Anno dazumal in Mandelbachtal

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Anno dazumal in Mandelbachtal: Wie die Naturbühne in Gräfinthal entstanden istZwischen sanften Hügeln und hohen Bäumen t...
17/08/2026

Anno dazumal in Mandelbachtal: Wie die Naturbühne in Gräfinthal entstanden ist

Zwischen sanften Hügeln und hohen Bäumen tut sich im Letschenbachtal eine Lichtung auf mit malerischen leinen Häuschen, Gartenmauern und Wegen. Darin erscheinen viele bunte Gestalten und verwandeln die Kulisse in eine lebendige, lustige, fantastische Welt. Das ist der Zauber unserer Naturbühne in Gräfinthal.

Wohl fast jeder Saarländer war schon mindestens einmal hier, für viele ist sie der Inbegriff für einen sommerlichen Ausflug ins Reich von Märchen und Geschichten, für unbeschwerte Stunden unter freiem Himmel. Und viele können von sich sagen, dass auch schon ihre Großeltern oder sogar ihre Urgroßeltern hier zu Besuch waren, denn die Bühne gibt es schon seit 1932.

Heute gehört sie zu den modernsten und schönsten Naturbühnen in ganz Deutschland. Grund genug für uns im Rahmen unserer Reihe "Anno dazumal in Mandelbachtal" mal einen Blick in die Geschichte dieses einheimischen Kulturschatzes zu werfen.

Alles begann damit, dass der Männergesangverein Harmonie Bliesmengen-Bolchen am 7. Februar 1932 den Entschluss fasste, in der Ochsenklamm, unweit der Wallfahrtskapelle Gräfinthal eine Naturbühne zu bauen. In nur drei Monaten Bauzeit wurde in über zehntausenden Arbeitsstunden der Rohbau fertiggestellt. Die vielen freiwilligen Helfer aus Bliesmengen-Bolchen hatten dabei das Glück, von einer Gruppe Erwerbsloser unterstützt zu werden, die damals von der Gemeinde Bliesmengen-Bolchen in Pflichtarbeit beschäftigt wurden.

Schon am 26. Juni 1932 fand vor ausverkauftem Haus die Premiere des Schauspiels „Elmar“ statt. Das Stück basierte auf der Bühnenfassung des Epos „Dreizehnlinden“ des westfälischen Heimatdichters Friedrich Wilhelm Weber aus dem Jahr 1878. Im Mittelpunkt stand der Titelheld Elmar, ein germanischer Prinz zur Zeit der Sachsenkriege. Er sträubt sich zunächst gegen den neuen Glauben, findet aber schließlich im christlichen Kloster „Dreizehnlinden“ seinen Seelenheil. Es thematisiert den historischen und religiösen Konflikt bei der Einführung des Christentums in Sachsen. Das kam gut an bei den strenggläubigen katholischen Menschen im Bliesgau.

Und auch die Lage der neugebauten Bühne wurde gelobt: „Wenn eine Naturbühne in reizvoller Gegend liegt; Wald, Buschwerk, Berg und Tal vereint; wenn Berge dann noch einen regelrechten Schalltrichter bilden, sind alle optischen und akustischen Voraussetzungen für eine Freilichtbühne gegeben“ schrieb damals begeistert die Saarbrücker Zeitung.

In den beiden darauffolgenden Jahren lockten die von der Dorfbevölkerung aufgeführten Stücke des Dichters Friedrich Schiller „Jungfrau von Orleans“ und „Wilhelm Tell“ die Besucher massenhaft in die Menger-Bolcher Ochsenklamm.

Nachdem das Saargebietes 1935 in das Deutsche Reich eingegliedert worden war, wurde auch die Naturbühne Gräfinthal von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet und Teil der "NS-Kulturgemeinde". Dies kam aber gar nicht gut an bei den Bliesmenger-Bolcher, die lieber weiter als Laienspieler auf ihrer Naturbühne tätig gewesen wären. So war es kein Wunder, dass der Besuch in den Vorkriegsjahren stark rückläufig war.

Erst 1938 wurde von den neuen Machthabern auf die Initiativen der Dorfbevölkerung reagiert und einer neugegründeten Arbeitsgemeinschaft erlaubt, die Naturbühne noch zwei Jahre lang zu bespielen. Als sich das Blatt im Zweiten Weltkrieg zu Ungunsten der Nationalsozialisten wendete, mussten die Vorstellungen aber eingestellt werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg boten Bliesmengen-Bolchen und Gräfinthal ein Bild der Zerstörung und Verwüstung, da es ab Dezember 1944 zu einem Hauptkampfgebiet geworden war. Doch schon bald nach dem Aufbau der Häuser wuchs bei den Bürgerinnen und Bürgern von Bliesmengen-Bolchen auch wieder der Wille nach einem Neuanfang auf der Naturbühne.

