zusätzlich zum Schiffsmanifest ein Gesundheitsfragebogen
ausgefüllt werden mit Fragen zum aktuellen Befinden.
Nach dem ich bis 16:00 Uhr am Anreisetag nichts von der Klinik gehört habe, konnte ich beruhigt
nach Kiel zum Hafen anreisen. Der Check-In und die Sicherheitskontrolle verliefen ebenfalls
reibungslos, es gab drei verschiedene Anreise-/Abreise-Zeitfenster, welche man vorab in der Mein
Schiff App buchen konnte.
Dadurch kamen nicht alle Passiere zur gleichen Zeit und die Sicherheitskontrollen verliefen schnell
und ohne Probleme.
Das neu ausgeklügelte Hygienekonzept der Mein Schiff wurde in allen Punkten gut umgesetzt.
Es startete beim kontaktlosen Check-In: die Mitarbeiter der TUI Cruises empfingen alle Gäste am
Ostseekai freundlich und mit Alltagsmaske. Meinen Koffer stellte ich einfach vor das Förderband und
ging durch die Sicherheitskontrolle weiter zu Mitarbeitern hinter Plexiglas-Scheiben. An diese war der
ausgedruckte Schiffspass sowie der Personalausweis zu halten, so konnten die Mitarbeiter alles
kontaktlos auf Übereinstimmung überprüfen. Nur für das zu hinterlegende Foto durfte die Maske für
einen kurzen Augenblick abgenommen werden. Über die Gangway gelangte ich mit viel Abstand zu
anderen Reisenden ins Innere der Mein Schiff und konnte es erst jetzt realisieren, die Kreuzfahrt
konnte wirklich sicher starten!
Auch auf dem Schiff begrüßten mich nette Mitarbeiter und zeigten mir den Weg auf.
Auf der Mein Schiff angekommen, sollte ich mich unverzüglich zur Seenotrettungsübung begeben, da
diese verpflichtend für jeden Passagier ist und das Schiff ohne die Durchführung dieser Übung nicht
ablegen darf.
Jede Kabine hat hierfür eine Musterstation zugeteilt bekommen.
Dort wurde in kleinen Gruppen erklärt, wo im Notfall die Rettungsweste zu finden und wie diese
anzulegen ist.
Nach der kurzen Seenotrettungsübung war es auch schon kurz vor 19:00 Uhr, Zeit zum Ablegen.
Um das Auslaufen zu genießen, bin ich auf das Oberdeck. Der Kapitän begrüßte alle Gäste und wer
wollte erhielt einen “Auslauf-Sekt“; schon erklang die Auslaufhymne „Große Freiheit“ von Unheilig
und die Mein Schiff 1 legte ab. Die Passagiere standen an Deck gut verteilt, der Mindestabstand konnte gut gewahrt werden und
jeder hatte Freude daran, zuzusehen wie die Mein Schiff den Kieler Hafen verließ und aufs offene
Meer hinausfuhr.
Übrigens kann man in jedem Restaurant an Bord sehr gut essen und fast rund um die Uhr.
Im Theater mit Kino-Bestuhlung werden zu unterschiedlichen Zeiten Musik-Show’s oder Vorträge
angeboten, die mit Mund-Nase-Schutz während der gesamten Vorstellung besucht werden können.
Ein Blick in die Mein-Schiff-App verrät mir, ob noch Plätze frei sind und welche Programmpunkte
außerdem angeboten und noch gebucht werden können.
Aufgrund der Hygienevorschriften musste ich mir vor dem Betreten eines jeden Restaurants die
Hände an extra eingerichteten Waschbecken waschen und anschließend desinfizieren. Ein
Crewmitglied notierte meine Kabinennummer, danach konnte ich erst ins Restaurant eintreten, wo
mich eine weitere Mitarbeiterin zu einem freien Tisch begleitete. Während ich mich an Bord
bewegte, war ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. In der Kabine lagen ausreichend Masken bereit in
einer Folie eingeschweißt.
Zu den Highlight‘s der Reise zählte die direkte Fahrt vorbei an den Kreidefelsen und dem Königsstuhl
der Insel Rügen sowie eine 180-Grad-Drehung im Herzen von Stockholm.
Für Unterhaltung an Bord sorgten der Gast-Starkoch Johann Lafer, der auch live gekocht hat und die
Passagiere mit mehreren 5-Gänge-Menues verwöhnte. Daneben waren zwei Profi-Sängerinnen
Namens Barbara Raunegger und Lanie Simalinog mitgereist, die Musik-Shows auf hohem Niveau im
Theater boten, Lilo Wanders sorgte ebenfalls für kurzweilige Momente. Ein in Schweden gebürtiger
Lektor, Marcus Kummerer, informierte über seine Heimat.
Auch das große Fitness-Studio, eine Sauna und ein SPA-Bereich können genutzt werden. An Deck
stehen verschiedene beheizte Pools und Whirlpools zur Verfügung. Ebenso kann man es sich in
Strandkörben oder auf Liegen gemütlich machen.
Die Kreuzfahrtdirektorin gestaltete jeden Tag eine Unterhaltung-Show, die wie alle Show’s und
Vorträge auch in der Kabine per TV genossen werden konnte. Der Kapitän sowie alle 849
Crewmitglieder aus 42 Nationen verabschiedeten sich vor der Kamera mit dem Lied "Große Freiheit";
dies war ein sehr bewegender Anblick.
Am Abreisetag sollten die Passagiere selbstständig mit Ihrem Gepäck im vorab gebuchten Zeitfenster
das Kreuzfahrtschiff verlassen. Die Kreuzfahrtdirektorin kündigte das jeweilige Zeitfenster an.
Auch das „Von Bord gehen“ verlief problemlos, ein kleiner Stau bildete sich nur auf meinem
Kabinenstock vor den Aufzügen. Aber auch hier haben alle aufeinander geachtet, den
Mindestabstand eingehalten und darauf geschaut, dass nie mehr als 4 Leute den Fahrstuhl benutzen.
Abschließend kann ich die Kreuzfahrt sehr weiterempfehlen, da das Schiff nur eine 60%ige Auslastung hatte.
Man fühlt sich rund um sicher. Selbst wenn man nicht von Bord darf wird es nicht langweilig. Denn das
Schiff an sich ist ja auch schon eine tolle Destination worauf man viel entdecken und erleben kann.
Ihre
Michaela Kramer