17/01/2024
Serendipity - die Kunst des ungesuchten Findens
In diesem Themen-Café Wirtschaft befassen wir uns mit der Frage, wie wir mehr positive Zufälle in unserem Privat- und Geschäftsleben gewinnen können.
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Wie kann ich Serendipität in meinem Leben nutzen?
Christian Busch, Ökonom an der New York University, ist sich sicher, dass wir den Zufall für uns nutzen können. Busch empfiehlt beispielsweise, bei einem Gespräch über die Arbeit möglichst ausführlich auf die Frage zu antworten, was man beruflich macht – denn so bekommt der Gesprächspartner mehr potenzielle Anknüpfungspunkte. Erzählt man neben der Jobbeschreibung auch noch von einem Buch, das man gerade liest und einem Hobby, sind die Chancen besser, dass der Gesprächspartner zufällig das gleiche Buch gelesen hat oder auch Tennis spielt. „Der Punkt ist, dass wir die Wahrscheinlichkeit erhöhen können, dass wir solche positiven Zufälle haben, wenn wir mehr Punkte in die Welt setzen“, sagt der Zufallsforscher.
Starker Fokus auf negative Überraschungen
Busch sieht einen zu starken Fokus auf negative Überraschungen – bei gleichzeitigem Vernachlässigen der glücklichen Zufälle des Lebens: „Das negativ Unerwartete haben wir oftmals mit drin. Wir gehen über die grüne Ampel, aber gucken trotzdem noch links und rechts, ob ein Auto rüberfahren könnte.“ Wer voller Angst auf das Leben blicke, der verliere aber irgendwann die spontane Offenheit für Neues, die es braucht, um Serendipität zu entwickeln und auszuschöpfen. Er plädiert darum dafür, das „positiv Unerwartete ein bisschen mehr in unser Leben aufzunehmen“.
Kein Plan, sondern Zufall
Zudem hat er festgestellt, dass wir Geschichten zufälliger Entdeckungen und Entwicklungen oft rückblickend rationalisieren. Aus dem Zufallsfund wird dann der lang gehegte Plan: „Leute tun immer so als ob etwas geplant war – man hatte den tollsten Plan, aber oftmals kam das aus Zufällen“, hat Busch beobachtet – und fordert einen ehrlicheren Umgang mit Geschichten des zufälligen Glücks.
Die Kunst des ungesuchten Findens