So wurde schließlich am 15. Dezember 1947 der Kulturverein Bliesmengen-Bolchen gegründet, der sofort unter großem Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer den Wiederaufbau der zerstörten Bühnenanlage anging. Schon 1949 konnte, erneut mit dem Stück „Elmar“, die erste Nachkriegsaufführung stattfinden.

1950 setzte man dann mit der Aufführung von Passionsspielen ganz neue Akzente. Bis 1957 wurden diese mehrmals aufgeführt, aber auch populäre Stücke wie „Ben Hur“, „Quo Vadis“ oder die „Jungfrau von Orléans“.

1958 gab es dann allerdings einen kleinen Bruch, als der Spielbetrieb in Gräfinthal vorübergehend zum Erliegen kam. Doch schon 1965 begann man damit, die inzwischen verwilderte Anlage wieder Instand zu setzen. Danach erlebte die Bühne eine grandiose und bis heute andauernde Renaissance, auch dank des gewaltigen Engagements des ganzen Dorfes.

Mit Ausnahme von 2020, in dem wegen Corona alle Aufführungen abgesagt werden mussten, wird seit 1965 auf der Naturbühne ununterbrochen Theater gespielt. Und jedes Jahr ist dabei fast die ganze Dorfgemeinschaft von Bliesmengen-Bolchen den ganzen Sommer über ehrenamtlich im Einsatz, sei es als Schauspieler, Statist, Helfer an den Verkaufsständen und Eintrittskassen oder hinter den Kulissen in der Maske oder im Kostümfundus. Die Mitglieder des Ortsverbandes des Deutschen Roten Kreuzes helfen bei kleinen und großen Beschwerden und freiwillige Helfer weisen den Besuchern Parkplätze zu.

Bis Mitte der 1980er Jahre wurden vorwiegend Klassiker wie „Schinderhannes“ oder „Das Wirtshaus im Spessart“ aufgeführt. Im Jahr 1986 aber gab es dann aber einen entscheidenden Weichenwechsel: Mit „Max und Moritz“ wurde der Auftakt zum bis heute erfolgreichen Kinder- und Märchentheater gemacht. Seither wird jedes Jahr ein Stück speziell für die kleinen Zuschauer und ihre Familien inszeniert. Mit Aufführungen wie „Michel aus Lönneberga“, "Biene Maja“, „Aschenputtel“, „Aladin“, "Das kleine Gespenst", "Popeye", "Pettersson und Findus", "Der gestiefelte Kater", "Heidi" oder ganz aktuell "Pinocchio" wurden in den vergangenen sechs Jahrzehnten große Erfolge gefeiert.

Hinzu kommt seit 2018 jedes Jahr ein Schwank, der sich als Abendvorstellung an ein älteres Publikum richtet. Hier waren Stücke wie "Maria, ihm schmeckt's nicht", "Kohlhiesels Töchter", "Pension Schöller", "Das Wirtshaus im Spessart" oder "Don Camillo und Peppone" zu sehen, die als besondere Komponente nicht selten in Mundart und mit Gesang aufgeführt werden.

Wo so lange Theater gespielt wird, da wachsen über die Jahre selbstverständlich auch viele Talente heran. So gaben etwa die beiden Schauspielerinnen Bianca Hein und Nina Azizi (beide aus deutschen Serien wie "Unter uns" und Fernsehfilmen bekannt) ihr Debüt ehemals auf der Naturbühne Gräfinthal bevor es sie in die Welt zog. Auch die Moderatorin Carmen Bachmann (SR) stand Anfang der 1990er in Gräfinthal auf der Bühne.

Träger der Naturbühne ist bis heute der Kulturverein Bliesmengen-Bolchen, von dessen 300 Mitglieder etwa ein Drittel aktiv tätig sind. Alle Arbeiten rund um die Naturbühne Gräfinthal werden in eigener Regie und vollständig ehrenamtlich durchführt. Dies umfasst sowohl die Pflege der gesamten Anlage sowie die Gestaltung von Bühnenbild, Requisiten und Kostümen, als auch das Einstudieren und Aufführen von Theaterstücken. Auch die Planung, Verwaltung und der Zuschauerservice gehören zu den zahlreichen Aufgaben des Vereins.

Wichtig in der Vereinsarbeit ist auch die Einbindung der Jugend, die neben den Tätigkeiten rund um die Spielsaison auch in eigenen Gruppen organisiert ist und selbst auch eigene Bühnenstücke in den Wintermonaten aufführt. Da diese nicht draußen auf der Bühne sondern drinnen im Proberaum gezeigt werden, hat man diese Theaterstücke saarländisch "Innewändsich" genannt.

Da sich viele junge Menschen in den Jugendgruppen engagieren und einbringen muss einem um die Zukunft der Naturbühne Gräfinthal derzeit nicht bange sein und wir können uns hoffentlich noch lange Jahre auf viele tolle und lustige Theaterstücke in Mandelbachtal freuen...

