09/06/2026
7. Juni 2026 – Straßburg ❤️🇫🇷
Langsam haben wir unseren ganz persönlichen Flusskreuzfahrt-Rhythmus gefunden.
Ausschlafen. Fresh machen. Gemütlich frühstücken. Das Schiff genießen. Mal aufs Sonnendeck, mal aufs Pooldeck, ein bisschen lesen, ein bisschen schauen, wie die Landschaft vorbeizieht, und einfach das tun, wofür Urlaub eigentlich erfunden wurde: nichts müssen.
Und irgendwie passt es perfekt, dass wir meistens gegen 14 Uhr in den nächsten wunderschönen Städten ankommen.
Heute stand Straßburg auf dem Programm.
Ankunft 14:00 Uhr.
Treffpunkt 14:15 Uhr.
Transfer in die Stadt 14:30 Uhr.
Läuft.
Straßburg gehört zu diesen Städten, die viele bereits kennen und trotzdem immer wieder besuchen möchten. Und spätestens nach wenigen Minuten versteht man auch warum. Die Stadt wirkt wie eine perfekte Mischung aus französischem Savoir-vivre und deutscher Gemütlichkeit. Kein Wunder eigentlich, denn das Elsass wechselte im Laufe der Geschichte mehrfach zwischen Deutschland und Frankreich. Vielleicht ist genau das der Grund, warum Straßburg sich manchmal anfühlt, als hätte man von beiden Ländern nur die schönsten Eigenschaften mitgenommen.
Besonders faszinierend ist die Altstadt rund um „La Petite France“. Dort spiegeln sich die alten Fachwerkhäuser in den Kanälen, Blumenkästen schmücken die Fassaden und an jeder Ecke könnte man schwören, dass gleich ein Filmteam auftaucht, um die nächste romantische Komödie zu drehen.
Was viele gar nicht wissen: Das berühmte Straßburger Münster war über 200 Jahre lang das höchste Gebäude der Welt. Seine filigrane Fassade besteht aus unzähligen Figuren, Verzierungen und Details, die man selbst nach Stunden noch nicht alle entdeckt hat. Victor Hugo bezeichnete das Münster einst als „Wunderwerk von gigantischer und zugleich zarter Schönheit“ – und ganz ehrlich: Der Mann hatte einen Punkt.
Natürlich führte uns unser Weg auch wieder über einen Künstlermarkt.
Und genau dort nahm der Nachmittag eine unerwartete Wendung.
Eigentlich wollte ich nur schauen.
Wirklich.
Nur kurz.
Vielleicht.
Kennt man ja.
Dann entdeckte ich die Werke einer jungen Künstlerin, die fantastische Pop-Art-Bilder ausgestellt hatte. So fantastisch, dass sämtliche guten Vorsätze innerhalb weniger Sekunden über Bord gingen.
Problem Nummer eins:
Ich hatte natürlich kein Bargeld dabei.
Also begann die große Bankomat-Suche von Straßburg.
Zwanzig Minuten später, einige Schweißtropfen reicher und bei sommerlichen Temperaturen inzwischen ausreichend durchgegart, kehrte ich schließlich zurück.
Und tatsächlich hatte die Künstlerin das Bild bereits für mich reserviert und immer wieder Ausschau gehalten, ob dieser deutsche Tourist mit den großen Kaufabsichten auch wirklich wieder auftauchen würde.
Tat er.
Das Bild wurde gekauft.
Mission erfüllt.
Happy Wife. ❤️
Happy Life. 😇
Ab diesem Moment begann allerdings Phase zwei des Abenteuers.
Denn nun durfte ich ein ziemlich großes Bild die nächsten drei Stunden durch Straßburg tragen.
Während andere Touristen mit Handtaschen, Stadtplänen oder einer Kugel Eis unterwegs waren, lief ich mit einem überdimensionierten Pop-Art-Kunstwerk durch die Stadt und versuchte gleichzeitig den Anschluss an unsere Gruppe nicht zu verlieren.
Zum Glück hatten wir unseren Reiseführer per Knopf im Ohr aufgeschaltet. Also wurde der Radarfunk aktiviert, die Stimme des Guides verfolgt und die Suche nach der Gruppe aufgenommen.
