26/09/2026
„Eine Portion Mut“ gehört für Levin dazu, wenn man für ein Jahr ins Ausland geht und sich auf viele neue Situationen einlässt.
Unser neuer ASF-Freiwilliger Levin Lemkemeier wurde von der Evangelischen Wochenzeitung „die Kirche“ zu seinem Freiwilligendienst in Jerusalem befragt. Im Artikel berichtet er über seine Erwartungen, die widersprüchlichen Bilder von Israel und seinen Wunsch, sich durch persönliche Begegnungen ein eigenes Bild vom Land und von den Menschen zu machen.
Viel Spaß beim Lesen
Ausblick auf den Freiwilligendienst in Jerusalem: Mut zum Aufbruch und der Wunsch, sich ein eigenes Bild von Israel zu machen
Von Levin Lemkemeier
Mein Name ist Levin Lemkemeier, ich bin 20 Jahre alt und habe gerade in Bayern mein Abitur gemacht. Meine Lehrerin am Melanchthon-Gymnasium Nürnberg hat mich dazu ermutigt, an diesem Auslandsjahr teilzunehmen. Das Ganze war ziemlich kurzfristig: Ich habe meine Bewerbung tatsächlich erst am letzten Tag der Frist abgeschickt. Umso mehr freue ich mich, dass es geklappt hat.
Ich blicke mit einer ganzen Palette von Gefühlen auf Israel, die teilweise auch widersprüchlich sind. Jeder von uns bekommt durch die Medien ein bestimmtes Bild von Israel vermittelt. Mit meinem Freiwilligendienst in Jerusalem möchte ich mir deshalb auch ein eigenes Bild von den Menschen, dem Land und den Themen machen, die die Menschen dort beschäftigen.
Unsere entsendende Organisation, die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF), bereitet uns intensiv auf den Freiwilligendienst vor. Mit Holocaustüberlebenden hatte ich bisher noch keinen persönlichen Kontakt. Für meine Arbeit in einem Kindergarten für Kinder mit Behinderungen brauche ich entsprechendes Vorwissen. Ich habe bereits vorher mit Kindern gearbeitet und freue mich deshalb sehr auf meine neue Aufgabe. Gleichzeitig kann ASF nicht auf jede Situation vorbereiten - manches muss man vor Ort selbst bewältigen. Ich glaube, gerade daran wächst man.
Neben ein paar Anziehsachen sollte man vor allem eine Portion Mut mitbringen. Den braucht es, wenn man für ein Jahr ins Ausland geht und sich auf viele neue Situationen einlässt. Für mich als jungen Erwachsenen beginnt gerade sehr viel Neues: Ich wohne zum ersten Mal in einer Wohngemeinschaft mit drei anderen Menschen in Jerusalem und bin ein Jahr weit von zu Hause entfernt. Vor allem meine Schwester werde ich sehr vermissen. Was ich am Ende mit nach Hause nehme, wird sich zeigen - hoffentlich nicht zu viele Souvenirs, denn mein Koffer ist jetzt schon ziemlich schwer.