14/10/2015
Bitte lest den Text und macht mit! Das Projekt existiert wirklich, kein Fake. Auf dem Hubertusfest könnt ihr den Autismusbegleithund Paul kennen lernen.
"Mama, ich möchte lieber tot sein, ich passe nicht in eure Welt"
Ein Satz, so kurz, so nüchtern und doch so erschütternd wie ein Erdbeben. Ein Satz aus dem Mund eines hübschen Jungen mit Lausbubengesicht und großen braunen Augen. Augen, die manchmal viel zu alt und wissend scheinen für einen neunjährigen Jungen. Das ist mein Junge. Er heißt Finn.
Sehr geehrte Damen und Herren,
über meinen Sohn ist schon vieles gesagt worden. „Er ist grenzenlos und unangepasst, hält sich nicht an Regeln.“, so die einen.„Er ist komisch, anders, man kann nicht mit ihm spielen“, sagen andere.
Er ist ASPERGER-AUTIST sagen die Ärzte. Eine Diagnose, die ein wenig die Selbstzweifel nahm, die Angst aber blieb….
Finn ist ein eigentlich fröhlicher und mitteilsamer kleiner Kerl, dem man seine Behinderung auf den ersten Blick nicht ansieht.
Er hat jedoch große Probleme sich in unserer Welt zurecht zu finden.
Eine Welt, die nicht die Seine ist….eine Welt, die zu groß ist, zu hektisch, zu laut, zu bunt.
Eine Welt, ein Leben, voller Reize, die ihn überfluten, die er nicht zu filtern vermag.
Eine Welt, die sich nicht in einfachen Formen darstellen lässt, nicht in schwarz-weiß;
mit Menschen darin, die nicht reagieren wie mathematische Formeln; unberechenbare Wesen, deren Regeln er nicht versteht, in deren Gesichtern er nicht lesen kann….
Alltagshandgriffe, wie Socken anziehen, für uns eine Selbstverständlichkeit, für ihn eine Herausforderung, jeden Tag aufs Neue, weil sein Gehirn diese Handlung einfach nicht für wichtig genug hält, sie dauerhaft abzuspeichern……
Wo neunjährige Kinder langsam beginnen, die Hand der Mutter ein wenig los zu lassen, hält Finn die meine immer fester, aus Angst, verloren zu gehen, in der Schule, im Straßenverkehr, im Kontakt zu anderen Kindern, in einer Welt, die er nicht versteht. Finns Leben ist geprägt von Angst, Unsicherheit, Unselbständigkeit, Selbstzweifel und Ausgeschlossen sein.
Andere Kinder in seinem Alter haben Freunde. Finn nicht. Er hat Therapeuten. Großartige Therapeuten, denen wir ebenso großartige Fortschritte verdanken. Die uns auch jetzt helfen, begleiten und Finns Herzenswunsch unterstützen.
Und er hat uns. Seine Eltern.
Mehr durch Zufall sind wir in Kontakt mit einem Therapiehund gekommen, der mit Finns Lautstärke, seiner zappeligen Art, seinen Ticks, seiner Rastlosigkeit und seinen motorischen Problemen wunderbar umgehen konnte. Ich werde den Augenblick nie vergessen, als mein Sohn, zum wohl ersten Mal in seinem Leben, zur Ruhe kam, Entspannung fand und......
einen Freund, der ihn einfach so annahm, wie er nun mal ist.
Aus diesem Grund wurde die Hoffnung geboren auf einen Assistenzhund für Finn.
Die Ausbildung eines solchen Hundes, der speziell auf Finns Bedürfnisse trainiert wird, kostet ca. 25.000 EUR.
Mein Mann, zu der Zeit freiberuflich tätig, sagte:
„das schaffen wir……irgendwie…..“.
Kurze Zeit später erkrankte er an Krebs….
Das Einkommen des Alleinverdieners brach weg. Nach mehreren schweren Operationen mit teils dramatischen Komplikationen, ist er heute pflegebedürftig. Genau wie mein Sohn.
Das Leben ist noch einmal schwerer geworden, die Ängste und Anstrengungen noch um ein vielfaches größer.
Finns Welt noch komplizierter. Ein Kraftakt, für uns alle.
Trotzdem stehen wir jeden Morgen auf und kämpfen weiter.
Für die Zukunft unseres Kindes. Für einen Zugang zu seiner Welt.
Ein Assistenzhund wird Finn helfen, seinen Alltag besser zu bewältigen, sein Leben ein wenig selbstständiger zu leben.
Er kann ihn begleiten und unterstützen, in der Schule, im Straßenverkehr, im Kontakt zu anderen Menschen.
Er kann ihn beruhigen, abschirmen und beschützen, wenn er die Reizüberflutung nicht mehr erträgt.
Er wird die Brücke sein zwischen seiner Welt und unserer Welt!
Bitte helfen Sie uns dabei, diese Brücke zu bauen. Vielen Dank . Michaela Schultz