01/09/2025
Liebe Fans und Freunde der Bodenseequerung!
Heute habe ich mal eine kleine Geschichte im Gepäck, zum Thema Kinder und schwimmen und so. Wer Lust und Zeit hat, kann diese gerne lesen. Andernfalls ist auch das Bild selbst schon so genial, dass die Story dazu nur einen rein begleitenden Charakter hat. ;)
Anfänglich hatte ich ein recht flaues Gefühl in der Magengegend, als die Anfrage auf meinem Tisch landete, drei 5 und 6-jährige Mädchen über den Bodensee zu begleiten. Als Anfängerschwimmausbilder vom Schwimmverband Württemberg e.V. und DLRG-Rettungsschwimmer, ist mir durchaus bewusst, was das bedeutet, zumal ich dadurch auch sehr oft mit Kindern in dieser Alterstrukur zu tun habe. Hier eine direkte Parallele zu ziehen und mir vorzustellen, diese Kids über den Bodensee zu eskortieren? Nein, eher nicht! Denn da müsste wirklich alles passen - unvorstellbar. Doch die Anfrage kam ja auch nicht von jemandem, den ich nicht kenne. Es war Tulasi aus Indien, der vor drei Jahren selbst eine Breitenquerung geschwommen ist. Ok, er kennt den See, er kennt mich, er kennt seine Tochter ... Könnte doch was dran sein. So reifte der Gedanke in meinem Kopf, der ja bekanntlich schon seit anbeginn der Bodenseequerung mit seinen Augen weit über den Tellerrand hinausschaut. Vielleicht sollte man sowas einfach mal machen. Unvorstellbares wird nur dadurch vorstellbar, indem man es tut. Und wenn nicht mit Tulasi und seiner Tochter, sowie zwei ihrer Freundinnen deren Eltern auch "schwimmverrückt" sind, mit wem dann?
In einer Zeit, in der in Deutschland von einer stark nachlassenden Schwimmfähigkeit gesprochen wird, immer mehr Kinder überhaupt nicht mehr schwimmen können, Schwimmunterricht gestrichen wird, keine Wasserflächen verfügbar sind ... in dieser Zeit sollen drei kleine Mädchen aus Indien über den größten See Deutschlands schwimmen - bestenfalls Länderübergreifend? Schwierig! Aber warum nicht?
Da ich in meinem Freundeskreis auch einige Lehrer habe, von denen einer direkt nicht ganz unerfahren ist was den Schwimmsport angeht, fragte ich ihn um seine Meinung. Er hielt das ebenfalls für durchaus machbar und wir tauschten uns zu den Rahmenbedingungen aus, die dabei berücksichtigt werden müssen. Gesagt getan. Ja klar, es war nicht nur ein Lehrer der schwimmen kann, davon gibt es viele. Er kennt den Bodensee auch und auch die Bodenseequerung. :D Wer es war? Na diese Frage dürft ihr gerne in den Kommentaren beantworten.
So kam es dann, nachdem ich auch noch einige Videos der Mädchen angeschaut habe, die ich bei Tulasi angefragt habe und die ihre Freude am Wasser, zum Schwimmsport und auch beeindruckend zeigten, wie ausdauernd und "leicht" sie mit dem Thema umgehen, zur Bestätigung von unserer Seite! So ergab es sich, dass die neue 5tartUp-Querung, witzigerweise von zwei 5 und einem 6-jährigen Mädchen eingeweiht werden sollte. Diese Einweihung ist mittlerweile Geschichte und dem Großteil der Leserinnen und Lesern ist das Ergebnis ja bekannt.
Aber jetzt zu dem Bild:
Seit nunmehr 14 Jahren begleiten wir Schwimmerinnen und Schwimmer aller Altersklassen gut und sicher über den größten und vielleicht schönsten See in Deutschland. Die Querungen sind immer etwas Besonderes und mit viel Sicherheit, Erfolg, Spaß, Freude, Emotionen, Gefühlen, Erfahrungen, aber auch hartem Training, Tränen, Schmerz, Niederlagen und Erkenntnissen verbunden.
Dieses Bild, auf dem die 5-jährige Tamogna aus Indien - stellvertretend für alle drei Mädchen (Aarya 5 und Aashrita 6) die ja mitgeschwommen sind - bei einem Verpflegungsstop genüsslich und vollkommen stressfrei ihre Banane mampft, macht Vieles deutlich. Zuerst verdeutlicht es, dass weit mehr möglich ist, als viele sehr begrenzt denkende Menschen für unmöglich halten. Ja, selbst die kleinsten Kinder können schwimmen - sehr gut schwimmen - und damit meine ich jetzt nicht zwingend einen Stil aus dem Fachbuch. Doch darüber hinaus haben sie noch so viel mehr auf dem Kasten, wenn wir es ihnen nur zeigen, es ihnen zutrauen und es fördern.
In 14 Jahren Bodensee, habe ich selten Feeding-Stops von erfahrenen und weit älteren Schwimmerinnen und Schwimmern erlebt, die diese besser hinter sich gebracht haben, als die drei kleinen Damen aus Indien. Dabei dachten wir anfänglich, dass das mit drei hungrigen Mäulern zeitgleich gar nicht so einfach werden könnte. Aber falsch gedacht! Sie drehten sich einfach auf den Rücken, legten sich auf das Wasser - ohne Angst und Fragezeichen - als ob es das Normalste der Welt ist, aßen und tranken. So leicht, so einfach, so unkompliziert und effektiv habe ich das noch selten erlebt, ich wiederhole mich. Es war einfach großartig und beeindruckend. Aber schaut Euch einfach das Bild an, es spricht Bände! Es entstand mitten auf dem Bodensee! In Kürze folgen hier noch viele weitere Bilder, dieser außergewöhnlichen 5tartUp-Querung. Wir freuen uns schon!
Im Nachgang betrachtet war es gut, den drei Mädchen die Chance zu geben, ein solches Projekt zu erleben. Es erweitert den eigenen Horizont unglaublich, es zeigt auf, zu was der Mensch - explizit auch Kinder - in der Lage sind. Es ist mehr als beeindruckend und wertvoller als so manche theoretische Studie, die nie untermauert wurde, weil sich niemand traut, sie in der Praxis zu verwirklichen.
Vielen Dank Tulasi, Mounica und Dimple, für Euer Vertrauen, uns an die Seite Eurer geliebten Kids zu nehmen. Vielen Dank liebe Aarya, liebe Tamogna und liebe Aashritha, dass Ihr etwas so großartiges, mit viel Spaß, aber auch großer Anstrengung geleistet habt in Eurem noch so jungen Leben.
Bodenseequerung - Nothing for Swimps!