Irgendwann fand ich sie schließlich wieder – natürlich am Straßburger Münster, dem eigentlichen Herzstück der Stadt.
Während die anderen die beeindruckende Architektur bestaunten, dachte ich hauptsächlich zwei Dinge:
Erstens: Dieses Bild ist wirklich groß.
Und zweitens: Ein schattiges Café mit einem Eiskaffee klingt gerade nach einer ausgezeichneten Idee.
Also wurde genau das umgesetzt.
Nach und nach trudelten auch die anderen wieder ein, wir tauschten Eindrücke aus und natürlich wurde mein spontaner Kunstkauf ausgiebig begutachtet.
„Wow, was für ein cooles Bild!“
„Mega!“
„Das hat sich gelohnt!“
So lief ich also durch Straßburg wie der Tourist aller Touristen. Hawaii-Hemd, Knopf im Ohr, Sonnenbrille und ein riesiges Pop-Art-Gemälde unterm Arm.
Dezenter Auftritt sieht anders aus. 😂
Aber irgendwie gehörte das genau zu diesem Tag.
Straßburg zeigte sich von seiner schönsten Seite. Die Altstadt war voller Leben, die Cafés gut besucht, die Gassen voller Menschen aus aller Welt und überall lag dieses besondere französische Flair in der Luft.
Gegen 18:00 Uhr hieß es dann endgültig Abschied nehmen von Straßburg. Der Bus war voll besetzt, die Kunstwerke verstaut und die ersten Blicke auf die Uhr wurden bereits etwas nervöser.
Denn um 19:00 Uhr stand ein ganz besonderes Ereignis auf dem Programm:
Gala-Abend.
Die Herausforderung dabei war nicht das Sechs-Gang-Menü.
Die Herausforderung waren 30 Minuten!
Abfahrt Straßburg: 18:00 Uhr.
Geplante Ankunft am Schiff: 18:30 Uhr.
Beginn Gala-Abend: 19:00 Uhr.
Das bedeutete für uns alle exakt 30 Minuten Zeit, um vom verschwitzten Straßburg-Touristen wieder zum eleganten Kreuzfahrtgast zu werden.
Duschen.
Umziehen.
Föhnen.
Stylen.
Jackett anziehen.
Kleid auswählen.
Schuhe tauschen.
Und dabei möglichst nicht in Panik geraten 😉
Entsprechend wurde unserem Busfahrer beim Einsteigen mehr oder weniger freundlich vermittelt, dass heute bitte keine gemütliche Panoramafahrt mehr notwendig sei. 😇
Und tatsächlich – Punktlandung.
18:30 Uhr am Schiff.
18:31 Uhr kollektiver Sprint in die Kabinen.
Und um 19:00 Uhr standen tatsächlich alle geschniegelt und gestriegelt bereit.
Jackett. White Night. Weiße Blusen. Elegante Kleider. Schicke Abendgarderobe.
Es war schön zu sehen, wie alle diesen besonderen Abend genossen haben. Auf einem internationalen Schiff mit Gästen aus aller Welt ergibt so ein Gala-Abend noch einmal eine ganz besondere Atmosphäre.
Und dann kam das eigentliche Highlight:
Ein fantastisches Sechs-Gang-Menü.
Lecker.
Lecker.
Und noch einmal lecker.
Dazu Champagner, hervorragende Weine und ein Service, der diesem besonderen Abend mehr als gerecht wurde.
Einfach Fine Dining vom Feinsten. 🍾✨
Wer dachte, damit sei der Abend beendet, hatte die Rechnung allerdings ohne die Bar gemacht.
Nach dem Essen wurde weiter gefeiert. Livemusik, gute Gespräche, Tanzfläche und eine neue Künstlerin an Bord, die uns alle beeindruckte. Eine Amerikanerin mit einer Stimme, bei der man sich unweigerlich fragt, wie so viel Klang in einen einzigen Menschen passt. Begleitet von ihrem grandiosen Klavierspiel sorgte sie für Gänsehautmomente und beste Stimmung bis weit in den Abend hinein.
Irgendwann verschwammen dann Champagner, Musik, Tanzfläche und Uhrzeit langsam miteinander.
Und irgendwann mitten in der Nacht hieß es schließlich:
Good Night. 🌙🥂🎹