Text: Manfred Pfeiffer

27/07/2026
27/07/2026
27/07/2026

Anno dazumal in Mandelbachtal: Klara Barth aus Ommersheim war eine der ersten deutschen Parlamentarierinnen

Seit 1919 können in Deutschland auch Frauen wählen und gewählt werden – ein Meilenstein in der Demokratie und Grundlage für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Eine der ersten deutschen Parlamentarierinnen wurde in Ommersheim geboren und wuchs dort auf: Klara Barth. Vor genau 100 Jahren wurde sie in den Bayrischen Landtag gewählt.

Im Oktober 1918 hatten 58 deutsche Frauenorganisationen in einem gemeinsamen Schreiben an den Reichskanzler Max von Baden gefordert, dem Verlangen der Frauen nach einem Wahlrecht zu entsprechen. In Berlin versammelten sich mehrere tausend Menschen und forderten das sofortige Stimmrecht für die Frauen.

Nachdem sich bereits im Sommer 1918 der militärische Zusammenbruch des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg abgezeichnet hatte, revoltierten im November schließlich die Matrosen in Kiel und leiteten damit den endgültigen Sturz der Monarchie ein. Am 9. November 1918 rief Philipp Scheidemann die Republik aus. Wenige Tage später stellt der Rat der Volksbeauftragten am 12. November 1918 in einem Aufruf „An das deutsche Volk“ sein Regierungsprogramm vor. Ein wichtiger Teil davon war die Proklamation einer großen Wahlrechtsreform, die auch das Frauenwahlrecht enthielt. Dies gilt allgemein als die Stunde des Frauenwahlrechts in Deutschland.

Wahlberechtigt sollten nun alle Frauen und Männer ab 20 Jahren sein. Wenige Wochen später, am 30. November 1918 verankert der Rat der Volksbeauftragten das aktive und passive Wahlrecht für alle Bürgerinnen und Bürger in der Verordnung über die Wahl zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung. Im Artikel 109, Abs. 2 der Weimarer Verfassung findet sich der entscheidende Satz: „Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.“

Die Wahl zur verfassunggebenden Nationalversammlung vom 19. Januar 1919 war die erste, an der Frauen als Wählerinnen und Gewählte teilnahmen. Über 80 Prozent der wahlberechtigten Frauen gaben ihre Stimme ab. 300 Frauen kandidierten, von denen 37 in die Nationalversammlung mit insgesamt 423 Abgeordneten gewählt wurden.

Auch bei den Landtagswahlen der Länder waren die Frauen nun wahlberechtigt. Die in Ommersheim geborene und dort auch aufgewachsene Klara Barth wurde vor genau 100 Jahren, am 1. Juni 1920, für die Bayrische Volkspartei als eine der ersten deutschen Frauen in den Bayrischen Landtag gewählt. Somit stammt auch aus der heutigen Gemeinde Mandelbachtal eine der ersten deutschen Parlamentarierinnen.

Klara Barth wurde am 23. Dezember 1880 als Tochter des Ommersheimer Volksschullehrers Otto Caspar Barth und seiner Frau Maria Eva Barth, geb. Müller, im damals bayrischen Ommersheim geboren. Sie besuchte die Höhere Mädchenschule in St. Ingbert und danach das Lehrerinnenbildungsseminar des Klosters St. Magdalena in Speyer.

Ihre erste Stelle trat sie 1905 als in Albersweiler (Pfalz) an bevor sie 1906 Volksschullehrerin als Schulverweserin an die konfessionell gemischte Schule in Ludwigshafen wurde. Im Ersten Weltkrieg leitete Klara Barth dort zwei Klassen in der Ludwigsschule und wurde zur Hauptlehrerin befördert. Damals durften Lehrerinnen noch nicht heiraten.

Ab 1908 war Klara Barth zudem ehrenamtliche Waisenpflegerin in Ludwigshafen und dort auch beteiligt an der Gründung des Elisabethenvereins sowie des katholischen Frauenbundes Ludwigshafen.

Im Jahr 1930 wurde sie zur ersten Vorsitzende des katholischen Lehrerinnenverbandes Pfalz gewählt. Sie war außerdem Vorsitzende des Bezirksverband Pfalz des Vereins Katholischer Deutscher Lehrerinnen und Mitglied der Bayerischen Volkspartei
In den Bayrischen Landtag wurde Klara Barth erstmals 1920 gewählt. Es erfolgte danach stete Wiederwahl in verschiedenen Wahlkreisen, ihr Mandat endete erst mit Gleichschaltung des Deutschen Reiches durch die Nationalsozialisten 1933.

