27/07/2023
Isan – Der Nordosten von Thailand
Auf Thai heißt Nordostthailand ภาคตะวันออกเฉียงเหนือ (Aussprache: Phak Tawan Ok Chiang Nuea). Diese Bezeichnung für die rund 160.000 km² große Region verwenden ganz bewußt vor allem aus anderen Regionen stammende Thailänder und solche aus gesellschaftlich höheren Kreisen. Der andere Name »Isan« (Thai: อีสาน; auch Isaan oder Isarn geschrieben) bedeutet »Nordosten« in der altindischen Sprache Pali und wird eher von den aus der Nordostregion stammenden Thailändern sowie von Ausländern verwendet.
Der Isan ist wirtschaftlich die ärmste Region des Landes und touristisch noch relativ unerschlossen. Reich ist der Isan jedoch an freundlichen, bodenständigen und Ausländern gegenüber aufgeschlossenen Bewohnern, die an ihren Traditionen festhalten und fast ausschließlich Theravāda-Buddhisten sind, also sehr frühe Buddhisten. In nahezu jedem Dorf gibt es im schlichteren laotischen Stil erbaute Tempel, die nicht nur der religiösen Verehrung dienen, sondern auch als Fest- und Versammlungshallen genutzt werden. Weitaus beeindruckender als diese Stadttempel sind jedoch die Tempelruinen im Südlichen Isan, Erbe des Khmer-Reichs von Angkor, die hier im Gegensatz zu den überfüllten Tempelanlagen in Siem Reap (Kambodscha) nahezu menschenleer sind. Auch die bedeutenden bronzezeitlichen Fundstellen mit Artefakten, Bronzewerkzeugen und Hinweisen auf frühe Landwirtschaft gehören zu den Highlights des Isan.
Natur- und Aktivurlauber finden in den großflächigen, unberührten Nationalparks und Wildreservaten mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna hervorragende Bedingungen für ausgedehnte Trekkingtouren, die zu atemberaubenden Aussichtspunkten, tiefen Höhlen und tosenden Wasserfällen führen. Besonders schön ist der Isan zur Regenzeit, wenn die als Arbeitstiere eingesetzten Wasserbüffel am Rande der weiten, sattgrünen Reisfelder grasen.
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