02/05/2026
Fünf Inseln und ein Magen voller Cannoli
Die Äolischen Inseln liegen nördlich von Sizilien und sind vulkanischen Ursprungs, was erklärt, warum man dort ständig das Gefühl hat, die Erde koche irgendwo heimlich Pasta. Unsere Reise führte nach Lipari, Salina, Panarea, Stromboli und Vulcano, also einmal quer durch ein Archipel, das aussieht, als hätten die Götter nach dem Mittagessen ein paar Lavasteine ins Meer geworfen.
Lipari: Die Chefin im Inselbüro
Lipari empfing uns wie eine sizilianische Tante: laut, herzlich und mit der klaren Botschaft, dass man ohne Espresso hier gar nichts zu melden hat. Lipari ist die größte Insel der Äolischen Inseln und bei Sommergästen besonders beliebt. Kaum angekommen, hatte ich das Gefühl, die Inselverwaltung bestehe aus drei Katzen, zwei alten Männern auf Plastikstühlen und einer Vespa, die wichtiger klang als ein Linienbus.
Wir spazierten durch die Gassen, während der Hafen hinter uns blinkte und irgendein Kellner mit der Autorität eines römischen Senators erklärte, warum heute natürlich genau dieser Fisch der beste Fisch der Welt sei. Ich nickte fachmännisch, verstand die Hälfte und bestellte vorsichtshalber alles.
Salina: Grün, gelassen und leicht betrunken vom Duft
Salina war das genaue Gegenteil: weniger Drama, mehr Basilikum. Die Insel ist bekannt für grüne Landschaften, Kapern und Malvasia-Wein. Schon nach zehn Minuten wollte ich mein Leben ändern, ein kleines Haus kaufen, morgens Kapern zählen und abends so tun, als hätte ich die Welt verstanden.
In Salina geht niemand wirklich schnell. Selbst die Wolken scheinen dort zu sagen: „Mach langsam, wir sind im Dienst, aber nicht im Stress.“ Ein alter Mann sah uns an, als wir den Hügel hinaufkeuchten, und sein Blick sagte alles: Touristen, diese tragischen Wesen, sie zahlen Geld, um freiwillig bergauf zu gehen.
… morgen Nachmittag sind dann Panarea und Stromboli an der Reihe…
Viele Grüße,
Adèle und Dany