Klara Barth war hochgeachtet und sehr durchsetzungsstark. Sie wurde einmal in einer Veröffentlichung sogar als „einziger Mann in der Bayrischen Volkspartei“ bezeichnet. Für ihre Verdienste erhielt die päpstliche Auszeichnung „Pro ecclesia et pontifce“.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlor Klara Barth ihr Reichstagsmandat, wurde verfolgt und schikaniert und vorübergehend auch inhaftiert. Sie starb im Alter von 59 Jahren am 13. Juni 1940 in ihrem damaligen Wohnort Ludwigshafen am Rhein.

Text: Manfred Pfeiffer.

Foto: Bildarchiv Bayerischer Landtag.

27/07/2026

Anno dazumal in Mandelbachtal: Wie der Mandelbach zu seinem Namen kam und was das mit zwölf Eiern zu tun hat

Unsere Gemeinde Mandelbachtal wurde nach dem wunderschönen Tal zwischen Aßweiler und Habkirchen benannt, in dem auch die Hälfte unserer Ortsteile liegen. Das ist den meisten wohl bekannt.

Aber wissen Sie auch, woher der etwa 13 km lange Bach eigentlich seinen eigentümlichen Namen hat? Gab es denn früher mal tatsächlich Mandelbäume bei uns am Mandelbach?

Tatsächlich ist diese Theorie gar nicht so weit hergeholt. Im Süden der Pfalz, zwischen dem Oberrhein und der Haardt, herrscht ein so mildes, nahezu mediterranes Klima, dass dort auch exotische Pflanzen wie die Mandelbäume gedeihen. Jedes Jahr stehen sie dort im März und April in voller Blüte.

Es wird angenommen, dass diese Mandelbäume von den Römern mit in die Vorderpfalz gebracht wurden, als diese Gallien erobert hatten. Genau wie der Wein wurden die Bäume dann von den Besatzern eingeführt und systematisch angebaut.

So entstanden Sorten mit so klangvollen Namen, wie die rosa blühende „Perle der Weinstraße“ oder die weiß blühende „Dürkheimer Krachmandel“, die beide in der Pfalz sehr verbreitet sind. Nach der Ernte werden die Mandeln dann jedes Jahr zu beliebten regionalen Produkten verarbeitet, wie beispielsweise zu Mandelbrot, Mandelpralinen und Mandeleis.

So ist es auch kein Wunder, dass in der Pfalz viele Flurbezeichnungen nach der Mandel benannt wurden, wie zum Beispiel der „Gimmeldinger Mandelgarten“, die „Maikammerer Mandelhöhe“, der „Edesheimer Mandelhang“ oder der „Birkweiler Mandelberg“.

Warum sollte also nicht auch unser Mandelbach, der ehemals im Westen der Pfalz lag, seinen Namen von den Mandelbäumen haben?

Eine nette Theorie, aber sie ist leider völlig falsch. Zwar hatten die Römer den Weinanbau auch zu uns in den Bliesgau gebracht, allerdings gab es bei uns nie Mandelbäume, denn für diese war es in früheren Jahrhunderten bei uns einfach viel zu kalt.

Zu dieser Auffassung kommt auch Prof. Dr. Ernst Christmann (1895-1974) in seinem Buch „ Die Siedlungsnamen der Pfalz“. Als Sprachforscher hat er die Herkunft aller pfälzischer Siedlungsnamen, Flurnamen und Weinlagenamen untersucht.

Christmann verwarf die vorgenannte Theorie zur Namensgebung des Mandelbachs aufgrund von Mandelbäumen und orientierte sich stattdessen an ähnlichen deutschen Flurnamen, wie dem Örtchen „Mandelbeck“ bei Nordheim in Niedersachsen oder zwei Gewässern mit den Namen „Mandelbach“ in Baden-Württemberg.

Der Wissenschaftler kann zu dem Ergebnis, diese seien, genau wie die württembergischen Flächennamen "Mantelacker", "Mantelberg", Mantelhalde", "Mantelholz" und "Manteltal", auf das althochdeutsche „Mandala“ oder mitteldeutsche „Mandel“ zurückzuführen, womit man früher Föhren bezeichnete.

Föhren sind eine Pflanzengattung der Kieferngewächse, die sich auch auf unserem heimischen Kalkboden wohlfühlen. Allerdings lieben es die Föhren eher trocken. Überschwemmungen und Wasserstau mögen sie hingegen gar nicht.

Deshalb kommen sie bei uns am Mandelbach eigentlich überhaupt nicht vor. Von daher ist Christmanns Theorie für unsere Gegend nicht wirklich überzeugend, auch wenn sie von weiteren Sprachwissenschaftlern geteilt wird.

Was es hingegen am Mandelbach und auch an allen anderen Bächen in unserer Gemeinde sehr zahlreich gibt, sind Weidenbäume. Eine davon ist - die „Mandel-Weide“. Dabei handelt es sich um einen kleinen Baum, der bis zu zehn Meter hoch werden kann. Sicherlich haben sie ihn schon oft in unserer Gegend gesehen.

