27/07/2023
Die September auf der Insel sind von besonderer Magie. Jedes Jahr am letzten Wochenende im August strömen die Menschen über die Brücke auf den Kontinent, die Saison ist zu Ende und es ist, als würde das Radio in der Nachbarschaft, das zu laut, zu lange und zu nervige Musik gespielt hat, endlich verstummen. Was bleibt, ist Poesie.
Nun kann man durch die schmalen Wege in den Dünen streifen und die Welt der leeren Strände erobern, begleitet nur vom Wind, der einem sanft und warm um die Beine streicht. Das Licht hinterlässt erste Nuancen von Herbst auf der Haut. Gräbt man Hände und Füße in den Sand, findet man Sandförmchen und gelebte Momente der Menschen, die ihre Seelen in diesem Sommer der Insel anvertraut haben. Ihre Geschichten sind überall - zwischen dem Schreien der Möwen und dem Tosen der Wellen hört man ihre Stimmen, ihr Lachen, sieht ihre Tränen und spürt ihre Hoffnung. Sie erzählen von Freiheit, Freundschaft und Familie, gefundener Liebe und gebrochenen Herzen, von Schicksalsschlägen und schicksalhaften Begegnungen, Sonnenuntergängen, Lachen, gebräunter Haut und gutem Essen. Und Wein, viel Wein. Sie lassen einen teilhaben an ihren Abenteuern und Anekdoten und ihre Worte malen die Bilder salzkrustiger Kinder und nassfelliger Hunde. Es ist erstaundlich, wie sie für eine kostbare Endlichkeit aus der Zeit gefallen sind. Aber es ist nicht überraschend. Niemand verlässt "La Lumineuse" so, wie er sie betreten hat. Nie.