11/07/2020
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Wir fahren am Donnerstag, dem 23.Juli 2020 auf die Söbücimen Yayla. Los geht’s um 8.30 Uhr vom Reisebüro „Ali`s Ausflüge“ aus in Avsallar. Hotelgäste werden am Hotel abgeholt. Unterwegs in den Bergen machen wir eine Teepause. Preis: 30 € incl. Mittagessen und alkohlfreier Getränke.
Anmeldungen bei Ali im Reisebüro; auch telefonisch unter Handy-Nummer 0532 673 28 39
Yayla
Die Hochebene des mittelanatolischen Gebirges selbst kann als
Verkörperung des Türkentums angesehen werden und ist deren Wiege
Noch heute begegnet man im Gebiet des Taurusgebirges der nomadischen Tradition. Wie seit Jahrhunderten wird ab Mai das Vieh auf saftige Weiden der Hochalm geführt und im Oktober wieder in die Täler und an die Küstenregion zurückgeholt.
Wo die Stille regiert - Söbücümen-Yaylasi - Sommerdörfer
Im Hochsommer, wenn es an der Küste heiss, schwül, lebendig, voll und laut ist, packt es uns gelegentlich mit aller Macht und wir lassen alles stehen und liegen, um in die Berge zu fahren, auf eine herrlich Hochebene in 2.300 m Höhe.
Es ist eine völlig andere Welt, und dass diese nur 120 km von der Küstenstraße entfernt ist, lässt alles unwirklich erscheinen
Diese Stille, der weite blaue Himmel und diese ewig weite Bergsteppe.... wenn man lange genug auf die Berghänge schaut, wird einem schwindlig, weil das Auge keine Fixpunkte hat und der Blick immer weiter und weiter entlang dieser Hügel und Berge geht... die klaren, eiskalten Nächte – ich habe noch nie so viele Sterne gesehen und den “Abendstern” noch nie so hell und groß- und diese Luft, die so sauber ist, dass sie betrunken macht!
Nach Verlassen der Küstenstraße werden die Straßen enger, die Landschaft weiter. Man fährt endlose Serpentinen durch einsame Pinienwälder und zwischendurch erschließt sich ein herrlicher Blick auf Täler und Berge.
In Gündogmus, der Bergestadt mit 7.600 Einwohnern gibt es Jandarmerie, Militär, Gericht, Staatsanwaltschaft, Gefängnis, Schulen, Forstverwaltung etc.
Hinter Gündogmus endet die asphaltierte Straße und die Piste wird schmaler und kurviger, die Felsen immer schroffer und abweisender......und man biegt um eine Ecke und steht zwischen Hunderten dieser stolzen, langhaarigen Ziegen, die ganz gemächlich unserem Fahrzeug Platz machen, als wollten sie sagen “Hier ist unser Reich, hier geht alles nach unserem Tempo”....... Irgendwo dazwischen der Hirt in seinem ausladenden Mantel aus Filz, auf einen Stock gestützt in sich selbst ruhend, grüsst er die Reisenden freundlich. Allzuoft am Tag muss er das nicht tun, es ist einsam hier oben.
Irgandwann erreicht man die Hochebe. Wenn man die staubige Piste entlang fährt, kann man sich nicht vorstellen, dass sie IRGENDWOHIN führt oder dass mann IRGENDWOHER kommt. - es ist fast wie ein Fahren im dichten Nebel. Man fährt und fährt unbd scheint doch nicht vom Fleck zu kommen, so unendlich ist diese Steppe.
Die Landschaft scheint tot zu sein, da oberhalb der Baumgrenze. Aber wenn man lange genug schaut, sieht man in den Grundwasserteichen Unmengen von kleinen Fröschen. Zwischen den polsterartigen Büschen wuseln Vögel, Murmeltiere (Erdhörnchen) und Eidechsen. Ganz weit hinten ziehen wilde Esel oder Ziegen mit ihren Hirten vorbei.
Kein menschliches Wesen kann hier leben, so glaubt man, und doch sind es diese Hügel und Berge voller Geschichten, skurriler, manchmal trauriger Zeugen aus einer anderen Zeit.
Kaum hat man sich an diese Leere gewöhnt, da tauchen grüne Flecken auf, sorgsam gehegte Gärten mit Gemüse, ein paar Bäume und hier und da kleine rote Büten an niedrigen Büschen.
Dazwischen Häuschen aus Stein, fröhliche, schmutzige und rotbackige Kinder, die die Freiheit der langen Ferien meist bei Opa und Oma “auf der Yayla” in vollen Zügen geniessen.
Am Egrisee schlagen öfter die Städter ihre Zelte auf und auch eine Arztpraxis wir in den Sommermonatn in einem Zelt betrieben.
Die Nächte sind eiskalt, selbst im August. Der Sternenhimmel spannt sich riesig und leuchtend über die stillen Berge, kein Licht stört den Glanz der unzähligen Sterne, keine Musik durchdringt die Ruhe hier oben. Hier gibt es nur teilweise Strom, kein Telefon und keine Wasserleitung.
Nach nur einer Nacht scheint die Welt merkwürdigerweise irrelavant, alles dreht sich nur um sich selbst, um Essen und Trinken, um Schlafen und um die Unterhaltung mit den Nachbarn. Hier geht das Leben gemächlich seinen Gang, kaum verändert seit ewigen Zeiten. Danach ist man erholt, körperlich, seelisch und geistig – kaum zu glauben, wie erholsam “Erlebnisarmut” sein kann. Man muss nur eines können: mit sich selbst alleine sein.
Almbetrieb
Die Aktivität der Almwirtschaft ist typisch für die Viehwirtschaft der Nomaden. Sie stellt – abgesehen von ihrer in der Vergangenheit ruhenden Tradition – die Lebensform von Gemeinschaften dar, deren Ökonomie gänzlich auf die Viehwirtschaft ausgerichtet ist.
Der Almbetrieb dauert im Allgemeinen vom Almauftrieb im Mai bis zum Almabtrieb im September, wobei kleinere regionale Unterschiede aufzuweisen sind.
Vor dem Aufstieg werden die notwendigen Vorbereitungen getroffen. Die Gegenstände und Werkzeuge, die auf der Alm benötigt werden, werden einer Überprüfung unterzogen und stellen die Last dar, die auf die Alm befördert werden muss, u.a. Matratzen, Decken, Kelim, verschiedene Polster sowie Melk-Gefäße, Gefäße zur Butter- und Käseerzeugung, Kessel, Küchengeräte, Proviant, Gaslampen, “Sacı” (gewölbte Pfanne zum Brotbacken), Lebensmittel wie Mehl, Salz, Zucker, Öl etc.
Des Weiteren ist auch die Vorbereitung des Viehs ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitungen. Damit die Tiere nicht verwechselt werden, werden sie gekennzeichnet und nochmals kontrolliert.