Weil sich der Stamm der Mandel-Weide schon sehr früh verzweigt, hat er meist eine völlig unregelmäßige Baumkrone herausbildet. Könnten vielleicht diese Bäumchen die Namensgeber für unseren Mandelbach gewesen sein?

Die Rinde der Mandel-Weide ist an ihren jungen Trieben glatt und braun-grau, bei älteren wird sie aber schuppig und blättert teilweise sogar ab, so dass dort ein orange-braunes Muster entsteht. Seinen deutschen Name „Mandel-Weide“ trägt der Baum, weil seine Blätter denen von Mandeln zum Verwechseln ähnlich sehen.

Besonders schön sind übrigens jetzt im Frühjahr die Kätzchen an den Mandel-Weiden, die gleichzeitig mit den Blättern entstehen.

Noch häufiger als die Mandel-Weide findet man in unserer Gemeinde Kopfweiden und Korbweiden, oft auch Hybride, die sich aus der Korbweide und der Mandelweide gebildet haben. Die genannten Auengebüsche sind an fast allen Bachufern in unserer Gemeinde zu finden.

Diese Pflanzen fühlen sich nämlich auf unserem sickernassen, nährstoffreichen und basenreichen Kalkboden im Gegensatz zur Föhre ausgesprochen wohl. Auch Überschwemmungen machen ihnen überhaupt nichts aus.

In früheren Jahrhunderten waren die Ufer unserer Bäche regelrecht gesäumt von diesen Bäumen. So erscheint es also viel wahrscheinlicher, dass man den vorbeifließenden Bach aufgrund der zahlreichen Mandel-Weiden als „Mandelbach“ bezeichnet hat.

Dies aber nicht nur, weil die Kätzchen der Mandelweiden so schön anzusehen sind. Tatsächlich waren die Weiden für die Menschen im Mandelbachtal in vergangenen Jahrhunderten ein ganz wichtiger Rohstoff. Die Weiden wurden nämlich früher als Flechtweide zum Bau von Körben und Zäunen verwendet.

Über Generationen wurden aus den Ästen robuste und hübsche Körbe geflochten, denn mit der Arbeit mit Binde- und Flechtpflanzen waren unseren Vorfahren noch bestens vertraut.

Da die Mandel- und Kopfweiden bei uns von besonderer Qualität waren, wurden sie auch gerne mal von Leuten aus umliegenden Dörfern geklaut.

So wurde von gleich mehrere Zeitzeugen berichtet, dass Korbmacher aus Bierbach (die sogenannten „Bierbacher Kerrbcher“) gerne hin und wieder ihre Weiden auch verbotenerweise an unserem Mandelbach geerntet haben.

In dem von den Gebrüdern Grimm verfassten Deutschen Wörterbuch, das erstmals 1854 aufgelegt wurde, ist auch etwas zu der „Mande“ zu finden. Als "Mande" oder "Mandel" bezeichnete man aus Weiden geflochtene runde Körbe in Form eines umgekehrten Kegelstumpfes, mit einem Bügel quer über dem Körbchen. Diese Korb-Art wurde seit der Keltenzeit als „Mandel“ bezeichnet.

Dies untermauert die These, dass unser schöner Mandelbach seinen Namen eigentlich von den Weidenbäumen an seinem Ufer erhalten hat. Nicht nur die Bäumchen heißen so, sondern auch die Produkte, die aus ihnen gemacht worden sind.

Darüber hinaus wurde laut den Gebrüdern Grimm sogar ein Bund Weidenzweige, aber auch dünne Garben Stroh oder Getreide, früher als Mandel bezeichnet.

Interessant ist, dass der Begriff Mandel in früheren Jahrhunderten in unserer Region auch als Mengeneinheit gebraucht worden ist.

So sind die „Mandel“, also die kleinen geflochtenen Körbchen, von den Frauen im Bliesgau meist dazu verwendet worden, um abends im Hühnerstall die Eier einzusammeln. In der Regel gingen in eine Mandel genau ein Dutzend Eier. Eine halbe Mandel waren somit sechs Eier, wobei diese Körbchen entsprechend kleiner waren.

Nach Auskunft des Heimatkundlers Gunter Altenkirch setzten sich diese Einheiten auch in den Eierschränkchen der Arbeiter fort. Normalerweise fasste in deren Schränken das „Eierblech“ nämlich ebenfalls genau sechs oder zwölf Eier.

Auch die später industriell produzierten „Eierhörtchen“ aus Pappe enthielten früher noch zwölf Eier. Im benachbarten Lothringen ist dies übrigens teilweise immer noch so. Bei den kleineren Hörtchen ist es auch bei uns bis heute bei einer halben Mandel geblieben, also bei sechs Eiern.

