09/05/2026
Wie läuft eigentlich so eine Bernsteinwanderung ab? Naja, eigentlich ist es eher eine Strandfundwanderung, weil wir nach allem Ausschau halten, was am Spülsaum so zu finden ist. Das sind zunächst Muscheln, Schnecken und Steine, irgendwann der erste Hühnergott, dann taucht vielleicht mal ein Fossil auf oder eine (mal noch scharfe, mal schon schön abgeschliffene) Glasscherbe. Zu allen Funden gibt es dann Erklärungen, wo die Namen herkommen, wann die mal gelebt haben usw. Manchmal finden wir auch Häutungsreste von Strandkrabben, Überreste von Fischen, im Sommer Quallen, ab und zu auch mal uralte Knochen, einmal hatten wir auch eine bronzezeitliche Pfeilspitze in der Hand. Oder Steinkohle, Schlacke und Bimsstein - allesamt Zeugnisse der Eisenerz-Verhüttung in Skandinavien. Nicht zu vergessen: den Müll, den wir am Spülsaum sehen, mache ich auch zum Thema und wir nehmen auch alles, was wir finden, mit. Auch dazu gibt es Spannendes zu erzählen.
Tja, und wenn des Führers Augen die richtigen Anzeichen am Strand erkennen, wird auch in die "Geheimnisse" des Bernsteinfindens eingeweiht. Was alles zusammenkommen muss, wenn man mal etwas mehr finden möchte und wo sich minikleine Krümel auch im Sommer noch finden lassen. Und natürlich wie man einen Bernstein erkennt und das testen kann. Dazu erzähle ich Geschichtliches und Aktuelles, über Verwendungen, Wirkungen, Mythen usw. Und wenn wir am Beginn der Kernzone das gezielte Suchen einstellen, sage ich manchmal zum Trost: Sie dürfen nicht so verbissen suchen, es ist der Bernstein, der Sie finden wird, nicht umgekehrt.
Neulich, wir waren an der Aussichtsplattform am Ottosee, dem Endpunkt der Wanderung angekommen, öffnet sich die Hand eines meiner Gäste und er sagte "Ich hab mich finden lassen."😅😍🥳