01/05/2022
Eine spannende und interessante Story zum 1. Mai 😹😹
Es ist die allgemeine Vorstellung der Walpurgisnacht, vom 30. April auf den 1. Mai, in der sich Hexen zusammenrotten und wilde Feste abhalten. Aber sie gilt nicht nur als eine Zeit der Magie und Hexerei, sondern symbolisiert einen Übergang: Man kommt zusammen, verabschiedet sich von der kalten Jahreszeit, treibt mit Feuern den Winter aus und läutet die warmen, sonnigen Monate ein. Mancherorts ist es geradezu ein gesellschaftliches Spektakel. Auf dem Brocken, der auch Blocksberg genannt wird und als der Hexentreffpunkt schlechthin bekannt ist, treffen sich jedes Jahr tausende Menschen, feiern auf dem berühmten „Hexentanzplatz“ diese gewichtige Nacht und vermischen dabei den Glaube an Hexensabbat und Jahreszeitenwechsel. Doch was macht dieses Datum so besonders?
Die Namensgeberin der “Walpurgisnacht” ist die heilige Walburga, eine angelsächsiche Benediktinerin, die um 710 in Devonshire (England) geboren wurde. Angeblich soll sie die Tochter des heiligen Richard von Wessex gewesen sein, was jedoch nicht belegt ist. Walburgas offizieller Gedenktag in der katholischen Kirche ist ihr Todestag. Das weiter verbreitete Datum des 1. Mais bezieht sich auf ihre Heiligsprechung, welche 870 von Papst Hadrian II. durchgeführt wurde.
Die neun Tage, welche der Walpurgisnacht vorangehen, wurden “Walpurgistage” genannt. In diesem Zeitraum läutete man die Kirchenglocken als Abwehr gegen das Treiben des Bösen. Anstatt dieses als “Hexennacht” oder “Teufelsnacht” zu betiteln, erinnerte man an den Namen und den Tag der Heiligen, der ihm folgt. Namen können magische oder, wie in diesem Fall, heilige Macht besitzen. Mit der heiligen Walburga als Namensgeberin glaubte man wohl, Unheil und Zauber zu bannen. Dass der berühmte Hexenflug jedoch ausgerechnet in dieser Nacht stattfindet, ist dennoch kein Zufall.
Das keltische Fest Beltaine, oder auch Beltane [...] fällt auf den 1. Mai. Es liegt somit ungefähr auf halbem Wege zwischen Frühlingsanfang und der Sommersonnenwende. Da in der Zeitrechnung des keltischen Jahres der Anbruch des nächsten Tages stets mit dem Sonnenuntergang beginnt, findet es schon in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai statt.
Beltane markiert den Beginn des Sommers und ist vor allem in Irland, Schottland und der Isle of Man belegt. In der irischen Kultur ist es derart verwurzelt, dass das Wort Bealtaine im modernen Irisch den Monat Mai bezeichnet. An diesem Tag ist es den Menschen – sowie an den anderen hohen Feiertagen Imbolc, Lughnasadh und Samhain – möglich, die Bewohner der Feenhügel und -bäume zu sehen, da sich die Grenzen zwischen unserer und der Anderswelt weitgehend auflösen.
Der Morgentau, den man vor Sonnenaufgang am 1. Mai auffing, galt als magisches Schönheitsmittel. Man breitete Tücher auf Wiesen und unter Bäumen aus, die den sogenannten “Maitau” aufsaugten. Wusch man sich damit Gesicht und Körper, sollte er sogar weniger ansehnlichen Frauen zur Schönheit verhelfen bzw. Schönheit bis ins hohe Alter bewahren.
Es ist kein Geheimnis, dass in der Geschichte des Christentums Feste und Traditionen vorchristlicher Religionen und Kulte umgedeutet und neu interpretiert wurden, um sie dem neuen religiösen Kontext anzupassen. Auch die Maifestlichkeiten erfuhren diese Behandlung. Betrachtete man die Geister der Anderswelt als Geschöpfe des Teufels, so wurden die Menschen, die sich zu ihren heiligen Festen versammelten, über die Zeit zu Hexen und Teufelsanbetern. Der Grundgedanke einer besonders magischen Zeit, sei er übler oder heiliger Natur, blieb jedoch erhalten.