Heute wird die sagenumwobene Geschichte, welche urkundlich durch die Anlage eines über 22 km langen Hangkanals für das Jahr 1284 belegbar ist, durch den Verein Silberbergwerk Suggental e.V. Bergbau im Suggental – für einen Ortsunkundigen ist es schwer vorstellbar, dass in diesem am Schwarzwaldrand gelegenen Idyll einst Montanindustrie betrieben wurde. Auf den ersten Blick weist ja auch recht wenig
auf die alte, eng mit der Geschichte des Tals verbundene Bergbautradition hin: Land- und Forstwirtschaft und die Natur haben sich größtenteils zurückerobert, was der Bergbau in Jahrhunderte langer Abbautätigkeit formte und veränderte. Die Legende:
Frühmorgens im Suggental - irgendwann im Jahre 1298. Es beginnt einer dieser Tage, wie es schon viele davor gab: Frühmorgens ziehen die Bergleute in großen Scharen los und fahren in das Silberbergwerk des Tals ein. Es ist eine reiche Grube, die zu dieser Zeit eine überdurchschnittlich gute Ausbeute an Silber, Blei und Kupfer liefert. Auch im nahegelegenen Dorf beginnt das alltägliche Treiben. Nur etwas ist an diesem Tag anders als sonst. Vielen Dorfbewohnern fällt der sich bedrohlich verdunkelnde Himmel über den neuen Staudämmen im oberen Talbereich auf
Es beginnt zu regnen. Zunächst tröpfelt es nur leicht, dann zucken Blitze durch den Himmel, ein Sturm kommt auf, und schließlich öffnet der Himmel seine Schleusen. Verängstigt fliehen viele Dorfbewohner in die nahe liegende Kirche des Dorfes, oder suchen unter den Mauern der Dorffeste Schutz. Viele glauben, Gottes Strafe würde sie treffen. Von all diesen Vorgängen kriegen die untertage arbeitenden Bergleute noch nichts mit. Immer stärker wird das Unwetter, Unmengen Regen prasseln auf das Tal und seine umliegenden Berge nieder. Langsam und stetig füllen sich auch die Staudämme oben im Tal, bis sie den Wassermassen nicht mehr standhalten. Die Dämme brechen. Es entwickelt sich eine Flutwelle, die immer schneller in das Tal fließt, auf die offenen Stollen und Schächte zu. Schließlich erreicht sie die ersten Häuser, die der Kraft des Wassers nichts entgegenzusetzen haben und fortgespült werden. Gurgelnd stürzt das Wasser hinab in die Gruben. Man hört Holz splittern, Menschen schreien. Die untertage arbeitenden Bergleute trifft die Flutwelle völlig überraschend, sie haben keine Chance…
Die Bergbauperioden:
Die Anfänge:
Während die Anfänge vermutlich bis in römische Zeit zurückreichen , erlebten der Bergbau und das Tal im 13. Jahrhundert seine Blütezeit. Das bergbauliche Interesse galt hauptsächlich den Metallen Silber und Blei, aber auch Kupfer und Eisen wurden im Suggental gewonnen. Die Suggentäler Gruben galten im 12. Jahrhundert als die reichsten im Breisgau, und so hieß das Suggental zu dieser Zeit auch "Reichenthal". Die Blütezeit:
Als das Grubengebäude immer mehr in die Tiefe wuchs, wurden Maßnahmen zur Wasserhaltung notwendig. Wasserräder und damit betriebene Pumpen sollten den Wasserstand in den Gruben regulieren und zusätzlich die Förderung des gebrochenen Materials erleichtern. Um genügend Aufschlagwasser für die Wasserräder zu erhalten, wurde im Jahre 1284 ein Hang-Wassergraben (sogenannter "Ur-" oder "Wuhrgraben") von insgesamt 15 km Länge gebaut, der Wässer an der Ost- und Südseite des Kandels sammelte. Nachwehen:
Erst in den Jahren 1776 – 1789 gab es wieder Versuche, den alten Bergbau im Suggental neu zu beleben. Eine Gewerkschaft, der eine Reihe wohlhabender Bürger aus Waldkirch und Umgebung, z.T. sogar aus Oberschwaben, angehörten, wurde vom Steiger J. Ortlieb und dem Kollnauer Bürger S. Dietz gegründet und der Josephi–Stollen wieder eröffnet. Durch Misswirtschaft verschuldete sich die Gewerkschaft aber rasch, und so kam der Bergbau um das Jahr 1789 erneut zum Erliegen. Zwar wurden in dieser Zeit auch noch verschiedene bergmännische Untersuchungen zur Ergiebigkeit der Gruben im Auftrag der obersten vorderösterreichischen Bergbehörde in Tirol durch den Freiherrn von Vernier und einen Herrn von Carato unternommen, der Grubenbetrieb in größerem Stile jedoch nicht mehr aufgenommen. Alle historischen Beschreibungen, die vom Bergbau im Suggental zeugen, stammen aus dieser Periode. Sie stellen das wertvollste historische Zeugnis bei der Rekonstruktion des mittelalterlichen Grubenbetriebes dar. Der Verein:
1985 begann die Bergbauforschungsgruppe Suggental die alten Stollen und Schächte wieder aufzuwältigen und freizulegen. In Ehrenamtlicher Arbeit wurden in den vergangenen 25 Jahren und in mehr als über 1000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit über 550 Meter Stollen und Schächte freigelegt und Besuchern zum Teil zugänglich gemacht. Der St. Josephi Stollen ist fast auf gesamter Länge von 420 Metern mit Holzschienen ausgelegt, die einerseits die Begehung erleichtern und andererseits von der Forschungsgruppe auch aktiv zur
Förderung des Haufwerks genutzt werden. Führungen:
Führungsanfragen unter:
Kontaktformular auf www.silberbergwerk-suggental.com
oder
[email protected]
(Bitte mindestens 3 Wochen vor Wunschtermin anfragen)
St.Josephi-Stollen:
Unter sachkundiger Führung erleben sie die Faszination des alten Bergbaus im Suggental. In Gruppen von maximal 6 Personen wird in den St. Josephi eingefahren. Schon kurze Zeit im Stollen erreichen sie mittelalterliche Engstellen. Dort muss ein Stollenstück von zirka 80cm Höhe und 60cm Breite auf 8 Metern Länge überwunden werden. Durch enge Stollen und weite Abbaufelder geht es tief in den Berg hinein. Der Ausstieg erfolgt über Leitern, Bühnen und Stollen mit einer Gesamthöhe von 39 Metern. Anna-Stollen:
Dieser ist ist ebenerdig begehbar und auch für Kinder geeignet. In einem Seitenstollen befindet sich der Originale Nachbau einer mittelalterlichen Pumpenkunst. Erfahren sie wie schwer die Arbeit untertage war. Anna–Stollen ist auf einer Länge von ca. 80 Metern aufgefahren. Erleben sie Bergbaugeschichte vor Ort mit:
- einer Stollen Gesamtlänge von ca. 550 Meter
- Fahrten (Leitern) in Schächten von ca. 40 Meter
- mittelalterliche Pumpenkunst
- eine einzigartige Tagschachtförderanlage
- eine große Zahl von Abbauen und Schächten
Tauchen sie ein in die mittelalterliche Welt des Bergbaus. Führungsanfragen unter:
[email protected]
(Bitte mindestens 3 Wochen vor Wunschtermin anfragen)