Inzwischen haben sich in unserer modernen Gesellschaft die Lebensgewohnheiten so stark verändert, dass das Wissen um das Korbflechten und die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Weidenbäume an unseren Bächen weitgehend verloren gegangen ist.

Die Bezeichnung Mandel für selbst geflochtene Weidekörbchen ist inzwischen weitgehend in Vergessenheit geraten. In unseren Dörfern gibt es auch längst keine Korbflechter oder Besenbinder mehr.

Besenbäume und Flechtzäune, die früher prägende Elemente unserer Kulturlandschaft waren, sind völlig aus unseren Ortsbildern verschwunden. Dabei ist die Kunst des Korbflechtens eines der ältesten Handwerke der Menschheit. Ohne Werkzeuge hatten sich in der Vergangenheit aus unseren heimischen Weiden viele nützliche Dinge für den täglichen Gebrauch herstellen lassen.

Unseren Vorfahren genügte das Wissen um die richtigen Pflanzen und die Geschicklichkeit ihrer Hände, um aus den heimischen Weiden schöne Körbe entstehen zu lassen.

Geflochten hat man bei uns im Mandelbachtal wahrscheinlich schon seit der Steinzeit, als die Menschen in hohem Maße auf das Aufsammeln und Aufbewahren der Nahrung angewiesen waren. Dabei waren die Flechttechniken der Steinzeit den später angewandten Techniken wohl schon sehr ähnlich.

Es liegt aber in der Natur des verwendeten Materials, dass nur sehr wenige Flechtwerke dem nagenden Zahn der Zeit standhalten konnten. Funde aus früheren Jahrhunderten sind daher rar, oft findet man nur noch Abdrücke der Flechtwaren im getrockneten Lehm oder Ton.

Ausgrabungen zeigen, dass selbst der Hausbau mit geflochtenen Wänden in unserer Gegend eine uralte Tradition hat. Stangenholz, rund oder gespalten, wurde senkrecht in den Boden gesteckt, und dazwischen wurden die dünnen biegsamen Weidenäste quer durchgewunden, sodass ein festes Flechtwerk entstand.

Mit Strohlehm beworfen und mit Lehm verputzt wurden so haltbare und gut isolierende Wände gebaut. An keltischen Nachbauten in den Ausgrabungen im benachbarten Reinheim lässt sich gut die Technik von geflochtenen Wänden erkennen.

Auf jedem Bauernhof wurden im Mandelbachtal früher Besen gebunden und Körbe geflochten. Der Bedarf an stabilen Wirtschaftskörben, Tragkörben und Aufbewahrungsgefäßen war groß, und vor allem die Altbauern und Frauen fertigten und reparierten in den Wintermonaten die so dringend benötigten Korbwaren.

Durch Zuschauen und Mithelfen lernten bereits die Kinder diese bäuerlichen Handwerke von klein auf. War der Eigenbedarf gedeckt, ließ sich damit auch ein wenig Geld dazu verdienen. Das war vor allem für die Kleinbauern und Tagelöhner in unserer armen Gegenden von Bedeutung. Sie waren im Winter auf ein finanzielles Zubrot angewiesen.

Unsere Vorfahren haben deshalb mit ihren Korbwaren auch die Märkte der umliegenden Städte, wie Blieskastel, Saarbrücken, St. Johann oder Zweibrücken beliefert. Als sich dann im Lauf des Mittelalters auch innerhalb der Stadtmauern Korbflechter ansiedelten, kam es hin und wieder sogar zu Konflikten.

Wenn nämlich die Zulieferung aus den Dörfern zu viel wurde, setzten sich die Stadtkorbmacher gegen die Überflutung der Märkte durch die stadtfremden Korbflechter zur Wehr.

Obwohl die Korbflechterei seit uralter Zeit eines der Haus- und Hofgewerbe unserer Vorfahren gewesen ist, das neben der bäuerlichen Arbeit in den Wintermonaten betrieben wurde, dauerte es bis ins späte Mittelalter, bis die erste Korbmacherzunft 1593 in Braunschweig gegründet wurde und damit das hauptberufliche Handwerk eine verbindliche Verfassung bekommen hat.

In heutiger Zeit hat das Aufkommen industriell gefertigter Körbe und Plastikgefäße das alte Handwerk des Korbflechtens längst unrentabel werden lassen. Plastikgefäße und im Ausland gefertigte Körbe sind heute so preisgünstig, dass keine wirtschaftliche Notwendigkeit mehr besteht, selber zu flechten.

So erinnern inzwischen nur noch die zahlreichen Mandel- und Kopfweiden in unserer Gemeinde an eine Zeit, in der diese Bäumchen und die aus ihren Ästen geflochtenen Körbe so wichtig waren, dass sogar der vorbeifließende Bach nach ihnen benannt worden ist.

Aus dem Bach wurde so der Mandelbach, aus dem Tal das Mandelbachtal und im Jahr 1974 aus unserer neugeschaffenen Gemeinde die Gemeinde Mandelbachtal.

In früheren Jahrhunderten gab es übrigens auch mal einen kleinen Ort mit Namen Mandelbach, der aber inzwischen vollkommen im Ortsteil Habkirchen aufgegangen ist.

Text: Manfred Pfeiffer

Das Bild zeigt eine Mandel mit einem Dutzend Eier.
Foto: Gunter Altenkirch

27/07/2026

Anno dazumal in Mandelbachtal: Als sich Gräfin Marianne von der Leyen auf ihrer Flucht in Bebelsheim verstecken musste

Die acht Dörfer der Gemeinde Mandelbachtal gehörten ehemals zur Grafschaft derer von der Leyen, die in Blieskastel residierte und ursprünglich aus der Moselregion stammten. Durch seine Heirat hatte Georg I. von der Leyen im Jahr 1456 des Herrn erstmals Rechte und Güter in und um Blieskastel erworben.

Durch die Wahl Carl II. Caspars von der Leyen-Hohengeroldeck (1652–1667) zum Kurfürsten und Erzbischof von Trier hatte die Familie im 17. Jahrhundert genügend Geldmittel und politische Macht, um nach dem 30jährigen Krieg in seinem Herrschaftsgebiet im Amt Blieskastel einen größeren zusammenhängenden Herrschaftsbereich für sich zu schaffen. Dazu gehörten nach und nach auch die acht Dörfer der heutigen Gemeinde Mandelbachtal.

Der eigentliche Aufstieg der hiesigen Residenz begann mit der Verlegung des Wohnsitzes in das Schloss von Blieskastel im Jahre 1773. Nach dem Tod des Gatten Franz Carl (†1775) übernahm Marianne als „Landesmutter" die Regentschaft. Sie holte bedeutende Künstler wie Ludwig Hautt oder Peter Reheis auf ihr Schloss. Das barocke Stadtbild von Blieskastel legt noch heute Zeugnis von dieser Zeit einer regen Bautätigkeit ab.

Auch am alten Rathaus in Ommersheim befindet sich über der Eingangstür noch das gräfliche Wappen derer von der Leyen, den das Haus war zu dieser Zeit eine gräfliche Verwaltung des Hofes, weshalb die Straße an der es liegt bis heute die Hofstraße genannt wird. Rechts neben dem Ommersheimer Amtshaus befand sich die Zehntscheune, bei die gräflichen Bauern ihre Ernte abliefern mussten.

Marianne von der Leyen galt als politische Reformatorin und war bei großen Teilen der Bevölkerung sehr beliebt. Sie förderte den Bergbau, das Hüttenwesen oder die Glasindustrie. Auch wurde unter ihrer Regentschaft das Schul- und Gesundheitswesen verbessert, 1786 hob sie auf Druck der wachsenden Unruhen im Umfeld der französischen Revolution im Nachbarland auch die Leibeigenschaft auf. Durch die aufwendige Hochzeit des Erbprinzen und dessen Bautätigkeit an der „Philippsburg", die auf Ommersheimer Gemarkung in der Nähe des Würzbacher Weihers entstanden war, häufte die kleine Grafschaft erhebliche Schulden an.

1793 musste Marianne schließlich vor den anrückenden Truppen der französischen Revolution fliehen. Als im Frühjahr des Jahres 1793 die Umstände im französischen Grenzraum dramatischer wurden, musste Gräfin Marianne von der Leyen ein von ihr zuvor gegebene Versprechen brechen und das Land und und die Untertanen ihres Sohnes im Stich lassen.

Als sie am Morgen des 14. Mais 1793 aufwachte, beschlich sie bereits das Gefühl, ein großes Unglück würde geschehen. Da wusste sie noch nicht, dass zu diesem Zeitpunkt bereits der Befehl zu ihrer Festnahme von den Volksrepräsentanten der französischen Moselarmee der Revolutionsgarde in Metz unterschrieben worden war.

Der Chef der Saargemünder Nationalgarde, Citoyen Bautay, war damit beauftragt ihre Festnahme zu vollziehen und Marianne nach Metz zu bringen. Bautay machte sich mit 39 Nationalgardisten auf den Weg nach Blieskastel. Dort angekommen ließ er zugleich das Schloss umstellen, um eine Flucht unmöglich zu machen.

Als der Kommissar das Schloss betrat, um die Gräfin festzunehmen, stieß er zu einer Gesellschaft von Uniformierten. Marianne hatte die in Blieskastel und Umgebung stationierten französischen Offiziere eingeladen und bat auch Bautay zu Tisch. Dieser antwortete Ihr aber entschlossen und mit wildem Blick: „Ich esse nichts“.

Als Marianne vom Oberstallmeister ihres Sohnes davon unterrichtet wurde, dass sie festgenommen werden sollte, erklärte sie Bautay entschieden, dass sie wenigstens einen Augenblicke brauche, um zu sich zu kommen. Daraufhin verließ Bautay den Salon und die Reichsgräfin ging in ihr Gemach. Dort verkleidete sich als Dienerin und floh vor ihrer Verhaftung zu uns in den südlichen Bliesgau.

Vom 15. bis 17. Mai fand sie Unterschlupf beim Pfarrer von Rubenheim. Danach floh sie weiter über Herbitzheim, Biesingen, Alschbach und Lautzkirchen nach Niederwürzbach. Dort erhielt sie von Johann Jakob Schaller trockene Kleider.

Schaller flüchtete mit ihr in den Ommesheimer Wald, denn im nahen Schloss Philippsburg plünderten und zerstörten bereits die Franzosen. Schaller ersuchte die bei Limbach stehenden Preußen, die sich der franzöischen Revolutionsarmee entgegenstellte, um Schutz für seine Landesherrin. Die Preußen wollten daraufhin eine Patrouille schicken, um Marianne auf ihrer Flucht in die Pfalz zu beschützen.

Doch es kam schnell ganz anders als geplant. Die Preußen wurden von den Franzosen zurückgeworfen und Marianne musste erneut auf die Wanderschaft durch das Mandelbachtal gehen und stand schon bald wieder vor dem Pfarrhaus in Rubenheim. Dort blieb sie weitere zwei Tage, bis ihr der Gärtner die Nachricht überbrachte, dass ein hohes Kopfgeld zu Ihrer Verhaftung ausgeschrieben worden sei und deshalb bereits zwei Pfarrer festgenommen worden seien, die im Verdacht standen, ihr geholfen zu haben. Es musste also schnell gehandelt werden, um den Rubenheimer Pfarrer nicht ebenfalls zu gefährden. Marianne flüchtete deshalb vom 23. auf den 24. Mai in einer Höhle in einem nahen Steinbruch bei Rubenheim.

Am 24. Mai kam Marianne von der Leyen auf ihrer Flucht ins Mandelbachtal. Ein Bebelsheimer nahm sie am Morgen mit in sein Haus und am Abend brachte man sie im Schutze der Nacht in die Mühle nach Gersheim. Dort versteckte sie sich auf einer Insel in der Blies.

Am 25. Mai meldete sich in der Mühle jener Lehrer, der sie ein paar Tage zuvor schon von Lautzkirchen durch den Wald nach Niederwürzbach geführt hatte. Er berichtete, dass er sich bis Glan-Münchweiler durchgeschlagen habe, wo sich ihr Sohn, Reichsgraf Philipp I. aufhielt, der einen Plan zur Rettung seiner gräflichen Mutter entworfen hatte. Der Lehrer verkleidete sich als Schuster und die Gräfin wurde als seine Mutter ausgegeben. Mit falschen Pässen ausgestattet brachen sie auf und und kamen gemeinsam unbeschadet in Glan-Münchweiler an.

Die dortige Wiedersehensfreude war groß und Marianne vergaß schnell ihr Leid und die Strapazen ihrer elftägigen Flucht. Die Frau von Philipp und ihr gemeinsames Kind, seine Schwestern Charlotte Maria Anna Sofia und Maria Sofia Antonetta Charlotta Klara Elisabetha Thekla befanden sich zu diesem Zeitpunkt schon jenseits des Rheins in Sicherheit. Marianne wurde, wie schon zuvor ihr kranker Sohn, im protestantischen Pfarrhaus aufgenommen, wo sie von Pfarrer Andreas Kohlermann umsorgt wurde. Sie blieb dort bis zum 10. Juni.

Als der junge Reichsgraf Philipp I wieder gesund war, schenkte er dem Pfarrer in Glan-Münchweiler aus Dankbarkeit ein Fuder Wein, was etwa 1000 Litern entsprach, für die gute Bewirtung und Pflege. Schon zwei Tage nachdem Marianne und ihr Sohn Philipp abgereist waren, erschienen 500 französische Reiter in dem Dorf um die Gräfin „abzuholen“, konnten ihr aber nicht mehr habhaft werden. Bei der Suche nach der verschwundenen Gräfin fanden sie im Keller des Pfarrhauses den geschenkten Wein und hielten sich schadlos, in dem sie ihn bis zum letzten Tropfen tranken.

Marianne von der Leyen kam übrigens erst nach ihrem Tod wieder in unsere Region zurück. Sie starb 1804 in Frankfurt am Main und wurde danach in der Kirche St. Cäcilia in Heusenstamm beerdigt. 1881 erfolgte die Überführung der sterblichen Überreste in die Krypta der Schlosskirche von Blieskastel, wo sie neben der Grablege ihres Gatten beigesetzt wurde.

Text: Manfred Pfeiffer

Das Bild zeigt Marianne von der Leyen.

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